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Gernot Kranner Interview – Musical1 Podcast 29

Heute ist Gernot Kranner zu Gast im Musical1 Podcast Interview. Als Musical-Darsteller bekannt wurde er durch seine Rolle des Professor Abronsius in der Welturaufführung vom TANZ DER VAMPIRE. Darüber hinaus arbeitet er als Regisseur, Autor, Schauspieler und Künstlerischer Leiter. Im Interview berichtet er von seiner abwechslungsreichen Karriere.

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Gernot Kranner
Gernot Kranner © Ralf Rühmeier

Kindheit und Jugend in der Steiermark

Gernot Kranner, geboren 22.11.1962, ist Schauspieler für Film, Fernsehen und Bühne, Sänger, Regisseur, Autor, Künstlerischer Leiter – eigentlich gibt es kaum etwas, das er nicht kann. Für seine Rolle im TANZ DER VAMPIRE wurde er mit dem „Image Award Germany“ als „Bester deutschsprachiger Musicaldarsteller“ ausgezeichnet. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in der Steiermark. „Ich bin in Fohnsdorf zur Welt gekommen, das ist ein kleines Dorf in den Bergen. Das ist schon eine andere Zeit gewesen,“ erinnert er sich. Die Hauptstraße war noch nicht asphaltiert, Fernsehen gab es auch noch nicht so wirklich. Kranner schätzt es allerdings sehr, dort auch in Kontakt zu „normalen Menschen“ gekommen zu sein und heute nicht nur Schauspieler zu kennen, sondern auch Menschen, „die mit beiden Beinen nicht nur auf der Bühne, sondern mitten im Leben stehen“, wie er es beschreibt.

Seine Leidenschaft für Musik und Tanz erwachte im Alter von etwa zehn Jahren. Damals sah sich Kranner gerne die Filme von Bing Cospy und Fred Astaire im Fernsehen an – und nahm die Tonspur mit seinem Kassettenrekorder auf. Mit 13 Jahren begann er schließlich mit dem Ballett, Balletttänzer war sein großer Berufswunsch. Doch Bandscheibenprobleme standen dem im Wege. Kranner machte zunächst das Abitur und studierte Rechtswissenschaften bis zum ersten Staatsexamen. Dann war die Leidenschaft für die Bühne doch stärker und Kranner ging zum Studium nach London. Dort studierte er Pantomime und Clowning. In Paris erlernte er anschließend die Fächer Schauspiel und Regie, zurück in Wien ließ er sich im Musical ausbilden. Nach drei Semestern schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab – und studierte daraufhin noch Solo-Gesang.

Die Zeit beim TANZ DER VAMPIRE

Seinen großen Durchbruch beim Musical feierte er als Professor Abronsius in Roman Polanskis TANZ DER VAMPIRE. Mehr als 1.000 Mal stand er in Wien für das Musical auf der Bühne, anschließend auch in Essen. Eine Zeit, an die er sich gerne zurückerinnert: „Immer, wenn der Vorhang aufgeht, war das ein wunderbares Gefühl, auch noch nach 1.088 Vorstellungen. Wie er zu gefallen ist, das war ein nicht so schönes Gefühl, das war ein trauriges Gefühl.“ Der Part des alten Professors sei eine wichtige Rolle für seine Karriere gewesen. Dabei war sich das Team vor der Welturaufführung gar nicht so sicher, ob die Show auch ein Erfolg wird. Die Weltpremiere vor Publikum war gleichzeitig der erste Durchlauf des gesamten Stücks, die Darsteller waren sich teilweise unsicher, welche Szene folgte – doch das Publikum feierte die Show mit Standing Ovations und unglaublichem Jubel. Vor einer Szene hatte Kranner schreckliche Angst, wie er zugibt: gemeint ist die Szene, in der er am Geländer hängt. „Wir wussten nicht, wie sie technisch zu lösen ist,“ erklärt er. Nach vielen Versuchen hat Roman Polanski schließlich aus Paris ein Spezialgeschirr mitgebracht, das zuvor ein Stuntman aus einem Superman-Film genutzt hatte. Wie viele Fans hofft auch Kranner, dass die Vampire ihren Weg zurück nach Österreich und Deutschland finden – vielleicht ja zum 20jährigen Jubiläum der Premiere 2017. „Es ist so gelungen. Es ist eine Super-Musik, es ist spannend, es ist erotisch, es ist ein wenig lustig. Da bin ich doch noch sehr verbunden mit,“ beschreibt Kranner seine Beziehung zu diesem Musical.

Bereits vor dem TANZ DER VAMPIRE war Kranner 1993 als Luigi Luccheni in ELISABETH zu sehen. Außerdem spielte er in CITY OF ANGELS und in HELLO DOLLY. Seine zweitliebste Musicalrolle sei allerdings der Monsieur Thénardier in LES MISERABLES.

Aktuelle und zukünftige Projekte

Der Fiat Multipla

© Gernot Kranner

Mittlerweile hat Kranner auch viele weitere Aufgaben und Projekte. Sein Lieblingsprojekt ist derzeit seine eigene Musicalschule, die Musical Academy Murtal. Pro Jahr werden hier 60 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Eine davon gewann die österreichische Castingshow „Helden von morgen“, ein weiterer Schüler spielte die Kinderhauptrolle in der Wiener Inszenierung von ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK. Außerdem arbeitet Kranner gerade an seinem Solo-Programm „Augen auf und durch“, ein Chansonabend mit Liedtexten von Kranner und Musik von Walter Lochmann. Zu hören gibt es lustige und besinnliche Lieder. Daneben dreht er den Film „Böse Tanten“, ein Pilotprojekt für eine Sitcom mit Monty Python Humor, viel Slapstick und grellster Komik. Derzeit spelt er zudem in dem von ihm geschriebenen Kinderstück PINOCCHIO! alle Rollen und bereitet sein neues Kinderstück PETER PAN vor.

Übernachtungen im Auto

Wo er auch auftritt – nach Wien ziehen Kranner vor allem seine beiden Kinder zurück. Außerdem schätzt er das kulturelle Umfeld der Stadt: „Die Menschen auf der Straße sehr offen für Kunst und Kultur.“ Kranner mag es auch, dass ihn in Wien viele Menschen erkennen und ansprechen. Hatte er mal in Deutschland zu tun, übernachtete Kranner tatsächlich im Auto, wie er erzählt: „Ich habe ein Auto, das ist superhässlich. Das ist ein Fiat Multipla, das schaut aus wie ein hässliches Entlein. Das ist aber diebstahlsicher, so eins stiehlt kein Mensch. Das hat aber einen Vorteil: Wenn man hinten die Sitze rausnimmt, kann man eine Matratze reinlegen. Wenn ich quer liege, dann geht sich mit meinen 1,77 genau aus und da schlafe ich dann gerne in dieser Unterkunft.“

Für die Musicalbranche hat Kranner einen Wunsch: „Wenn hier in den Landen ein bisschen mehr Mut und vielleicht auch ein bisschen mehr Geld für Musical zur Verfügung stehen würde.“ Es gäbe viele gute Autoren und Komponisten, nun bräuchte es nur mehr Mut, um auch neue Produktionen auf die Bühne zu bringen.

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (25.01.2015)

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