Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

Erfolgreiche ELISABETH-Derniére in Weißenfels

Am 12.7.2015 hatte ELISABETH-DIE LEGENDE EINER HEILIGEN in Weißenfels nach drei Jahren Derniére. Die Laieninszenierung gewann 2014 einen Award als bestes Laienmusical Deutschlands und gab zum Abschluss nochmal alles. Als Überraschungsgast war Chris Murray als Mitglied der damaligen Originalcast zu Besuch.

Teile diesen Beitrag

Elisabeth mit Bettlern
Elisabeth – Legende einer Heilgen © music art weissenfels

Ein letztes Rosenwunder in Weißenfels

Am 12.07.2015 hob sich im Kulturhaus Weißenfels zum letzten Mal der Vorhang für ELISABETH – DIE LEGENDE EINER HEILIGEN. Drei Spielzeiten erlebte diese Show und gewann 2014 sogar den Musical1-Award als bestes Laienmusical in Deutschland (wir berichteten).

Thüringen im 13. Jahrhundert

Elisabeth kommt schon als Kind an den thüringischen Hof, um später die Frau des Landfürsten zu werden,doch schon bald wird klar, dass sie nicht so ist, wie eine Fürstin in den Augen des Adels sein sollte. Sie lehnt teure Kleider und Schmuck ab, verteilt Essen an Arme und verbringt die meiste Zeit in der Burgkapelle. Aus diesem Grund versuchen die Mutter des neuen Landfürsten Ludwig IV. Und sein Bruder ihm die Hochzeit auszureden, doch Ludwig lässt sich nicht umstimmen, denn er liebt Elisabeth und so verkündet er – nach dem Tod seines Vaters – als seine erste Amtshandlung die Hochzeit mit Elisabeth. Die Beiden sind glücklich, doch schon bald muss Ludwig aufbrechen und bittet deshalb Konrad von Marburg nach Eisenach, um sich Elisabeths anzunehmen. Der Prediger wird ihr Beichtvater und geistlicher Führer, wenn sie ihm Gehorsam schwört, was Elisabeth sofort tut.
Elisabeth errichtet während Ludwigs Abwesenheit ein Spital mit Erfolg und bei dessen Eröffnung kehrt Ludwig zurück und lernt sein erstes Kind kennen. Nichts scheint das Glück des jungen Paares trüben zu können, bis der Kaiser zum Kreuzzug ruft…

