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Franziska Schuster Interview – Musical1 Podcast 62

Heute zu Gast im Musical1 Podcast: Die Musical-Darstellerin Franziska Schuster. Ab September wird sie den Part der Constanze Weber im Musical MOZART! Im Wiener Raimund Theater spielen. Im Interview berichtet sie nicht nur über dieses und vorangegangene Engagements, sondern erklärt auch den langen Weg von der ersten Bewerbung bis zur Vertragsunterzeichnung für ein Musical.

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Franziska Schuster
Franziska Schuster © Agentur Shanti

Von Brandenburg nach Wien

Aufgewachsen ist Franziska Schuster in einer kleinen Stadt im Nordwesten Brandenburgs. Die trägt den Namen Kyritz an der Knatter, ein Name, der natürlich immer wieder für Heiterkeit sorgt. Die Stadt verdankt ihn der Legende nach den Mühlrädern, deren Knattern schon aus der Ferne zu hören war. In Kyritz an der Knatter ging Franziska auch zur Schule und machte ihr Abitur. Neben der Schule probierte sie viele Freizeitbeschäftigungen aus, machte auch Musik, lernte Klavier, und tanzte bei Dance for Fans. Außerdem sang sie im Schulchor. Kurz vor dem Abitur hatte sie dann ihre erste eigene Band.

Direkt nach dem Abitur bemühte sie sich auch um einen Studienplatz. Zunächst wählte sie aber keinen Bühnenberuf – Franziska studierte Zahnmedizin. Fünf Semester lang studierte sie sehr erfolgreich und stand kurz vor der Zwischenprüfung, als sie sich entschied, bei der Casting-Show „Ich Tarzan, Du Jane“ mitzumachen. Es war nicht Franziskas erste Casting-Show-Erfahrung: „Im Vorfeld dieser Casting-Show hatte sie schon viel Kontakt mit diesen Formaten, weil ich genau in der Zielgruppe war. Ein, zwei Mal habe ich mich auch selbst beworben, unter anderem bei DSDS.“ Ihre Erfahrungen dort waren vor allem ernüchternd, erinnert sich Franziska, da die Shows gar nicht so ablaufen, wie man es im Fernsehen mitbekommt. Sie kam zwar bei DSDS nicht in den Recall, konnte die Erfahrungen aber zu „Ich Tarzan, Du Jane“ mitnehmen.

Erfolg beim Casting und in der Ausbildung

Bei der Casting-Show bewarb sie sich, da sie das Genre Musical schon längere Zeit faszinierte. Die Verbindung aller drei Sparten Gesang, Tanz und Schauspiel fand Franziska interessant. Beim Musical-Casting kam Franziska dann auch bis ins Finale. Als besonderen Bonus betrachtet sie dabei die Tatsache, dass sie ganz ohne Erwartungen ins Casting gegangen ist und durch die Zahnmedizin einen Rückhalt hatte. Heute, als erfahrene und ausgebildete Musical-Darstellerin würde Franziska nicht noch einmal an einer Casting-Show teilnehmen. Damals sei es aber genau das richtige für sie gewesen.

Durch die Casting-Show erhielt Franziska auch die Möglichkeit, drei Monate in die Ausbildung an der Joop van den Ende Academy hineinzuschnuppern. Ein Jury-Mitglied machte ihr das Angebot. Dass sie keine Audition bewältigen musste und in keinen Jahrgang integriert war, brachte ihr natürlich einen gewissen Sonderstatus unter ihren Mitstudenten ein. Das Studium war erst einmal eine schwierige Erfahrung für Franziska, hat ihr aber geholfen, Defizite zu entdecken. Im Bereich Schauspiel hatte sie nur wenig Erfahrung, auch technische Grundlagen im Ballett und Jazzdance fehlten ihr. Am Ende der drei Monate konnte sie ihr Studium regulär fortsetzen und war ab dann auch in einem Jahrgang integriert.

