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GHOST – The Musical: Aaron Sidwell im Interview

(English version below) Dem englischen Schauspieler Aaron Sidwell ist das gelungen, wovon viele träumen - mit erst 18 Jahren bekam er eine Hauptrolle in der BBC-Serie EASTENDERS und wurde so über Nacht bekannt. Seit 2012 treibt der Schauspieler auch seine Karriere abseits der Fernsehwelt voran und konzentriert sich auf Theater- und Musicalrollen. Mit Erfolg: Aaron Sidwell stand bereits als Hauptdarsteller in den Musicals LOSERVILLE und COOL RIDER in London auf der Bühne. Aktuell spielt Sidwell den Carl Brunner im Musical GHOST am Frankfurter English Theatre. Redakteurin Lisa Höfer hat den Schauspieler zum Interview getroffen und mit ihm über seine Karriere und seine Pläne gesprochen.

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© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt
Aaron Sidwell (links) in GHOST © Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

Aaron, du spielst die Rolle des Carl in der Show. Wie kam es dazu? Hast du GHOST in Großbritannien gesehen?

Aaron Sidwell: Ich habe die Show nicht in London gesehen, aber ich habe mehrere Freunde, die im Musical mitgespielt haben. Einige waren bei der Tour durch Großbritannien dabei und ein Freund geht mit der Produktion jetzt sogar nach China. Ich habe nur großartige Sachen über die Show gehört und freue mich sehr, dass ich jetzt hier in Frankfurt dabei bin.

Hast du für die Rolle des Carl vorgesungen? Oder wäre die Rolle des Sam auch eine Option für dich gewesen?

Aaron Sidwell: Ich habe ursprünglich für die Rolle des Sam vorgesungen, aber so toll Sam auch ist, es war nicht wirklich der Part, den ich spielen wollte. Zur Zeit des Vorsingens stand ich als Tybalt in ROMEO UND JULIA in England auf der Bühne und hatte Spaß daran, einen Bösewicht zu verkörpern. Ich habe Adam Penford, den Regisseur von GHOST, dann getroffen und ihm gesagt, dass ich Carl spielen möchte. Vorgesungen habe ich dann für beide Rollen, für Sam und für Carl, aber als wir nochmal besprochen haben, welche Rolle ich spielen will, war klar, dass es Carl werden wird.

Läuft der Castingprozess einer Rolle immer so ab? Dass man selbst auch äußern kann, welche Rolle man in einer Produktion spielen möchte?

Aaron Sidwell: Nein, aber manchmal gibt es schon verrückte Überraschungen. Die Produzenten und der Regisseur laden dich ursprünglich für eine bestimmte Rolle ein und haben im Kopf schon alles durchgeplant und dann ändert sich doch nochmal alles. Im Musical LOOSERVILLE, das ich in England gespielt habe, sollte ich ursprünglich die zweite männliche Hauptrolle spielen, den besten Freund des Hauptdarstellers. Beim Vorsingen sah mich der Produzent allerdings nicht in dieser Rolle und wollte, dass ich für die Hauptrolle vorsinge. All das passierte als ich im Raum war, also während meines Vorsingens. Ich hatte das ganze Material für die Rolle, für die ich eigentlich vorsingen sollte, musste es dann aber als ganz anderer Charakter spielen, weil man mich auf einmal in der Hauptrolle sah. Das war schon seltsam, aber am Ende habe ich die Hauptrolle bekommen.

Unerwartet die Hauptrolle in einem Musical zu bekommen ist schon nicht schlecht.