Großartige Stimmen

Dass diese Inszenierung eine Laienaufführung ist, vergisst man an einigen Stellen schnell, da phasenweise mit großer Stimmgewalt und Stimmbeherrschung aufgetreten wird.
Dies fiel zum Beispiel bei Conrad Walther als Bischof Eckbert auf, auch wenn dieser mit dem Lied „Standesgemäß“ seinen einzigen Soloauftritt in diesem Stück hatte, so sang er dies jedoch mit auffällig stimmfest.
Doch auch Klaus-Dieter Kilian überzeugte als Konrad von Marburg, auch wenn einige Liedstellen im Vergleich zum Original variierten. Dies störte jedoch nicht, sondern war offenbar eine Anpassung der Lieder an seine Stimme, was durchaus gelang. Das Highlight seines Auftritts war zweifelsohne das Duett „Abgrundtiefe Nacht“, das begeisterten Applaus einbrachte.
Dieses Duett wurde gemeinsam mit Barbara Döring gesungen, die an diesem Abend die Elisabeth hervorragend verkörperte. Eindrucksvoll war hier – neben dem bereits erwähnten Duett – vor allem auch die Todesnachricht ihres Gatten. Hier spielte sie besonders überzeugend.
Ludwig wurde an diesem Abend von Stefan Laube verkörpert. Er ging manchmal leider stimmlich ein wenig neben Elisabeth unter, jedoch war das Lied „Soweit der Himmel reicht“ großartig. Gefühl und Stimmung passte einfach perfekt.
Seinen Bruder Heinrich spielte Michael Beck. Dieser überraschte stimmlich, da er doch recht viel Power in der Stimme hat, die er vielleicht manchmal noch etwas öfter offenbaren könnte, wie er es vor allem bei dem Duett „Dein Herz kennt keine Liebe“ tat.
In diesem Lied taute auch Petra Paetzold auf, die die Rolle der Landgräfin Sophie – Mutter von Ludwig und Heinrich – an diesem Abend auf die Bühne brachte. Oft wirkte stimmlich etwas zart und manchmal ein wenig unsicher, doch bei dem Duett zeigte sie was sie wirklich kann.
Durch das Stück geleiteten Frank Paetzold und Benjamin Holzapfel als Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide. Diese Beiden müssen einfach zusammen genannt werden, denn sie sind auf der Bühne ein gutes Gespann. Frank Paetzold spielt den ernsten und recht rationalen Dichter Wolfram bestens und besticht mit einer recht warmen Stimme, während Benjamin Holzapfel überzeugend den hoffnungslos romantischen und auch etwas überdrehten Sänger Walther überzeugend und amüsant spielt.
Natürlich darf auch Kristin Jähnert als die Zofe Guda nicht vergessen werden. Sie spielte ihre Rolle überzeugend und ging vor allem bei dem Lied „Liebe ist alles“ regelrecht auf.
Die Kinder wurden von Maria Döring als Elisabeth und Franz Nowatzki als Elisabeths Sohn Hermann gespielt. Beide haben in ihren Rollen überzeugt, vor allem Maria Döring bei „Hol mich Heim“ und Franz Nowatzki bei dem Besuch Elisabeths im Kloster.
Auch das Ensemble muss man loben, denn es sang klar und verständlich und auch die Choreografie saß meist sicher.
Das Bühnenbild war stark an das des Originalstückes angelehnt (die beweglichen Wandelemente), aber die Burgkulisse sowie die Rampe waren eine Eigenkreation und durchaus gelungen. Auch dass der Zuschauersaal zum Beispiel für den Einmarsch der Ritter, etc. genutzt wurde, brachte mehr Dynamik rein, ebenso die Interaktion mit den ersten Reihen bei dem Rosenwunder.
Einige Probleme gab es mit dem Ton, wo manchmal die Mikros zu spät aktiviert wurden oder ein falsches Stück angespielt wurde, was jedoch gerade auch bei einem Laienmusical verschmerzbarer ist,zumal sich keiner davon aus der Ruhe bringen ließ und es somit nicht besonders störte, zumal sich die Tontechnik und ebenso die Lichttechnik mit der Zeit einspielte.

Standing Ovations und Grußbotschaft

Es war noch nicht einmal der letzte Ton verklungen, da begann schon der begeisterte Applaus und schnell war das Publikum auf den Beinen und das zurecht. Die Show war großartig gewesen und alle auf und hinter der Bühne haben ihr Bestes gegeben. Doch an diesem Nachmittag warteten noch ein paar Überraschungen – vor allem auf Barbara Döring, die eines der Gründungsmitglieder ist und sich besonders viel für den Verein engagiert.
Zu Beginn kam ich im Namen von Musical1 auf die Bühne um noch, etwas verspätet, ein paar Worte bezüglich des Awards und des Vereins zu sagen.
Dann folgte eine große ELISABETH-Torte, die extra für diesen Anlass gebacken wurde.
Dann wurde die erste Grußbotschaft eingespielt. Sie war von Chris Murray, der im Original in Eisenach und Marburg Konrad von Marburg verkörperte, und dann persönlich auf die Bühne kam, um ihr Blumen zu überreichen und zu loben, da er an diesem Tag als Überraschungsgast im Publikum saß.
Die Freude war Barbara Döring anzusehen, doch es gab noch eine letzte Überraschung: eine Videonachricht von Peter Scholz, dem Produzenten und Miterschaffer von ELISABETH-DIE LEGENDE EINER HEILIGEN.
Zum Abschluss gab es noch ein paar nette Gespräche im Foyer, bevor auch dieser Tag und damit diese Produktion zu Ende ging.

Jubiläumskonzert

Wer es versäumt hat, diese Show zu sehen, der hat die Möglichkeit wenigstens einige Ausschnitte davon noch einmal zu genießen. Am Freitag den 6.11. und am Sonntag den 8.11.2015 gibt es ein Konzert anlässlich des 10. Jubiläums von Music-Art-Weißenfels e.V. und zeigt Ausschnitte aus den vier Produktionen des Vereins: KINDER VON EDEN (2005-2009), DIE WASSERTROPFENWELTREISE (2009-2010), TABALUGA UND LILLI (2010–2011) und natürlich ELISABETH – DIE LEGENDE EINER HEILIGEN (2012-2015).

Kategorie: Kritiken

Autor: A. Polifka (14.07.2015)

Teile diesen Beitrag

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen