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EINSTEIN feiert glorreiche Uraufführung

Am 22. April 2016 feierte EINSTEIN im Theater Hof seine Uraufführung - mit großem Erfolg. Langer, tosender Applaus und ein ganzer Saal auf den Beinen ehrte die Darsteller und das Team. Eingängige Melodien, passendes Bühnenbild sowie Kostüme und eine grandiose Besetzung machten diese Show zu einem großartigen Erlebnis und einem unvergesslichen Abend.

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Einstein entdeckt den Zusammenhang zwischen Raum und Zeit
Einstein erstellt seine Theorie © H. Dietz Fotografie

Tosender Applaus für EINSTEIN

Am 22. April 2016 feierte das Musical EINSTEIN im Theater Hof seine Uraufführung. Das Musical von Stephan Kanyar und Maren Scheel stieß auf große Begeisterung und das zu Recht. Lange erfüllte den Saal tosender Applaus und am Ende hielt es keinen mehr auf dem Platz. Ein erfolgreicher Start für das Musical, das noch bis Juli zu sehen sein wird.

Die Geschichte des berühmtesten Physikers des 20. Jahrhunderts

Das Stück beginnt mit Dr. Thomas Harvey, der das Gehirn von Einstein bei der Autopsie entwendet hat und mit einem Lied die Tür in die Vergangenheit öffnete. Albert Einstein erscheint dem Publikum zunächst als Kind, das tausend Fragen stellt und schon da einen unbändigen Wissensdrang beweist, der auch nicht abbricht, als die Firma von Einsteins Eltern der Stadt Schwabingen elektrische Straßenbeleuchtung schenkt, was diese ausgelassen feiert. Ein Zeitsprung zu dem jungen Physiker zeigt diesen als glücklich verlobten Mann, der voller Träume und Ideen ist. Er plant eine strahlende Zukunft, als seine zwei Freunde Solovine und Habicht auftauchen und ihn schalkhaft mit seinen Ideen aufziehen, nicht ahnend, dass dieser schon bald die Relativitätstheorie aufstellen wird. Als er eben diese publik macht, wird er bekannt und die Physiker Max Planck und Walther Nernst laden ihn ein, nach Berlin zu kommen und an der Universität zu unterrichten. Trotz anfänglichen Widerstreben geht er nach Berlin, doch distanziert er sich von dort zunehmend von seiner Familie. Die Jahre vergehen und die Zeit des Nationalsozialismus erreicht auch Einstein, dessen Theorien als „Ammenmärchen“, „jüdische Physik“ und „Diebstahl arischen Geistesgutes“ verteufelt werden und Einstein sieht sich gezwungen, nach Amerika auszuwandern, wo er ein neues Leben aufbaut. Einige Jahre später erfährt er, dass die Deutschen seine Aufzeichnungen nutzen, um eine Atombombe zu bauen und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Eingängige Melodien und stimmungsvolle Umsetzung

Das Musical besticht bereits vom ersten Lied an mit eingängigen Melodien. Von stimmungsvollen Balladen zu beschwingten Liedern ist alles vertreten, wobei dabei manchmal der Stil der 30er aufgegriffen wird, was dem Ganzen einen ganz besonderen Charme verleiht.
Das Bühnenbild und die Kostüme – entworfen von Annette Mahlendorf – unterstreichen das Ganze. Die Männer tragen Anzüge im Stile dieser Zeit, während lediglich Dr. Harvey mit eher legerer Kleidung hervorsticht und sich so als außenstehender Beobachter ausweist. Die Schwabinger Bevölkerung tritt in bayrischer Tracht auf und die Nationalsozialisten in Uniform.
Das Bühnenbild besteht aus bewegbaren Würfeln, die im ersten Akt ein Motel und eine Häuserzeile zeigen. Dabei wurden diese herausgezogen und zeigten ein Wohnzimmer. Im zweiten Akt war das Bühnenbild schlichter gehalten. Eine weiße Wand, Stühle und Tische bildeten das Bühnenbild, doch braucht es auch nicht mehr. Diese Schlichtheit erlaubte eine bessere Konzentration auf den ernsteren zweiten Akt. Mit Projektion und viel Nebel wurde die Atombombe auf die Bühne geholt, jedoch ohne übermäßig dramatisch zu wirken und bot so eine passende Einleitung zu dem Lied „Sternenstaub“ – eine unglaublich gefühlvolle Ballade an das Universum.

