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GHOST Kritik – Deutschland-Premiere in Frankfurt

Bereits seit 2011 rührt das Musical GHOST Besucher zu Tränen – zuerst in Manchester, dann im West End und am Broadway. Touren durch Großbritannien und die USA folgten und auch in anderen europäischen Ländern wurde das Stück, das auf dem Hollywood-Film „Ghost – Nachricht von Sam“ basiert, schon auf die Bühne gebracht. Seit dem 15. November 2014 ist GHOST nun als deutsche Premiere im English Theatre in Frankfurt am Main zu sehen. Unsere Redakteurin Lisa Höfer hat sich die Vorstellung am 21. November 2014 angesehen.

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Ghost
Ghost © Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

Zwischen den Welten

Wer „Ghost – Nachricht von Sam“ mit Demi Moore und Patrick Swayze gesehen hat, kennt die Geschichte des gleichnamigen Musicals: Sam wird bei einem Raubüberfall ermordet und lässt seine Freundin Molly alleine und am Boden zerstört zurück. Doch Molly schwebt in Gefahr. Sam, der als Geist in einer Zwischenwelt gefangen ist, versucht sie zu beschützen. Ihm gelingt es zwar nicht, mit Molly Kontakt aufzunehmen, doch Medium Oda Mae Brown kann mit Sam kommunizieren. Gemeinsam versuchen sie nicht nur den Mord an Sam aufzuklären, sondern auch Molly den endgültigen Abschied von Sam zu erleichtern.

Taschentücher lieber nicht vergessen

Romantisch und traurig gleichzeitig, an vielen Stellen aber auch lustig und spannend – GHOST ist alles. In rund zwei Stunden deckt das Stück die ganze Gefühlspalette ab. Und spätestens am Ende, als Molly Sams Tod akzeptiert und sich emotional von ihm verabschiedet, rascheln die Taschentücher und man hört aus dem ein oder anderen Sitz ein leichtes Schluchzen.

Obwohl die Geschichte um Molly und Sam nicht neu ist, bewegt das Musical die Zuschauer. Von Drehbuchautor Bruce Joel Rubin vom Hollywoodstreifen zur Bühnenversion gemacht, hat das Musical etwas, was der Film mit dem Song „Unchained Melody“ nur schafft anzureißen: Emotionale Tiefe über die musikalische Ebene.
Dave Steward und Glen Ballard, die die Kompositionen und Liedtexte zu GHOST geschrieben haben, haben eine Mischung aus emotionalen Balladen und eingängigen Popsongs kreiert, die den Zuschauer berühren und in allen Facetten zeigen, welche Gefühlswelten die Charaktere auf der Bühne durchleben. Wer die Show vielleicht schon im Londoner West End gesehen hat, dem fallen einige kleinere Änderungen auf – so wurde „Ball of Wax“ durch den neuen Song „You gotta let go“ ersetzt, bei „I Can't Breathe“ und „Life Turns on a Dime“ wurden Texte und Musik abgewandelt.

Ghost

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

Londoner Originalversion als Vorbild

Ansonsten ist die Produktion des English Theatre der Originalversion aus London ähnlich. Das gesamte Musical wird in englischer Sprache aufgeführt und auch in Sachen Bühnenbild und Ausstattung hat man sich am Original orientiert.
Die Bühne des English Theatre ist zwar nicht so groß wie die eines Theaters im West End, doch durch einige tolle Kniffe und den gelungenen Einsatz von Licht und Projektionen wird man als Zuschauer problemlos durch die verschiedenen Szenen getragen. Set Designer Tim McQuillen, Lightning Designer Matt Daw und Video Designer Duncan McLean haben hier ganze Arbeit geleistet.

Die große LED-Wand, die in der Londoner Originalversion zum Einsatz kam, um zum Beispiel eine fahrende U-Bahn, einen Aufzug oder das geschäftige Treiben in einer Großstadt darzustellen, ist in Frankfurt verschwunden. Wenngleich die LED-Wand ein beeindruckendes und flexibles Element der Show darstellte, so lenkte die riesige Lichter- und Farbexplosion im Hintergrund oftmals ein wenig vom eigentlichen Geschehen und dem Spiel der Darsteller ab. Dass das in Frankfurt nicht passiert, liegt nicht nur an den weniger aufdringlichen Effekten, sondern auch an der tollen Cast.

Durchweg passend besetzte Cast

Die Hauptdarsteller Hannah Grover und John Addison, die Molly und Sam verkörpern, bringen die Liebesgeschichte von der ersten Szene an glaubhaft auf die Bühne. Man kann das Liebesglück der beiden zu Beginn des Musicals förmlich spüren, bevor ihr gemeinsames Leben unerwartet beendet wird. Grover bringt Mollys Verzweiflung und den Kampf mit dem Alltag nach Sams Tod toll zum Ausdruck. Die von ihr gesungenen Balladen „With You“ und „Nothing Stops Another Day“ gehören definitiv zu den Highlights der Show. Auch John Addison beeindruckt. Sams Konflikt, seinen Tod zu akzeptieren und einen Weg zu finden, um Molly zu beschützen, nimmt man ihm zu jedem Zeitpunkt ab. Schauspielerisch und gesanglich bringt Addison alles mit, was es braucht, um Sam glaubhaft und berührend zu spielen.

Mit viel Zerrissenheit und Emotionalität spielt Aaron Sidwell die Rolle des Carl, der eigentlich Sams bester Freund ist. Durch seine kriminellen Machenschaften ist Carl allerdings für den Tod von Sam mitverantwortlich – dass das nicht spurlos an ihm vorbeigeht, obwohl er weiterhin seine Ziele verfolgt, zeigt Sidwell. Mit seinem starken Schauspiel und seiner tollen Stimme komplettiert er das Trio perfekt.

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

Unbedingt erwähnt werden muss auch Claudia Kariuki, die die Wahrsagerin Oda Mae Brown verkörpert. Obwohl die Geschichte von Molly und Sam ja eher traurig als lustig ist, sorgt sie mit tollen Pointen für viele Lacher im Laufe der Show. Mit viel Energie und einer tollen Bühnenpräsenz zieht sie die Blicke immer wieder auf sich. Gegen Ende reißt sie das Publikum dann auch mit ihrer kraftvollen Stimme voll und ganz mit und der Song “I'm Outta Here” bleibt im Ohr.

Mit einer mitreißenden Energie fällt auch das gesamte Ensemble auf. Jeder Schritt der Darsteller sitzt, jeder Blick passt und auch die Kampfszenen mit den Geistern, die sie ja eigentlich gar nicht sehen können, sind stimmig und durchweg gut umgesetzt. Choreograf Lee Proud hat alles richtig gemacht.

Gelungen von Anfang bis Ende

Am Ende des Abends im English Theatre bleibt auf jeden Fall kein Zweifel zurück: Regisseur Adam Penford und das gesamte Team haben eine tolle Show auf die Beine gestellt und ein Musicalbesuch in Frankfurt lohnt sich auf jeden Fall. Wer das Stück noch nicht kennt, wird es ebenso mögen wie die Besucher, die die Show schon in London oder New York gesehen haben.

Kategorie: Ghost - Das Musical,Kritiken

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Autor: L. Höfer (22.11.2014)

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