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Ein weiterer Erfolg für die 24 Stunden Musicals

Am 26. Oktober fanden erneut die 24 Stunden Musicals in Ahrensburg statt. Das Publikum durfte vier neue kurze Musicals sehen. Diese wurden erst am Abend zuvor erfunden, getextet und komponiert. Am Morgen fingen die Proben an und abends um 20 Uhr fand schon die Aufführung statt. Musical1 hat für Euch hinter die Kulissen geschaut und den Gruppen beim Proben zugeschaut. Es war ein Auf und Ab der Gefühle für alle Beteiligten. Was genau geschah und eine Zusammenfassung der Musicals findet ihr im folgenden Bericht.

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24 Stunden Musicals Logo
24 Stunden Musicals © Musical Creations Entertainment

Teamarbeit und Zusammenhalt

Dass es möglich ist, in 24 Stunden vier Musicals zu erfinden, komponieren, planen, lernen, proben und auf zu führen, hat Hauke Wendt und sein Team schon letztes Jahr bewiesen. Dieses Jahr hat Wendt sich erneut an dieses waghalsige Projekt gewagt und es erneut geschafft!
Es hat sich erneut ein hochkarätiges Team aus Autoren, Komponisten, Regisseuren, Musikern, Darstellern und weiteren Kreativen dieser schwierigen Aufgabe gestellt. Die nötige Teamarbeit hat auch diese Gruppe bewiesen. Denn ohne einen starken Zusammenhalt und enge Zusammenarbeit hätte dieses Vorhaben nicht so gut oder gar nicht funktioniert.

Musical1 durfte das spannende Projekte einige der 24 Stunden begleiten.

Das Projekt beginnt mit einer Nachtschicht

Am Sonntagabend dem 25. Oktober um 23 Uhr versammelten sich die kreativen Köpfe in den Räumen der Musical Creations Entertainment GmbH in Ahrensburg. Es fand eine Art Vorstellungsrunde statt. So lernte sich jeder kennen und wusste mit wem er die nächsten Stunden verbringen würde. Außerdem hatte jeder Teilnehmer die Aufgabe ein Kostümstück und ein Requisit mitzubringen. Die Darsteller sollten einen kurzen Ausschnitt eines Lieder präsentieren und sagen, welche Rolle sie schon immer mal spielen wollten, oder auch gar nicht. Dies diente den Autoren als Inspiration für die kommenden Stunden. Franziska Kuropka wollte schon immer mal einen Mann spielen. André Haedicke hat sich extra einen Bart wachsen lassen, damit er kein Kind spielen muss. Roberta Valentini verkündete, dass sie italienisch kann. Gavin Turnbull kann jonglieren und durfte dies während der Vorstellung machen, während seine Kollegen tanzen mussten. Diese und weitere Aussagen fanden sich am Ende in den Musicals wieder.  Auch viele Requisiten schafften es in dem Musical mehr Beachtung zu finden. So wurde ein roter Zwerg zu einem Buddha und ein durchgebrochener Bleistift, der nur als Notrequisite dran glauben musste, zu einer Einbruchswaffe.

Inspirationsrunde bei den 24h Musicals

Inspirationsrunde © Stefanie Müller

Auch Philip Naudé war schon bei der Inspirationsrunde anwesend. Er ist der Producer der 24 hour Plays in New York und wirkte in New York auch als Autor mit. Er war im letzten Jahr schon zu Gast und hat es sich auch dieses Jahr nicht nehmen lassen, bei dieser Produktion zu zusehen.
Nachdem die Vorstellungsrunde vorbei war, wurden alle Darsteller und jene, die nicht an der Entstehung von Buch und Musik mitwirkten, in den Feierabend entlassen. Autoren und Komponisten hatten nun eine lange Nacht vor sich.

Montagmorgens war der Abgabetermin der Texte und Noten. Das hieß auch gleichzeitig, dass die Kreativen nun schlafen gehen durften.