Aaron Sidwell: Meine ganze Karriere ist ein bisschen so verlaufen bisher. Im Musical COOL RIDER war ich eigentlich auch für eine kleinere Rolle vorgesehen, doch dann bekam ich plötzlich die Hauptrolle. Und bei ROMEO UND JULIA hatte ich für die Rolle des Romeo vorgesprochen, wollte aber eigentlich den Tybalt spielen und konnte das dann auch tun. Ich denke, ich habe ein recht neutrales Aussehen, sodass ich den guten, aber auch den bösen Typen spielen kann und es am Ende an mir liegt, was ich machen möchte. Deswegen probiere ich auch immer, das in einer gewissen Balance zu halten – wenn ich gerade einen netten Charakter gespielt habe, dann will ich als nächstes wieder den fiesen verkörpern.

Momentan bist du ja wieder der Fiesling, den du in GHOST auch spielen wolltest. Hat es sich dafür gelohnt, dass du nach Deutschland gekommen bist?

Aaron Sidwell: Ich wollte die Erfahrung, in einem anderen Land zu leben, schon immer einmal machen. Wenn ich in England bin, dann habe ich immer sehr viel um die Ohren. Selbst wenn ich in einer Show spiele und nur abends auf der Bühne stehen muss, dann habe ich trotzdem auch tagsüber immer viel zu tun. Jetzt spiele ich nur abends die Vorstellungen und habe ansonsten frei. Das ist jetzt eine gute Chance, um sich ein wenig zu erholen. Ich habe jetzt einfach viel freie Zeit für Verfügung und das war eine große Sache für mich.

Aaron Sidwell

Aaron Sidwell

Wie schwierig ist es für dich, dass deine Familie nicht hier ist? Du bist ja Vater von zwei kleinen Mädchen.

Aaron Sidwell: Es ist schwierig und wirklich hart. Meine Freundin ist bis vor kurzem für zwei Monate in Oslo gewesen, weil sie dort Proben für eine Show hatte, jetzt hat sie wieder zwei Wochen dort vor sich und da sich das zeitlich mit meiner Arbeit in Frankfurt überschnitt, dachte ich, dass wir so immerhin beide nicht zu Hause sind. Aber mit meinen beiden Töchtern war es wirklich hart. Ich bin mit ihrer Mutter nicht mehr zusammen, sodass ich sie generell nur einmal pro Woche und nicht jeden Tag sehen kann. Und obwohl sie mich hier besucht haben, ich nach Hause zu ihnen geflogen bin und wir das alles hinbekommen haben, so ist es doch nicht einfach.

Was steht an, wenn du in wenigen Wochen wieder nach Großbritannien zurückkehrst? Du hast deine Karriere ja im Fernsehen begonnen, hättest du langsam mal wieder Lust, eine TV-Rolle zu spielen?

Aaron Sidwell: Ich möchte eine kleine Auszeit von Musicalproduktionen nehmen. Ich habe jetzt einige Musicalrollen gespielt, letztes Jahr auch ein Theaterstück, was schön war, aber jetzt steht eine Pause an. Was TV-Rollen betrifft, kommt es einfach drauf an, welche Projekte es geben wird. Wenn sich etwas passendes ergibt, dann ist das toll, aber ich bin generell auch einfach sehr wählerisch, was für mich die richtige Rolle ist.

Also gibt es aktuell noch keine genauen Projekte für die Zukunft?

Aaron Sidwell: Wenn ich zurück bin, dann werden wir das Cast Album zu COOL RIDER aufnehmen, aber ansonsten habe ich im Moment nichts fest geplant, was auch ganz schön ist. Ich habe die letzten 18 Monate nur gearbeitet und hatte wirklich nur eine einzige Woche frei. Meine Freundin und ich haben jetzt außerdem ein neues Haus, in das wir dann erstmal einziehen und uns einleben. Mein Agent hat verschiedene Pläne, wie es weitergeht, also mal sehen, wie es genau weitergeht. Ich arbeite gerne und ich langweile mich auch schnell, wenn ich mal nicht arbeite. Ich stürze mich gerne in neue Aufgaben, aber warten wir einfach mal ab, was jetzt als nächstes kommt.

