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ELISABETH Tweetup: Live twittern aus dem Musical

Normalerweise werden Musicalkritiken erst geschrieben, wenn man nach der Vorstellung wieder gut zu Hause ankommen ist. Das sorgt für einen guten Überblick, führt aber auch dazu, dass viele spontane Eindrücke und Emotionen in der Rezension vergessen werden. Deshalb verfolgt livekritik.de einen anderen Ansatz: Blogger sollen live aus dem Musicaltheater von ihren Eindrücken auf Twitter berichten. Wie so etwas in der Realität aussieht, konnte Musical1-Redakteurin Maria Langbecker am 27.02.2015 beim Musical ELISABETH erleben.

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Foto der gesamten ELISABETH Cast
ELISABETH Castfoto © Maria Langbecker (Musical1)

“Tweetup”-Event für 20 Blogger beim Musical ELISABETH

20 Blogger und Twitterer hatten livekritik.de und das ELISABETH Musical am Tag nach der Premiere (wir berichteten) zu einem “Tweetup” ins Colosseum Theater Essen eingeladen, um das Konzept der Liveberichterstattung im Musical auszuprobieren. Musicalblogs waren dabei, aber auch bekannte Twitterer aus der Region. Die Idee? Anstatt die Musicalkritik nach der Show zu Hause zu verfassen, sollten unsere spontanen Impressionen direkt allen künftigen Besuchern und anderen Interessierten mitgeteilt werden. Die gewählte Plattform? Twitter, unter dem Hashtag #ElisabethMusical. Selbst während der Show sollten wir twittern, wurde uns gesagt, und auch Fotos seien während ausgewählter Szenen erlaubt. Schon im Vorfeld führte das zu einigen Diskussionen. Sei es nicht respektlos den Darstellern gegenüber, sich mit dem Smartphone zu beschäftigen, oder unfair dem restlichen Publikum gegenüber, die von den Handy-Displays gestört werden könnten? Aber wir waren ja hier, um das Konzept zu testen, und erfahrenere Tweetup-Teilnehmer bestätigten, dass diese Art der Berichterstattung durchaus funktionieren könne. Für mich war es das erste Event dieser Art und auch das erste Mal bei ELISABETH. Entsprechend groß war meine Spannung.

Einmal selbst auf der Bühne stehen

Noch vor dem Musical selbst durften wir an einer sehr interessanten Backstage- und Onstage-Tour teilnehmen. Zunächst gab uns Produktionsleiterin Mona Kern einen kurzen Überblick über die beeindruckenden Fakten und Zahlen des erfolgreichen deutschsprachigen Musicals. Wir lernten u.a., dass

  • das Musical mit 15 Transportern für Bühnenbild, Ausstattung und Technik zwischen den Tour-Orten hin und her reist,
  • das Haar aller Perücken zusammen mehr als einmal um den Globus reichen würde
  • und die Elisabeth-Darstellerin Roberta Valentini 16 Mal während der Show das Kostüm wechselt (das Ensemble sogar noch öfter).

Dann ging es auf die Bühne. Wir genossen den Blick in den noch leeren Zuschauerraum, beobachteten letzte Lichtproben und das Hoch- und Runterfahren der riesigen Feile. Schließlich durften wir sogar selbst auf der Drehbühne mitfahren, die im Musical oft zum Einsatz kommt, und so sieht das Drehen von der Bühne aus:

 

 290 Kostüme sind jeden Abend auf der Bühne zu sehen

Kostüme und Perücken der Kaiserin © Maria Langbecker (Musical1)

Kostüme und Perücken © Maria Langbecker (Musical1)

Anschließend ging es in die “black box”, in der die 290 Kostüme in 1331 Einzelteilen, die jeden Abend auf der Bühne zu sehen sind, und die 150 handgeknüpften Perücken auf ihren Einsatz in der Show warten. Überrascht beobachteten wir, wie einige Perücken sorgfältig frisiert wurden – aber natürlich ist das für einen reibungslosen Ablauf erforderlich. Woran man nicht alles denken muss… Gleichzeitig dient die “black box” auch als Umkleideraum für die Darsteller während der Show. Schon mit 20 Bloggern war es ziemlich eng – kaum vorstellbar, dass die Darsteller sich dort teilweise in wenigen Sekunden umziehen können! Während der Tour wurde schon fleißig fotografiert und getwittert – und ich merkte, dass gleichzeitig konzentriert zuhören und twittern gar nicht so einfach ist…

