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MY FAIR LADY: Es grünt so grün im Theater Krefeld

Das Musical mit der Musik von Frederick Loewe und den Texten von Alan Jay Lerner ist sicher jedem ein Begriff, schon durch das Lied „Es grünt so grün“. Seit Oktober 2015 ist MY FAIR LADY in einer Inszenierung von Roland Hüve im Theater Krefeld zu sehen. Musical1 hat sich das Musical angesehen.

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My Fair Lady Krefeld
My Fair Lady Krefeld © Stutte

Endlich auch in Krefeld

Am 10. Oktober 2015 feierte MY FAIR LADY endlich auch in Krefeld Premiere am Stadttheater und sorgt für ein volles Haus. Auch am Freitag, dem 15. Januar 2016, scheint die Vorstellung restlos ausverkauft zu sein.

Vom Blumenmädchen zur Lady

„Wissen Sie, Mrs. Higgins, der Unterschied zwischen einer Lady und einem Blumenmädchen liegt nicht darin, wie sie sich benimmt, sondern wie man sie behandelt.“ (MY FAIR LADY) Sie ist eines von vielen Blumenmädchen auf dem Markt von Covent Garden, doch trotzdem sticht sie heraus. Ihre Sprache ist alles andere als salonfähig, sie ist frech, derb und sie redet gerne. Am besten Rund um die Uhr. Unverhofft trifft Eliza Doolittle auf den Phonetikprofessor Henry Higgins, der alles andere als ein kleines Selbstbewusstsein hat. In seiner großspurigen Art behauptet er – vor seinem Kollegen Oberst Pickering – aus Eliza innerhalb von sechs Monaten eine feine Dame in einem Blumenladen machen zu können. So nimmt alles seinen Lauf: Ein Experiment beginnt, das sich wohl alle Beteiligten einfacher vorgestellt haben. ‚G‘ statt ‚ J‘, aus ‚E‘ wird ‚ei‘ und aus der Lehrer-Schüler-Beziehung langsam mehr. Langsam verändert sich die Abhängigkeit der beiden, war das Blumenmädchen anfangs angewiesen auf den Phonetiker, so kann er am Ende nicht mehr ohne Eliza leben (Song: Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht).

Inszenierung und Bühnenbild

My Fair Lady Krefeld Tanz

© Stutte

Regisseur Roland Hüve bleibt relativ nah am Ursprung des Musicals und versucht nicht, es auf Biegen und Brechen in das Hier und Jetzt zu befördern. Lediglich die Anfangssequenz weicht ab. Henry Higgins (Markus Heinrich) betritt die Bühne, er gibt ein Zeichen und der Vorhang hebt sich. Es wirkt so, als würde er das Publikum in seine Erinnerungen einladen, als würde er uns erzählen, wie damals alles abgelaufen ist. In dem  Moment wo sich der Vorhang hebt, scheint Higgins den Deckel einer Spieldose öffnen. Dazu passt auch die Drehscheibe – mit einer zusätzlich aufgesetzten zweiten Drehscheibe – die Okarina Peter und Timo Dentler zum zentralen Element des Bühnenbildes machen. Auf ihr werden nur die nötigsten Möbelstücke und Requisiten positioniert, durch eine Wand wird die Drehscheibe halbiert. Jede Drehung offenbart so immer wieder neue Situationen und Orte. Leider drehte sich bei jeder Bewegung der unteren Scheiben die obere mit – ein sehr unruhiges Bild für das Auge. Dies lenkte ebenso vom Geschehen ab, wie die hell gekleideten Bühnenarbeiter, die bei einigen Umbauten auf der Rückseite der Drehscheiben zu sehen sind– schwarze Kleidung hätte hier Abhilfe geschaffen. Umgeben ist die Drehscheibe von hohen Rahmen, die durch ihre Beleuchtung an ein altes Jahrmarktkarussell erinnern. Hüve sieht MY FAIR LADY als „kleine Antiquität“, das zeigt auch das Bühnenbild, durch das man sich in eine vergangene Zeit versetzt fühlt.

Der perfekte Klangteppich

Immer häufiger kommt die Musik oder ein Großteil dieser vom Band. Im Theater Krefeld hingegen erweckt ein voll besetzter Orchestergraben unter der Leitung von Andreas Fellner die Musik von Frederick Loewe zum Leben. Die Niederrheinischen Sinfoniker schaffen einen perfekten Klangteppich für die Solisten, den Opernchor und die Tänzer aus dem Ballettensemble des Gemeinschaftstheaters und präsentieren sich als Highlight des Abends.

Die Darsteller

My Fair Lady Krefeld Eliza

© Stutte

Hier sticht vor allem Markus Heinrich als Professor Henry Higgins heraus. Er präsentiert Higgins rollengerecht: herrlich arrogant, übertrieben selbstbewusst und uncharmant. Man glaubt ihm jedes Wort, als er sich wünscht „Kann eine Frau nicht sein wie ein Mann“ und hofft mit ihm, dass Eliza ihm verzeiht, als er merkt „Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht“. Heinrich überzeugt sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Dass seine Rolle auf diesem hohen Niveau brillieren kann, liegt aber auch an dem Zusammenspiel mit Debra Hays, die in die Rolle Mrs. Pearce, Higgins Hausdame, schlüpft. Susanne Seefing gibt an diesem Abend das Blumenmädchen und überzeugt vor allem schauspielerisch durch ihre Verkörperung der derben, frechen Eliza und ihrem Straßenslang. Gesanglich lassen sich leider Emotionen vermissen, technisch ist der Gesang jedoch einwandfrei. Als komödiantische Highlights erwiesen sich an diesem Abend Thomas Peter als Oberst Pickering und Hayk Dèinyan in die Rolle des Alfred P. Doolittle. Leider versteht man Hayk Dèinyan in seinen Gesangsparts nicht immer. Johanna Lindinger, die bereits bei ME AND MY GIRL als Maria, Herzogin von Dene, am Theater Krefeld und Mönchengladbach zu sehen war, schlüpft in die Rolle der Mrs. Higgins. Herrlich garstig weist sie ihren Sohn immer wieder in seine Schranken und protegiert mehr und mehr Eliza. Die Überraschung des Abends ist definitiv James Park als junger Freddy Eynsford-Hill. Park ist Mitglied des Opernstudios Niederrhein, überzeugt stimmlich und überspielt einen kleinen Stolperer souverän.

Fazit

Ein wirklich gelungener Theaterabend, der sich besonders durch seinen vollen Orchesterklang abhebt. Hüve und sein Team setzten in dieser Produktion weniger auf prachtvolle und üppige Bühnenbilder, dieser Abend lebt von der Besetzung, die sich aus dem Musiktheaterensemble, dem Opernchor und dem Ballettensemble zusammensetzt. Wer sich diese Produktion noch anschauen möchte, muss schnell sein, denn es gibt nur noch wenige Tickets. Karten kann man über die Homepage des Theaters oder direkt über die Theaterkasse erwerben.

Termine

  • Donnerstag, 04.02.2016 19:30 Uhr
  • Samstag, 13.02.2016 19:30 Uhr
  • Samstag, 27.02.2016 18:00 Uhr
  • Freitag, 04.03.2016 19:30 Uhr
  • Mittwoch, 23.03.2016 19:30 Uhr
  • Sonntag, 03.04.2016 18:00 Uhr
  • Donnerstag, 21.04.2016 19:30 Uhr

Einen Einblick gibt auch der Trailer.

Kategorie: Kritiken,My Fair Lady

Tags:

Autor: K. Heinen (18.01.2016)

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