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Faszination TANZ DER VAMPIRE oder “Das Märchen vom ewigen Tanz”

Vor fast 20 Jahren produzierten die Vereinigten Bühnen Wien ein Musical, welches sich zu einem echten Kassenschlager entwickelte – TANZ DER VAMPIRE. Das Musical strahlt eine Faszination aus, die kaum zu erklären ist und sich von Jahr zu Jahr vergrößert. Doch was macht diesen Erfolg aus? Was ist es, dass die „Unstillbare Gier“ der Fans nach dem Stück, basierend auf dem Film „The Fearless Vampire Killers“ von Roman Polanski, immer wieder aufs Neue erwachen lässt? Um die Antworten zu finden, haben wir erneut eine Vorstellung der aktuellen Produktion im Berliner Theater des Westens besucht und haben dabei verschiedene Aspekte genauer in Augenschein genommen.

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Mark Seibert als Graf von Krolock, Veronica Appeddu als Sarah
Tanz der Vampire Graf und Sarah © Stage Entertainment

Die Musik als Lockmittel

Am bekanntesten dürfte wohl die Melodie des Titels „Totale Finsternis“ sein, welche auf dem Welthit „Total eclipse of the heart“ von Bonnie Tyler basiert und als wiederkehrendes Thema in das Musical integriert ist. Doch Jim Steinman als Komponist hat nicht nur auf bekannte Rock- und Popsongs gesetzt, sondern auch teilweise auf seine früheren Werke zurückgegriffen. Auch Songs bzw. Melodien und Themen aus Liedern von Meat Loaf und David Bowie haben ihren Weg in das Stück gefunden und sorgen dafür, dass aus dem nahezu durchkomponierten Werk zahlreiche Titel im Gedächtnis bleiben.

Tanz der Vampire Alfred und Sarah

© Stage Entertainment

Die Musik wechselt zwischen romantischen Balladen wie etwa „Für Sarah“ und rockigen Ensemblenummern bei „Carpe Noctem“. So ist es auch für Musical-Neulinge leicht, Songs zu finden, die sich ins Gedächtnis schleichen, denn das Musical bedient geschickt die verschiedenen Geschmäcker und öffnet sich damit einem breiten Publikum. Dies ist sicher auch einer der Gründe für den weltweiten Erfolg des Stückes. Auch der neuen Berliner Cast von 2016 gelingt es das Publikum im Stage Theater des Westens mit den wundervollen Melodien zu fesseln.

Der Vampir als Spiegelbild der Menschheit

Die Liste der Bücher, Filme und Serien zur Vampirthematik ist schier endlos und die Begeisterung für das Thema keinesfalls erst seit der Twillight-Saga oder Vampire Diaries existent. Dabei erscheint der Vampir nicht nur als grausamer Blutsauger, sondern ist gleichzeitig auch als erotischer Verführer oder romantischer Liebhaber präsent. Er ist Suchender und Zweifler, Träumer und Realist. Damit ist er ein Spiegelbild der Menschheit und bietet jedem die Möglichkeit, einen Teil seiner Selbst in der Figur eines Vampirs wiederzufinden. Dies macht es immer wieder aufs Neue spannend, denn so wie der Mensch sich in verschiedenen Situationen verändert, so ändert sich auch das Bild eines Vampires im Laufe der Zeit.

Die Grafenrolle im Wandel der Zeit

So facettenreich wie der Vampire im Allgemeinen ist auch die Grafenrolle im Speziellen. Die Interpretation der Figur, beginnend mit dem ersten Grafen von Krolock Steve Barton bis hin zum aktuellen Grafen Mark Seibert, ist für jeden Darsteller eine besondere Herausforderung und führt bereits im Vorfeld zu zahlreichen Diskussionen unter den Fans. Jeder Künstler verleiht dem Vampiroberhaupt seine ganz eigene Note und erarbeitet damit das Bild des Grafen neu, ohne dabei die Grundstruktur zu verändern.

Tanz der Vampire beim Grafen

© Stage Entertainment

Auch Mark Seibert gelingt es, sein persönliches Bild des Grafen zu zeichnen. Spätestens mit ihm wurde auch die Frage geklärt, ob der Graf ein Tenor „sein darf“. Drew Sarich hat dies bereits gezeigt und Seibert bestätigt es.Seibert lässt den Grafen sanft und verführerisch wirken und gibt einen Einblick in seine Einsamkeit. Aber immer brodelt es unter der Oberfläche und Kraft aber auch Verletztlichkeit blitzen in den verschiedenen Szenen auf. Seiberts präzises Timing ist beindruckend. Wenn er durch den Saal schreitet ist er nicht einen Takt zu früh oder zu spät auf der Bühne. Und diese unterschiedlichen Darstellungen des Grafen, immer ähnlich, aber eben nie ganz gleich, machen den Reiz aus. Je nach Betrachtungswinkel schwankt der Graf zwischen dem bösartigen Monster und einer verzweifelten Seele.

Bei keiner anderen Musicalrolle wird im Vorfeld so viel über die Besetzung diskutiert wie bei Graf Krolock. In diversen Foren und auf den Social Media Kanälen wird wild spekuliert, gewünscht und geschimpft. Das zeigt wie sehr die Fans diese Rolle vergöttern.

Die Möglichkeit der Identifikation

Zahlreiche Stücke sind darauf angelegt, dass es einen Helden und einen Gegenspieler gibt. Auch bei TANZ DER VAMPIRE fällt es auf den ersten Blick leicht, in Gut und Böse zu unterteilen. Aber spätestens nach einem zweiten Blick stellt der Zuschauer fest, es ist eben nicht alles schwarz und weiß, sondern es gibt eine unendliche Zahl von Grautönen.  Alfred als schüchterner Assistent überwindet seine Zurückhaltung und erobert seine Sarah für sich. Dabei ist, wie bei einer typischen Heldenreise, in jeder Szene seine Entwicklung zu beobachten. Anfangs noch schüchtern im Umgang mit Sarah, gut zu sehen und zu hören in “Ein Mädchen das so lächeln kann” flirtet er in “Alles ist hell” unverblümt mit Magda und endwickelt sich zum Helden und Kämpfer in “Für Sarah”. Und schlussendlich ergibt er sich seinem Schicksal. Wenn das Vampirdasein der Preis ist, den er für eine Zukunft mit Sarah zahlen muss, dann soll es so sein.

Tanz der Vampire Pfählung

© Stage Entertainment

Doch auch die anderen Rollen bieten die Möglichkeit zur Identifikation. Ob nun Chagall als besorgter Vater , der sich immer wieder fragt, ob eine schöne Tochter wirklich ein Segen ist, Professor Abronsius als zerstreuter Wissenschaftler, der verzweifelt um Anerkennung ringt oder Rebecca, die die Tochter und den Ehemann verliert und damit allein zurückbleibt. Selbst Herbert ist tiefgründiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Er „lebt“ im Schatten seines Vaters und wird sich auch nicht von diesem lösen können. Und auch Magda bietet Potential zur Identifikation. Zuerst noch von Chagall unterdrückt, nimmt sie ihr Vampirdasein an und ergreift fortan die Initiative.

Das überraschende Ende

Das Ende von TANZ DER VAMPIRE ist sowohl überraschend, als auch frei interpretierbar. So wie sich jeder mit einer anderen Rolle identifizieren kann, so sieht auch jeder das Ende anders. Die einen sehen ein Happy End, wenn Alfred und Sarah in die Welt ziehen, um dort gemeinsam ihr Vampirdasein auszuleben. Die anderen sehen die Katastrophe: Alfred und Sarah sind Vampire geworden, haben jegliches Mitgefühl verloren und werden die Menschheit ausrotten. Und auch beim Grafen ist es eine Frage der Betrachtung. Ist er erlöst von seinem Leid und hat endlich seine Ruhe gefunden oder hat er den Kampf um Sarah verloren? Sind Magda und Chagall Verlierer oder haben sie endlich zueinander gefunden. Geht es Rebecca ohne ihren ehebrecherischen Mann besser oder wird sie für immer die trauernde Witwe bleiben?

Lediglich Professor Abronsius hat sein Ziel erreicht. Er hat den Beweis dafür, dass seine Theorie korrekt ist. Und das war es schließlich, was ihm wichtig war. Oder hat er doch verloren, weil er zwar die Theorie bewiesen hat, aber niemals die Anerkennung dafür bekommen wird? Die Entscheidung, ob wir mit glasigen Augen und Händen wie Eis nach Hause gehen oder mit der Erkenntnis, dass für einen Vampir tot zu sein komisch ist, bleibt uns selbst überlassen.

Eines jedoch lässt sich nicht leugnen: Das Gesamtkonzept von TANZ DER VAMPIRE überzeugt und der Besuch des Stückes ist immer eine gute Entscheidung. Also sei bereit wenn dich der Graf zum Tanz bittet.

Besetzung der besuchten Vorstellung:

  • Graf von Krolock: Mark Seibert
  • Sarah: Marina Manigkio
  • Alfred: Noah Wili
  • Professor Abronsius: Victor Petersen
  • Chagal: Nicolas Tenerani
  • Magda: Merel Zeeman
  • Herbert: Milan van Waardenburg
  • Rebecca: Pamela Zottele
  • Koukol: Paolo Bianca

Tanzolisten:

Kevin Schmid, Máté Gyenei, Alessandra Bizzarri

Gesangssolisten:

Sander van Wissen, Kirill Zolygin

Tanzensemble:

Joe Nolan, Alex Hyne, Nicola Trazzi, Veronika Endres, Samantha Harris-Hughes, Vicki Douglas, Nicole Ollio

Gesangsensemble:

Kevin Hudson, Michael Anzalone, Pascal Höwing, Sanne Buskermolen, Anja Wendzel, Karolin Konert, Fleur Alders, Astrid Gollob

 

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Kategorie: Tanz der Vampire

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (20.06.2016)

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