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EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE erntet tosenden Applaus

Am 28. November 2015 feierte EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE im Theater am Kurfürstendamm in Berlin erfolgreich Premiere. Das Musical begeisterte mit Witz, eingängigen Melodie und natürlich der allseits bekannten und beliebten Story des Ebenezer Scrooge, dessen Leben sich veränderte, nachdem ihm die drei Geister der Weihnacht erschienen sind. Ein empfehlenswertes Musical für die ganze Familie.

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Ebenezer Scrooge am eigenem Grab
Ebenezer Scrooge am eigenen Grab © Barbara Braun

Charles Dickens Weihnachtsklassiker begeistert Berlin

Am 28. November hat sich in diesem Jahr zum ersten Mal der Vorhang für EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE im Theater am Kurfürstendamm in Berlin gehoben. Ein Musical für die ganze Familie, das schon im Vorjahr in Hamburg sehr erfolgreich war und nun auch den Berliner Theaterbesuchern einen zauberhaften Nachmittag bescherte.

Drei Geister werden kommen

Die Weihnachtsgeschichte, die die Wandlung des kaltherzigen Ebenezer von einem Weihnachtshasser zu einem Mann, der Weihnachten als Fest der Liebe versteht, erzählt, ist weltberühmt. Drei Geister besuchen ihn und zeigen ihm sein bisheriges Leben und seine Zukunft, die ihm vor Augen hält, wie einsam er ist und auch enden wird. Dadurch wird er vom meist gehassten zum beliebtesten Mann Londons.
Die Geschichte von Charles Dickens wurde schon mehrfach verfilmt und auf die Bühne gebracht und ist aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken. So ist es nicht verwunderlich, dass an diesem ersten Adventswochenende unzählige Familien in das kleine Theater strömten.

Eine Reise durch die Zeit

Gleich zu Beginn der Show wurde weihnachtlich mit einigen Weihnachtsliedern begonnen, bis schließlich Ebenezer Scrooge, gespielt von Michael Ihnow, missmutig die Bühne betrat und alles als Humbug abtat. Deutlich machte er klar, was er von Weihnachten hielt und bezog vor allem die Kinder ein, indem er deren Meinung zu Weihnachten wissen wollte – die der seinen natürlich nicht entsprach. Er verließ die Bühne, ebenso die Weihnachtssänger, und Bob Cratchit betrat die Bühne. Er erzählte von Scrooge, von sich und gab so Einblicke in die Situation – bis wieder Scrooge auf die Bühne trat, der einmal mehr zeigte, wie geizig und hartherzig er war, was sich nicht besserte, als sein Neffe Alfred und zwei Spendensammlerinnen zu ihm kamen, die er schnell verjagte.
Cratchits Bitte, zu Weihnachten zu Hause bleiben zu dürfen, kam Scrooge nur widerwillig nach, was Bob natürlich murmelnd kritisierte, wodurch eine recht amüsante Situation entstand, da Scrooge sein Gemurmel immer wieder hörte und Cratchit versuchte, sich aus der Affäre zu ziehen.
Scrooge schließt den Kontor und geht nach Hause, wo sein alter und schon einige Jahre toter Partner Jakob Marley ihn empfängt und warnt, dass auch Scrooge ein Geist wie er werden wird, wenn dieser sich nicht ändert. Das Duett der Beiden zog sich in mehreren Reprisen durch das ganze Stück hindurch und war das eingängigste Lied des Stückes. Jakob kündigt ihm drei Geister an, die kommen werden und verschwindet. Damit beginnt Scrooges abenteuerliche Geschichte.

Schlicht, aber großartig

Das Bühnenbild blieb fast das ganze Stück gleich und wurde nur durch einzelne Requisiten wie einen Schreibtisch, einen Grabstein, eine sprechende Laterne und ein sprechendes Fenster ergänzt. Ansonsten zeigte es die Silhouette einer Stadt, die London darstellen sollte. Links und rechts standen Türme, die durch einen Querbalken verbunden waren und ein Tor darstellten. Das Stück bewies, dass nicht immer viele verschiedene Bühnenbilder nötig sind, um eine gute Show zu liefern.
Die sprechende Laterne und die sprechende Fensterscheibe führten zu Beginn des zweiten Aktes ein Gespräch mit dem ersten Geist und sangen ein Lied, was zwar witzig war, doch auch ein wenig überflüssig wirkte. Es war offensichtlich ein Versuch, sich von anderen Adaptionen der Weihnachtsgeschichte hervorzuheben, was dieses Stück jedoch nicht wirklich braucht. Ein Orchester gab es nicht, die Musik kam vom Band, was jedoch technisch problemlos funktionierte.

Viele Mehrfachrollen

Es waren relativ wenige Schauspieler an diesem Stück beteiligt, wodurch oft mehrere Rollen von einer Person gespielt wurden, was jedoch kaum auffiel und der Qualität des Stückes in keiner Weise schadete.
Der einzige, der nur eine Rolle spielte, war Michael Ihnow, der Ebenezer Scrooge verkörperte – Ihnow ist außerdem auch als Regisseur an der Show beteiligt gewesen. Er spielte den Scrooge vor allem zu Beginn sehr überzeugend, die Wandlung ging dann jedoch etwas zu schnell. Bereits mit dem Auftauchen von Jakob Marleys Geist schien er sich bereits geändert zu haben, statt auf seiner Meinung zu beharren. Auch stimmlich ging er stellenweisen neben der recht lauten Musik ein wenig unter.
Scrooges alter Freund und Partner Jakob wurde von Philipp Lang gespielt. Auch spielte er Ebenezers Neffen Alfred, den Mann auf der Straße, den jungen Scrooge, den zweiten Geist und die Fensterscheibe. Er erwies sich als sehr wandlungsfähig, so dass es kaum auffiel, dass er mehrere Rollen spielte. Stimmlich sang er sehr klar und deutlich und gerade Jakobs Duett mit Scrooge beeindruckte.
Dominik Hermanns verkörperte Bob Cratchit, Fezziwig und die Straßenlaterne. Vor allem in der Rolle von Bob Cratchit konnte er überzeugen. Er besitzt eine angenehme Stimme, die vor allem bei einem Duett mit dessen Sohn Tiny Tim zur Geltung kommt.
Dieser wurde von Dorothee Neff gespielt, die auch eine der beiden Bittstellerinen, Scrooge als Kind, Bella – Scrooges Verlobte – und den dritten Geist spielte. Ihre Hauptrolle war Tiny Tim und diesen gab sie authentisch wieder. Auch ihre Stimme passte zu dieser Rolle, da sie manchmal etwas jungenhaftes hatte.
Die letzte Darstellerin war Juliane Maria Wolff, die die andere Bittstellerin, Mrs. Cratchit und den ersten Geist spielte. Der verrückte erste Geist war ihre tragende Rolle und diese spielte sie wirklich amüsant. Vor allem dass sie mit deutlichem Dialekt in dieser Rolle sprach, hob sie hervor. Auch die Interaktion mit dem Publikum gelang ihr hervorragend.

Schlussapplaus

© Anne Polifka

Noch bis zum 27. Dezember in Berlin

Alles in allem war es eine wirklich gelungene Show, die besonders für Kinder mit Familien gedacht ist, doch auch die Erwachsenen immer wieder begeistert. Es ist ein Stück, das einfach zu Weihnachten dazugehört und noch bis zum 27. Dezember 2015 in Berlin zu sehen ist.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Autor: A. Polifka (30.11.2015)

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