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Erfolgreiche SHYLOCK!-Premiere mit Standing Ovations in Pforzheim

Am 8. April 2017 feierte SHYLOCK! im Theater Pforzheim mit großem Erfolg Premiere. Standing Ovations und viel Beifall quittierten die gelungene Show. 2012 hatte SHYLOCK! seine Uraufführung in Innsbruck und feierte nun seine deutsche Erstaufführung. Wie schon bei der Uraufführung übernahm auch diesmal Chris Murray die Rolle des Shylock.

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Der Vertragsabschluss
SHYLOCK! ©Sabine Haymann

Eine hoch bejubelte Premiere

Am 8. April 2017 feierte SHYLOCK! Seine deutsche Erstaufführung im Theater Pforzheim – und das mit durchschlagendem Erfolg. Das Musical aus der Feder Brigitte Fassbaender und Stephan Kanyar feierte 2012 im Theater Innsbruck seine Uraufführung und kehrte nun etwas abgeändert nach Pforzheim zurück.

Ein folgenschwerer Pfandvertrag

Das Musical basiert auf Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ und beleuchtet das Leben des dortigen Antagonisten Shylock. Dieser ist ein jüdischer Geldverleiher, dessen Wege sich in der Vergangenheit immer wieder mit denen des Kaufmanns Antonio im Schlechten kreuzten. Nach vielen Jahren bekommt Shylock die Chance, sich dafür zu rächen. Antonio bürgt für seinen früheren Geliebten Bassanio für einen Kredit, den dieser für die Hochzeit mit der schönen und reichen Portia benötigt. Der Kaufmann hat all sein Vermögen in Schiffe gesteckt und kann seinem Freund deshalb das Geld nicht selbst geben. Sie gehen zu Shylock, der ihnen einen Kredit gewährt, jedoch mit einem ungewöhnlichen Pfand, den Antonio unterschreibt ohne ihn zu lesen. Als diese den Kontor verlassen, erinnert sich Shylock an seine Kindheit, während der Antonio und seine Freunde ihm das Leben schwer machten und er schließlich die Schule verlassen musste. Bassanio hat sich inzwischen mit seinem Freund Lorenzo auf den Weg zu Portia gemacht. Lorenzo bittet Portia um Unterschlupf für eine Nacht, wenn er heimlich mit Jessica – Shylocks Tochter – flieht, um mit ihr zusammen sein zu können. Dann lässt er das junge Liebespaar allein. Kurz darauf wird der Geldverleih vor Zeugen amtlich gemacht und nun erfährt Antonio, welchen Pfand er unterzeichnet hat: ein Pfund seines Fleisches aus einer Stelle seines Körpers, die Shylock beliebig wählen darf. Trotz allen Bemühungen Bassanios Antonio davon abzuhalten, stimmt Antonio zu, der sich sicher ist, dass seine Schiffe binnen drei Monate zurückkommen werden. Doch schon bald kommen Gerüchte über den Untergang aller Schiffe auf und Shylock sieht seine Vergeltung in greifbarer Nähe. Bestärkt in seinem Beschluss wird er, als Jessica mit ihrem Geliebten Lorenzo heimlich flieht, nachdem Shylock ihr ausdrücklich den Kontakt mit dem Christen verbot. Nun ist Shylock mehr denn je dazu entschlossen, Antonio und damit auch alle Christen für die Ungerechtigkeiten die ihm widerfahren sind, bezahlen zu lassen. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, in der Shylock sein Recht einfordert und Antonio um sein Leben bangen muss.

Eine stimmige Atmosphäre

Eingestimmt wurde das Publikum von einem Vorhang, auf den die Wasserstraßen von Venedig gezeichnet waren. Die meiste Zeit bestand das Bühnenbild aus Wänden mit Schubregalen und einer Decke, die Shylocks Büro bildeten. Die Decke wurde manchmal heruntergelassen und diente als Rampe. Zwei kleine Brücken an den Seiten komplettierten das Bühnenbild, das Isabelle Kittnar entwickelte. Auch für die Kostüme war sie verantwortlich. Anfangs waren die zum Teil sehr farbenfrohen, modischen Kostüme gewöhnungsbedürftig, doch stellten sie einen passenden Kontrast zu Shylocks klassischem schwarz-weißen Outfit dar, wodurch die Abgrenzung auch optisch unterstrichen wurde.
Neben dem Bühnenbild und den Kostümen ist auch die Choreografie entscheidend, die Janne Geest zum Stück passend kreierte. Vervollständigt wird das kreative Team von dem musikalischen Leiter Tobias Leppert, der Dramaturgin Annika Hertwig, Tobias Bode, der neben seiner Rolle auf der Bühne die Regie unterstützte und Alexander May, der für die Inszenierung zuständig ist.
Besonders gelungen erschienen die Rückblenden. Diese wurden mit Schattenspielern hinter einer Wand dargestellt, mit denen Shylock davor interagierte. Dies sorgte für eine stimmige Atmosphäre, die die Rückblenden zudem klar von der Gegenwart abgrenzte. Zusammen hat das Team dafür gesorgt, dass dieses stimmungsvolle und tiefgründige Musical dem hohen Niveau, das das Theater Pforzheim schon mehrfach unter Beweis stellte, gerecht wurde.