Tweets aus dem Zuschauerraum

Roberta Valentini und Maximilian Mann  © Maria Langbecker (Musical1)

Roberta Valentini und Maximilian Mann
© Maria Langbecker (Musical1)

Zwischen Backstage Führung und Beginn der Vorstellung blieb noch etwas Zeit, um die anderen Blogger kennen zu lernen, die Handys aufzuladen und sich etwas besser mit dem allgemeinen Ablauf des Tweetups vertraut zu machen. Doch eigentlich warteten wir alle darauf, dass es endlich losging. Der Beginn der Show wurde auch fleißig auf allen Twitter-Accounts angekündigt. Danach wurde es aber erstmal etwas stiller auf Twitter, denn das Musical zog uns schnell in seinen Bann. Man musste sich schon konzentrieren, um hin und wieder das gerade Geschehene zu kommentieren, und nicht nur gefesselt zuzusehen. Nach besonders beeindruckenden Darbietungen wie z.B. “Der letzte Tanz” und “Ich gehör nur mir” zückten dann aber doch alle rasch ihre Handys, um der Welt ihre Begeisterung mitzuteilen und sie mit den anderen Bloggern zu teilen. Auch fotografiert wurde während der ausgewählten Szenen fleißig und Live-Fotos der Vorstellung waren auf Twitter sicher am beliebtesten. Viel zu schnell war die erste Hälfte vorbei und wir eilten in die Pause, froh um die Gelegenheit, unsere frischen Eindrücke twittern zu können, ohne etwas in der Show zu verpassen. Auch offline wurden erste Eindrücke ausgetauscht. “Elisabeth” Roberta Valentini hatte mit ihrer Spielfreude und dem beeindruckenden Gesang die Herzen aller erobert, aber auch der “Tod” Mark Seibert und “Elisabeths Mörder” Kurosch Abbasi waren zu Blogger-Lieblingen geworden.

"Der letzte Tanz" mit dem Tod (Mark Seibert) © Maria Langbecker (Musical1)

“Der letzte Tanz” mit dem Tod (Mark Seibert)
© Maria Langbecker (Musical1)

In der zweiten Hälfte durften wir dann nicht mehr fotografieren, da sich einige andere Zuschauer doch gestört gefühlt hatten, obwohl das Management extra einige Reihen hinter uns als “Sicherheitsabstand” frei gelassen hatte. Das tat der Begeisterung aber keinen Abbruch und auf Twitter wurde eifrig weiter kommentiert. “Wenn ich tanzen will” und “Die Schatten werden länger” sorgten erwartungsgemäß für die meisten begeisterten Kommentare. Unerwartet viel Aufmerksamkeit erhielt aber auch die Katze, die von Elisabeths Sohn Rudolf (off-stage) erschlagen worden war – aber das Internet und damit auch alle Blogger lieben eben Katzen… Schließlich ging das Stück zu Ende und die Darsteller konnten sich ihren wohlverdienten Schlussapplaus abholen, der gar nicht mehr enden wollte. Waren wir Blogger zunächst noch damit beschäftigt, unseren Beifall auf Twitter zu verteilen, so erreichte die standing ovation bald auch unseren Rang und wir bejubelten eine tolle Besetzung.

Fragestunde mit den Hauptdarstellern

© Maria Langbecker (Musical1)

© Maria Langbecker (Musical1)