Aaron Sidwell ist noch bis zum 29. März als Carl in GHOST – The Musical im English Theatre Frankfurt zu sehen.

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

English version

Aaron, you’re playing Carl in the show – did you see the UK production of GHOST? How did you get involved?

Aaron Sidwell: I didn’t see it in London, but I had a lot of friends do it in the UK. I had friends do the UK tour and I have a friend going to China with it. I’ve heard great things about it and I’m really happy about playing it here now.

Did you audition for the role of Carl? Or would the role of Sam have been an option, too?

Aaron Sidwell: I originally auditioned for the role of Sam, but as nice as Sam is, it’s not really the thing I wanted to do. I was doing ROMEO AND JULIET at the time in England and I’ve played Tybalt and I got that taste for playing the bad guy again. I had a chat with Adam Penford, our director, and just said that Carl is where I’d rather go. Then they saw me for both and we talked about my preference and I just wanted to play Carl.

When you audition for a show, do you always have a say in which role you want to play?

Aaron Sidwell: No, but it’s surprising and a bit crazy sometimes. The producers and the director might originally see you for a role and have you in mind for something, but it all changes sometimes. When I did a musical called LOOSERVILLE, they originally were seeing me for the second male lead, for the best friend role. Then the producer didn’t see me in that one and wanted me to switch to the lead. It all happened while I was in the room. I had all this material for that character and then I was doing the material as another character. It was really weird, but I ended up playing the lead.

There could be worse things than ending up as the lead in a musical.

Aaron Sidwell: My career has really gone that way. The same thing happened with another show called COOL RIDER. I was originally cast in a much smaller role and then they decided to switch me out for playing the lead. In ROMEO AND JULIET I read for Romeo but wanted to do Tybalt and ended up playing him. I think I have a very neutral look and I could play the good one or the bad one, and in the end it is up to me where I want to go with it. I’ve always tried to balance it, so when I just played a nice character, I’ll try and play a bad one next.

You are playing the bad guy at the moment – was it worth coming to Germany for the part?

Aaron Sidwell: It’s an experience I wanted to try, living in another country. In England, I’ve got so much going on even when I’m doing a show and there’s always something going on during the day, too. Now I do the show every night, but the rest of my days are free. It’s a good chance for me to sit back and just take a bit of time to do some work on myself. I’ve just got time on my hands now. That was a big thing for me about coming here.

Aaron Sidwell

Aaron Sidwell

How tough is it that your family isn’t here? You’re a father of two little girls.

Aaron Sidwell: It’s tough, it’s really hard. My partner took a job rehearsing in Oslo; she’s been away for two months and she’s going back for another two weeks now, so I thought she’s away, too, when I’m here. But it was tough with the girls. I’m ot with their mum anymore, so I see them once a week and it’s not a day in, day out thing. They’re fying out here, I’ve been back to see them and we managed to make it work but it’s really tough.

What’s next when you get back to the UK in a couple of weeks? You started your career on television, would you like to play a part in a TV Series again?

Aaron Sidwell: I want to take a break from musical theatre for a bit. I did a few shows and a play last summer – that was really nice, but I think I want to take a break now. On the TV front, it depends. If something comes along that’s right – that’s great. I’m just quite picky about what’s right for me.

But there’s nothing fixed just yet what might be your next project?

Aaron Sidwell: When I get back we’ll do the album recording of COOL RIDER, but I haven’t got anything other at the moment, which is quite nice. I’ve been rolling for 18 months and literally just got one week off. Me and my partner just got a new house, so we’ll just unpack and get settled in. My agent got different plans for me, so we’ll see what happens. I like working, that’s why I get bored quickly when I’m out of work, and I just want to get my teeth into something, so let’s just wait and see.

 

Aaron Sidwell is playing Carl until March 29 in GHOST – The Musical in Frankfurt’s English Theatre.

Kategorie: Interviews,Stadttheater

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Autor: L. Höfer (14.02.2015)

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