Um 9 Uhr starteten die Proben für die restlichen Mitwirkenden. Die Darsteller wurden in der Nacht in vier Teams eingeteilt. Sie erfuhren nun, wer ihre Teamkollegen sein würden und erhielten die Skripte. Die Proben fanden in der Schule, in der Stunden später die Vorführung stattfinden sollte, statt.

Proben im Paloha-Land

Probe im Paloha-Land

Die Darsteller bei den Proben © Stefanie Müller

Musical1 durfte bei den Proben einer Gruppe zuschauen. Das Musical hieß “Willkommen im Paloha-Land”. Jacqui Dunnley-Wendt führte Regie und war für die Choreografie verantwortlich. Da ein Klassenraum nur bedingt Platz bietet, probten die Frauen der Gruppe einfach vor dem Klassenzimmer. Jennifer Siemann und Eve Rades versuchten sich die Schritte zu merken, die Jacqui vorgab und erhielten dabei tatkräftige Unterstützung von der Teamassistentin Kira-Lena Scharold. Christian Alexander Müller und Gavin Turnbull lernten derzeit in dem Klassenraum ihre Texte und probten mit dem musikalischen Leiter Andreas Unsicker.

Jacqui Dunnley-Wendt erklärte, dass sie erst die musikalische Probe durchgeführt haben, da es so leichter wäre, durch die Szenen zu kommen. Die Darsteller hätten die Lieder dann schon einmal gehört und müssten sich darüber nicht mehr so viele Gedanken machen. Nachdem die Choreo mehr oder weniger bekannt war, folgte die Probe der einzelnen Szenen. Textsicher waren die Darsteller noch lange nicht und mussten immer wieder in die Unterlagen schauen. Manche Szenen schienen verständlich und waren somit schnell durchgespielt, an anderen Stellen gab es jedoch immer wieder Probleme. Nicht nur Texthänger oder vergessene Schritte und Abläufe führten dazu, sondern auch die Vorgaben der Autoren und Komponisten. Manche Textstellen schienen nicht plausibel, zu lang oder nicht passend für die Szene. Diese Stellen wurden kurzerhand geändert oder ganz gestrichen. Es gab keine Zeit sich lange mit Verständnisfragen auseinanderzusetzen. Immer wenn es schien, dass sie zu lange über eine Sache nachdachten, musste sich Jacqui Dunnley-Wendt schnell entscheiden. Doch auch wenn der Zeitdruck groß war, schaffte es dieses Team augenscheinlich ruhig zu bleiben. Der Umgang miteinander schien vertraut und harmonisch. Es wurde viel gelacht und Scherze miteinander gemacht.

Die Zeit rennt davon

Die Requisiten, die Joachim Quirin und Paul Glaser in der Nacht inspiriert hatten, waren teilweise schon vor Ort oder zumindest für die Gruppe vorgemerkt. Aber während der Proben fiel der Regie noch ein paar Gegenstände ein, die sie benutzen könnten. Die Teamassistentin wurde damit beauftragt, diese Requisiten für die Gruppe zu besorgen. So kamen zu dem roten Zwerg und den Bananen ein weiß-schwarzer Damenmantel und Lederhosen. Des Weiteren diente ein herumliegendes Buch als eine Art Bibel.
Während die Proben voranschritten, arbeitete Kira-Lena Scharold, die als Teamassistentin Mädchen für alles war, an Blütenblättern aus Pappe. Wenn sie nicht mit dem Besorgen von Requisiten oder dem Zeitmanagement beschäftigt war, schnitt sie die ovalen Formen aus Pappe aus. Andreas Unsicker arbeitete währenddessen an den Noten und besprach mit den Darstellern und der Regie die Einsätze für die Musiker. Denn schließlich musste die Band, die alle vier Musicals begleitete, wissen, wann sie welches Lied spielen sollen.