Als prägende Person in der damaligen Zeit bezeichnet Franziska die Sängerin und Schauspielerin Annika Bruhns. Die gab damals Stunden in Liedinterpretation. „Sie hat mir schon ganz früh bewusst gemacht, dass man sich in diesem Beruf mit ganz vielen Wassern waschen muss und dass es ein Haifischbecken ist,“ erklärt Franziska. Prägend sei auch ihre Gesangslehrerin gewesen, die ihr viele Freiheiten gelassen habe, ihr Material auszuwählen.

Bisherige Engagements

Mittlerweile hat Franziska schon in fast zehn Produktionen mitgespielt. Noch während des ersten Ausbildungsjahres ging sie mit der Gala MUSICALFIEBER auf Tournee. Außerdem trat sie mit MUSICAL ROCKS auf. Die erste eigentliche Musical-Rolle erhielt sie 2010 in TUTANCHAMUN in Wien. Mit der englischsprachigen Produktion reiste Franziska nach Ägypten und trat in Kairo und Alexandria auf. Ihr erstes Engagement in einer Großproduktion erhielt sie in SISTER ACT am Ronacher in Wien, wo sie als Swing und Cover Mary Robert mitspielte. Danach folgte bei der Uraufführung von EGON SCHIELE – DAS MUSICAL zum ersten Mal die Chance, eine Rolle für ein Musical zu entwickeln. Kurz vor der letzten Vorstellung von SISTER ACT verletzte Franziska sich am Knie. Ihre geplante Rolle bei NATÜRLICH BLOND musste sie daher absagen. Ein dreiviertel Jahr konnte sie keine Rollen mehr annehmen. Weiter ging es für sie 2013 bei den Gandersheimer Domfestspielen. Dort spielte sie als Sally Bowles in CABARET ihre erste Hauptrolle und außerdem in der Uraufführung von MARIA, IHM SCHMECKT’S NICHT. Im vergangenen Jahr war sie in Bad Gandersheim als EVITA zu sehen und in einer weiteren Uraufführung, in GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN. Zuletzt spielte sie wieder in Wien, im Ensemble von MAMMA MIA!, für das sie auch das Cover Sophie gab.

Franziska Schuster

© Agentur Shanti

MAMMA MIA! ist für Franziska eine „alte Bekannte“ unter den Großproduktionen. Die Audition zu diesem Musical in Berlin am Theater am Potsdamer Platz war ihre allererste reguläre Audition, direkt nach ihrer Teilnahme bei „Ich Tarzan, Du Jane“. Damals scheiterte sie am Tanz. Einige Jahre später tatsächlich die Rolle der Sophie spielen zu können, ist für Franziska natürlich etwas Besonderes. Nach ihrer Verletzung ist MAMMA MIA! zudem das erste Stück, in dem sie wieder tanzen muss. Franziska liebt das ABBA-Musical: „Es ist eine Feelgood-Show und nicht umsonst eine der erfolgreichsten Shows weltweit.“

Ab September spielt Franziska dann die Constanze Weber im Musical MOZART!, eine Chance, auf die sie sich bereits sehr freut. „Es ist eine wunderbare Rolle in einem Welterfolg von Sylvester Levay und Michael Kunze, unter der Regie von Harry Kupfer,“ erklärt sie. „In einem Stück von diesem Team zu spielen, war schon immer ein Traum für mich.“ Darüber hinaus habe sie auch an der Audition der Vereinigten Bühnen Wien teilgenommen, da es wichtig sei, dort immer im Gespräch zu bleiben und Interesse zu signalisieren.