Darstellerische Glanzleistung

Sowie das Team hinter der Bühne, wie unter anderem auch Bühnen-, Ton- und Lichttechniker, für eine großartige Leistung sorgten, so bewiesen auch die Darsteller auf der Bühne wieder großes Können.
Die Titelrolle des Shylock wurde mit Chris Murray besetzt. Dieser wurde am Theater Pforzheim mit der Titelrolle in DRACULA bekannt und begeisterte später auch in CHESS und aktuell in CANDIDE das Publikum. Die Lieder sind ihm praktisch auf den Leib geschrieben und vor allem die emotionsstarken Lieder „Sie schlagen ihre Türen zu“ und „Wenn ihr uns stecht“ riefen Gänsehaut und Begeisterung hervor. Er verkörperte Shylock als einen Mann, der viel erdulden musste und nun endlich seine Chance auf Gerechtigkeit sieht und entschlossen ist, diese mit allen Mitteln auch einzufordern. Auf der anderen Seite zeigte er Shylock als liebenden Vater, der sich an seine einzige Tochter klammert, die sein Ein und Alles ist.
Seinen Erzrivalen Antonio spielte Paul Jadach. Überzeugend mimte er Antonio als arglosen und selbstbewussten Kaufmann, der es gewohnt ist, alles zu bekommen und erfolgreich zu sein. Gleichzeitig arbeitete er vor allem zu Beginn den Konflikt heraus, den er verspürt, als sein Freund Bassanio die Beziehung beendet und zugleich um seine Hilfe bittet. Auch die Ahnungslosigkeit und Verwirrung über Shylocks Hass glaubte man ihm sofort. Besonders in den Liedern „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“ und „Was ist denn über ihn gekommen?“ glänzte er.
Philipp Moschitz hatte die Rolle von Antonios Freund Bassanio inne. Der heißblütige und selbstbewusste junge Mann, der Hals über Kopf in die schöne Portia verliebt ist und alles tun würde, um bei ihr zu sein, glaubte man ihm sofort. Doch auch den besorgten Freund, der verzweifelt versucht, seinen Freund vor Shylocks Rache zu bewahren, spielte er sehr glaubhaft. In dieser Inszenierung gab es ein zusätzliches Liebesduett zwischen Portia und Bassanio, was er mit einer passenden Leichtigkeit sang.
Bassanios große Liebe Portia wurde mit Danielle Rohr besetzt. Sie spielte die junge Juristin als lebensfrohen und zugleich gewitzten Menschen. Mit dem zusätzlichen Duett konnte sie die Liebe zwischen Portia und Bassanio gut herausarbeiten und vor allem ihr Solo am Ende des Stückes war sehr gelungen und zeigte auch die Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme.
Lorenzo, ein Freund von Bassanio und Portia, wurde von Tobias Bode verkörpert, der zudem bei der Regie unterstützend mitwirkte. Vor allem in dem Lied „In dieser wundersamen Nacht“ zeigte er den verliebten Mann sehr eindrucksvoll mit einer angenehmen und emotionalen Stimme.
Den Part von Lorenzos Liebe und Shylocks Tochter Jessica übernahm Caroline Zins. Sie brachte deutlich die verliebte junge Frau auf die Bühne, die sich für ihren Liebsten gegen ihren Vater stellt. Vor allem in dem Duett mit ihrem Vater Shylock kam diese rebellische Auflehnung zur Geltung. Zugleich offenbarte sie eine sehr sanfte Seite bei dem Lied „In dieser wundersamen Nacht“ mit Lorenzo, das für Gänsehaut sorgte.
Neben diesen Hauptcharakteren gab es eine Menge Statistenrollen und den Chor. Sie alle fügten sich gut ein und der Chor sang verständlich und in einer angemessenen Lautstärke. Auch das Orchester zeigte sich von seiner besten Seite.

Sehr zu empfehlen

Brigitte Fassbaender und Stephan Kanyar erschufen mit SHYLOCK! ein ausdrucksstarkes Musical mit großen Emotionen und einem Appell an die Toleranz der Menschen. Das Theater Pforzheim hat dieses Werk mit Bravur in Szene gesetzt, was ein Saal voller Standing Ovations bezeugte. Dieses Stück ist auf jeden Fall sehenswert und zu empfehlen. Es bietet einen Abend mit starken Emotionen, einer dramatischen und spannenden Handlung und unvergesslichen Eindrücken.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Autor: A. Polifka (11.04.2017)

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