Nach der Show konnten wir dann auch noch einmal offline unsere Begeisterung kundtun und uns bei den Darstellern für eine überaus gelungene Vorstellung bedanken. Wir bekamen die Gelegenheit für schöne Fotos mit der gesamten Cast sowie die Möglichkeit, die Hauptdarsteller über die Feinheiten der Musicalwelt auszufragen. Dabei erfuhren wir, dass die Vorbereitung auf den Auftritt bei jedem Darsteller anders aussieht, aber zumindest die Stimme immer aufgewärmt werden muss. Nach Pannen wurde gefragt und Roberta Valentini berichtete, dass sie gerade in dieser Show ausversehen einen Orden des Kaisers Franz Joseph mit der Hand abgewischt und dann unauffällig unter ihr Kleid geschoben habe. Nicht einmal Franz Joseph Darsteller Maximilian Mann hatte wirklich mitbekommen, was mit seinem Orden geschehen war, und von uns hatte natürlich überhaupt niemand diesen kleinen Patzer bemerkt. Lustig war, wie Mark Seibert erzählte, einmal bei WICKED einen kompletten Einsatz verpasst zu haben, sodass seine Kolleginnen improvisieren mussten, bis er endlich auf die Bühne fand. Ich wollte wissen, ob die Farbsymbolik der Kostüme des Todes eine besondere Bedeutung habe. Hat sie leider nicht. Schade. Was das Besondere am Gastspiel in Shanghai gewesen sei, wurde noch gefragt und Rudolf Darsteller Thomas Hohler berichtete von der Eigenheit des chinesischen Publikums, nach der Vorstellung zunächst einmal Fotos zu machen, bevor es zum Schlussapplaus übergehe. Dann verabschiedeten sich die sympatischen Darsteller wieder. Und wir hatten viele Eindrücke gesammelt, die nur darauf warten, online geteilt zu werden!

Live-Twittern während der Vorstellung – Muss das wirklich sein?

Elisabeth (Roberta Valentini) im Sternenkleid

Elisabeth (Roberta Valentini)
© Maria Langbecker (Musical1)

Was ist also das Fazit dieses Tweetups? Es ist eine sehr spannende, lebendige und ganz andere Art der Berichterstattung, als wir es bisher gewohnt sind. Sicher sind die meisten Tweets nicht so qualitativ hochwertig wie eine richtige Rezension. Dafür gibt es eine große Vielzahl an Tweets von vielen verschiedenen Bloggern und dadurch natürlich auch eine große Vielfalt an Meinungen. So entsteht ein buntes und gut durchmischtes Bild der Vorstellung. Dadurch, dass die Eindrücke ungefilterter, spontaner und emotionaler als in einer Kritik sind, kann man direkt ablesen, welche Szenen am meisten beeindrucken oder berühren und welche vielleicht zu Diskussionen anregen. Und die im Vorfeld heiß diskutierte Frage: Werden andere durch das Twittern im Zuschauersaal gestört? “Elisabeth” Roberta Valentini sagte, die Darsteller hätten auf der Bühne nichts mitbekommen. Die anderen Zuschauer schienen sich hauptsächlich durch Fotos gestört zu fühlen. Über das Twittern hat sich niemand beschwert, zumal wir ja auch durch einen kleinen Sicherheitsabstand abgeschirmt saßen.

Vor allem aber ist mein Fazit, dass so ein Tweetup nicht so einfach ist, wie man es sich vielleicht vorstellt. “Schnell mal was tweeten”, sagt sich sehr leicht. Während der Vorstellung aber war ich so überwältigt von der Vielzahl der Eindrücke, dass es mir schwer fiel, einzelne Ideen schnell genug in Worte zu fassen. Gedanklich hinkte ich der Vorstellung immer einige Minuten hinterher. Und wenn ich dann etwas postete, verpasste ich oft den Beginn der nächsten Szene. Erfahrenere Tweetup-Teilnehmer bestätigten mir aber, dass die Kunst der Liveberichterstattung einfach etwas Übung brauche. Sicher ist, dass man mit mehr Übung schneller und gewitzter das Geschehen kommentieren kann. Diesmal fielen mir die meisten schlauen Kommentare erst auf dem Nachhauseweg ein. Zum Glück gibt es Twitter, wo Roberta Valentini weiterhin geduldig auf unsere Fragen antwortete…

Mehr Fotos auf Facebook

Viele weitere Bildern aus der Show, dem Backstage-Besuch und dem Darsteller-Gespräch findet ihr in unserem Facebook-Fotoalbum. Und wer den gesamten Verlauf des “Tweetup”-Events noch einmal nachlesen möchte, kann das hier bei storify tun.
An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an livekritik.de und Semmel Concerts für dieses hervorragend organisierte, informative und spannende Event!

Tickets für Elisabeth
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Kategorie: Elisabeth,Kritiken,Tour Musicals

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Autor: M. Langbecker (06.03.2015)

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