Brillante Besetzung

Auch bei EINSTEIN wartete das Theater Hof wieder mit gewohnt guter Besetzung auf.
Als junger Einstein stand Elias Himes auf der Bühne. Der Elfjährige war schnell der Publikumsliebling und das zu Recht. Überzeugend spielte er den neugierigen jungen Einstein, der nicht aufhören kann, Fragen zu stellen. Seine Partien sang er sicher und mit klarer Stimme.
Den erwachsenen Part Einsteins hatte Christopher Brose inne. Er zeigte sich frech, schlagfertig und visionär und das passte perfekt in die Rolle. Seine Stimme ist sehr wandlungsfähig und trug die Emotionen perfekt ins Publikum – sei es nun die heitere Ausgelassenheit im Lied „Münchhausen“ mit seinen Studienfreunden oder sein anklagender Appell bei der Verteidigung vor den Nationalsozialisten in dem Lied „Ihr reißt die Welt in Stücke“.
Chris Murray verkörperte den greisen Einstein. Noch immer frech und schnippisch, aber auch durchaus ernster, spielte er den alten Physiker. Stimmlich füllte er die Rolle perfekt aus. Der Höhepunkt war zweifelsohne „Sternenstaub“. Sehnsüchtig, gefühlvoll und leidenschaftlich singt er dieses Liebeslied an das Universum, was zweifelsfrei das beeindruckendste Lied in diesem Musical ist.
Dr. Thomas Harvey wurde von Thilo Andersson Leben eingehaucht. Er zeigt Harvey als nervösen und zurückhaltenden Mann, der zugleich von dem Wunsch besessen ist, Einstein zu verstehen, zu wissen, was ihn zum Genie machte. Deutlich ist das fanatische Streben zu erkennen. Seine Stimme unterstreicht dieses Auftreten gut, während er gesanglich überzeugt. Eindrucksvoll war sein Solo „Weißer Wal“, das er mit voller Stimme und deutlicher Verzweiflung sang.
Harveys Assistentin Miss Marian wurde von Susanna Mucha verkörpert. Treu steht sie bis zum Ende zu Harvey, versucht aber zunehmend diesem ins Gewissen zu Reden. Mit deutlicher und sicherer Stimme sang sie ihre Partie bei „Ein Kind wie du“.
Die letzte Solodarstellerin war Julia Klemm als Einsteins Frau Mileva. Deutlich war die Wandlung von der verliebten jungen Frau zur gestressten Ehefrau und Mutter, die jedoch noch immer ihren Mann liebt, zu erkennen. Sie glänzte vor allem bei ihrem Solo und letztem Lied „Und jetzt gehst du“, welches begeisterten Applaus beim Publikum auslöste.
Es gab auch einige Mehrfachrollen. Einige davon verkörperte Christian Venzke. Sehr wandelbar spielte er den liebenden Vater, den enthusiastischen Max Planck und den anfangs erfrischenden und dann sorgenden Freund Maurice Solovine. Nur die Besetzungsliste verriet, dass diese Rollen von einem Darsteller gespielt wurden. Besonders „Ein Kind wie du“ war ein wahrer Gänsehaut-Moment.
Nicht minder flexibel zeigte sich Léon van Leeuwenberg, der den strengen Lehrer, den motivierten Walther Nernst, den hasserfüllten Nationalsozialist Philipp Lenard, einen neugierigen Reporter und den fröhlichen Maitre auf der Empfangsfeier auf die Bühne brachte. Vor allem bei dem Lied „Berlin“ und „Ihr reißt die Welt in Stücke“ konnte er stimmlich überzeugen.
Der gutgelaunte Bürgermeister, Einsteins strenger Chef, der freche Freund Conrad Habicht, ein zweiter interessierter Reporter, der ernste Léo Szilárd – welcher jenen entscheidenden Brief für Roosevelt zusammen mit Einstein aufsetzte – und der amüsierten Kellner auf der Empfangsfeier wurden alle von Florian Bänsch sehr authentisch gespielt. Besonders in dem Lied „Münchhausen“ zeigte er sein Können.

Ein unvergesslicher Abend

Wie unvergesslich und lohnend dieser Abend war, zeigte sich wohl am deutlichsten in dem tosenden Applaus und den Standing Ovations des Publikums. Mit EINSTEIN hat das Theater Hof ein großartiges Stück auf die Bühne gebracht, das einen Besuch mehr als lohnt. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Chance ergreifen. Noch bis zum 3. Juli ist EINSTEIN im Theater Hof zu sehen.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Autor: A. Polifka (29.04.2016)

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