Proben auf der Bühne

Das Paloha-Team auf der Bühne © Stefanie Müller

Am Nachmittag gab es für das Team den ersten und auch einzigen Durchlauf auf der Bühne. Das hieß, dass die Darsteller nur diesen Moment hatten, um sich mit dem verfügbaren Raum auf der Bühne bekannt zu machen. Die Mikros wurden nebenbei von der Tontechnik auf die Darsteller eingestellt. Das Licht wurde mit der Regie besprochen und Positionen auf der Bühne festgelegt. Außerdem fand die einzige Probe mit der Band statt. Das sind Dinge, die während eines normalen Musicals einzeln stattfinden und mehr Zeit beanspruchen. Bei den 24 Stunden Musicals hatten alle Beteiligten für all das jedoch nur diese eine Stunde Zeit.
Das Team um Jacqui Dunnley-Wendt versuchte das ganze Musical auf der Bühne durchzuspielen. Geschafft haben sie es jedoch nicht. Keiner wirkte wirklich zufrieden schon aufhören zu müssen, doch das nächste Team wartete und wollte so wenig Zeit wie möglich verlieren.
Die Gruppe hatte erst mal Pause und probte im Anschluss weiter im Klassenzimmer.

Schafft es wirklich jedes Team, bis die Show anfängt?

Dass jede Gruppe unterschiedlich weit war und auch andere vorangehensweisen hatten, wurde schnell klar, als das Team des Musicals “Back for good” auf die Bühne kam. Nicole Hildebrandt versuchte die Lichtverhältnisse ihren Vorstellungen anzupassen, während die Darsteller auf der Bühne noch in ihren Texten vertieft waren. Sie bewegten sich von einem Punkt zu dem anderen, wenn sie dazu aufgefordert waren. Erst nach etwa der Hälfte der Zeit warf Patrick Stanke die Frage in den Raum, ob sie nicht eine Szene spielen könnten. Daraufhin wurde jedes Lied der Darsteller einmal durchgespielt.

Christian Alexander Müller

Christian als Mutter © Stefanie Müller

Als Nächstes betrat das Team mit dem Musical “Oops!” die Bühne. Regisseur Alex Balga hat vorgearbeitet und der Lichttechnik ein Skript mit seinen Vorstellungen des Lichts in den verschiedenen Szenen mitgebracht. Diese Gruppe fing sofort an, das Stück zu spielen. Alex Balga gab den Darstellern hin und wieder ein paar Tipps und besprach weiterhin die Lichtanpassung mit den Technikern. Diese Gruppe schaffte es, das ganze Stück auf der Bühne zu spielen. Das größte Problem schien bei dieser Gruppe der Text zu sein. Abläufe und Schritte waren dagegen recht sicher.

Als Letztes war das Team mit “Frau an Bord!” an der Reihe. Sie versuchten so viel wie möglich auf der Bühne zu spielen, schafften jedoch nicht alle Szenen.
Die letzte Gruppe verlies die Bühne in etwa zwei Stunden, bevor die Vorstellung beginn. Keine Gruppe war zu diesem Zeitpunkt fertig und niemand schien wirklich sicher bei dem, was er tat. Darsteller und Mitwirkende durchlebten ein Auf und Ab an Gefühlen und fasst jeder fragte sich mit Sicherheit zu einem Zeitpunkt, worauf er sich da nur eingelassen habe.
Im Eingangsbereich tauchten langsam Helfer auf und fingen an, die Räumlichkeiten für das Publikum vor zu bereiten. Währenddessen zogen sich die Teams zurück und arbeiteten weiter an den Musicals.

Back for Good

Back for good - das Musical

Darsteller des Musicals Back for Good © Stefanie Müller

Um 20 Uhr startete dann schließlich die Vorstellung. Den Anfang machte “Back for good”.
Buch: Titus Hoffmann, Musik: Marko Formanek, Regie und Choreographie: Nicole Hildebrandt, Musikalische Leitung: Fabian Schubert, Team-Assistenz: Sascha Theis
Darsteller: Monika – Kristin Hölck, Ansgar: Patrick Stanke, Sophie: Lillemor Spitzer, Floh – Theo Reichardt