Von der Ausschreibung bis zur Vertragsunterzeichnung

Der Weg von der Audition bis zur Vertragsunterzeichnung ist lang. Sechs bis neun Monate vor Start der Produktion gibt es die Ausschreibung. Auf diese Ausschreibung kann man sich bis zu einer bestimmten Frist bewerben. Dann gilt es erst einmal zu warten. Hört man nichts, ist man automatisch nicht eingeladen. Kommt die Einladung, muss man für den Tag Urlaub nehmen, die Audition vorbereiten und die Reise planen. Die Kosten für Anreise etc. muss man in der Regel selber tragen. Der Ablauf ist dann immer recht unterschiedlich, mal kommt zuerst das Vortanzen, mal zuerst das Vorsingen. Nach der Audition heißt es wieder einmal: warten. Entweder kommt dann eine Absage oder man wird zur zweiten und eventuell auch zur dritten Runde eingeladen. In diesem Fall erhält man Material aus dem Stück, das man vorbereiten muss. Mit etwas Glück kennt man die Stücke schon, ansonsten muss man sich wieder Hilfe suchen und eventuell noch einmal Unterricht nehmen. Hat man die zweite und dritte Runde überstanden, gibt es entweder eine Absage oder eine Zusage und ein Vertragsangebot. Über das Vertragsangebot muss aber noch verhandelt werden, entweder alleine oder mit Agenten. Die Vertragsverhandlungen können schnell gehen, aber auch sechs bis acht Wochen dauern.Der ganze Prozess bis zur Unterschrift kann drei Monate in Anspruch nehmen. „Je kleiner das Theater, desto unaufwendiger ist der Prozess. Je größer die Produktion ist, desto komplexer ist dieser Prozess,“ beschreibt Franziska. „Das ist manchmal auch sehr nervenaufreibend. Vertragsverhandlungen laufen ja auch nicht immer reibungslos.“

Hat Franziska einen Vertrag erhalten, darf sie meistens noch nicht direkt darüber reden. Seit ihrer Verletzung fällt ihr das aber nicht mehr schwer: „Seitdem ich einen Vertrag von einer Sekunde auf die andere verloren habe, weiß ich, die ungelegten Eier sind wirklich ganz zerbrechliche ungelegte Eier.“ Mit ihrer Mutter und guten Bekannten und Vertrauten spricht Franziska aber schon über ihre Engagements und Pläne.

Freut sich auf MOZART! in Wien

Jetzt ist sie erst einmal sehr gespannt auf die MOZART!-Inszenierung von Harry Kupfer. Für Wien soll das Musical komplett neu inszeniert werden. Franziska freut sich auf die Probenarbeit mit dem Regisseur und darauf, mit Sylvester Levay vielleicht ganz neue Songs zu erarbeiten.

In den vergangenen beiden Jahren stand Franziska auch für die Gandersheimer Domfestspiele auf der Bühne. Mit diesen Engagements verbindet sie sehr viel: Es war der Wiedereinstieg nach ihrer Verletzung und sie durfte dort gleich zwei große Frauenrollen und zwei Uraufführungen spielen. Das war ein besonderes Geschenk für sie. Auch zwischenmenschlich hat sie viel mitbekommen. „Das war Balsam für die Künstler- und auch für die Franzi-Seele,“ erklärt sie.

Traumrollen gibt es für Franziska natürlich noch: So hat sie zum Beispiel die Hoffnung, einmal in ELISABETH mitzuspielen – nicht unbedingt als Hauptrolle, aber gerne im Ensemble. Auch die Donna in MAMMA MIA! würde sie gerne spielen. Zwei ihrer Traumrollen konnte sie schon übernehmen, die Sally Bowles in CABARET und EVITA.

Aktuell lebt Franziska Schuster in Wien. Dort gefällt ihr momentan der Sommer am besten. Bei dem schöne Wetter könne man herrlich den Stadtpark oder den Schlosspark Schönbrunn erkunden. Besuchern empfiehlt Franziska außerdem eine Donau-Schifffahrt oder mit dem Fahrrad an der Donau entlangzufahren. Auch die sehr abwechslungsreiche Kultur- und Theaterlandschaft sei ein Erlebnis. Und der obligatorische Sightseeingspaziergang durch die Innenstadt muss natürlich auch sein.

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (18.08.2015)

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