Dieses Musical handelt von einer Gruppe von Schauspielern und Sängern, die vor 20 Jahren zusammen die Ausbildung gemacht haben. Sie waren alle mal mehr oder weniger erfolgreich, sind es nun jedoch nicht mehr. Floh plant ein Comeback und lädt seine alten Kollegen ein. Monika ist davon weniger begeistert, sie scheint sowieso am meisten unter ihrer verlorenen Berühmtheit und Liebe zu leiden. Denn Monika war mit Ansgar zusammen, der es mit dem treu sein jedoch nicht ernst zu nehmen scheint und ihr damals mit Sophie fremd gegangen ist. Diese Reibereien untereinander wurden auf humorvoller Art und Weise dargestellt und sorgten beim Publikum für gute Unterhaltung. Patrick Stanke zeigte sein Talent als Rockstar und begleitete sich selbst an der Gitarre. Das Musical war aufgrund der kurzen Probenzeit nicht frei von Texthängern. Das Publikum hat diese aber gerne verziehen.

Willkommen im Paloha-Land

Willkommen im Paloha-Land

Erleichtert nach dem Auftritt © Stefanie Müller

Als nächstes folgte das Musical “Willkommen im Paloha-Land”.
Buch: Joachim Quirin, Musik: Paul Glaser, Regie und Choreographie: Jacqui Dunnley-Wendt, Musikalische Leitung: Andreas Unsicker, Team-Assistenz: Kira-Lena Scharold
Darsteller: Greta – Jennifer Siemann, Ulrika – Eve Rades, Colin – Gabin Turnbull, Mummy/Ingo – Christian Alexander Müller

Willkommen im Jahr 2035 auf der Insel Paloha. Colin hat einen Gutschein für eine Woche Urlaub in Paloha gewonnen. Dort heißen ihn zwei reizende Damen willkommen. Recht schnell wird Colin jedoch skeptisch, da die beiden etwas merkwürdig scheinen. Greta und Ulrika gehören einer Art Sekte an und wollen aus Colin einen neuen ‘WG Mitbewohner' machen. Er ahnt jedoch noch nicht, dass er die Insel nicht mehr verlassen soll. Als Colin von den beiden umworben wird, ruft ihn seine Mutter an. Als diese die Bühne betritt, wird sie vom Publikum gefeiert. Denn diese Dame mit grauer Dauerwelle und Schürze ist niemand geringerer als Christian Alexander Müller. Dieser spricht in einem Mix aus Englisch und Schweizerdialekt und ist zutieft enttäuscht von ihrem geliebten Sohn. Sie hat von seinem Gewinn im Fernsehen gehört und ist verletzt, dass er sie nicht mit in den Urlaub genommen hat.
Kurze Zeit später taucht Christian Alexander Müller als Ingo wieder auf der Bühne auf. Er wird als Bewohner der ersten Stunde vorgestellt und trägt eine Robe mit rotem Hut auf dem Kopf. In den Händen hält er ein Tablett mit einem roten Zwerg, einem Bund Bananen und einer Art Bibel. Es folgt ein erfundenes Ritual, welchem es nicht an Komik fehlt. Die Thematik scheint auf erstem Blick etwas skurril, das Publikum lies sich jedoch darauf ein und genoss die humorvolle Art des Stückes.
Im Vergleich zu den Proben schien die Nervosität den Darstellern doch zugesetzt zu haben, da sie einige Textstellen vergaßen. Sie lösten es jedoch ganz charmant und versuchten einfach weiter zu machen. Auch diesem Team nahm das Publikum die Fehler nicht böse und lachte mit ihnen mit.

Oops!

Oops - das Musical

Die Darsteller von Oops beim Applaus © Stefanie Müller

Nach der Pause war das Musical “Oops!” an der Reihe.
Buch: Daniel Große Boymann, Musik: Marc Seitz, Regie und Choreographie: Alex Balga, Musikalische Leitung: Fridtjojf Bundel, Team-Assistenz: Svitlana Peters
Darsteller: Agnes – Marie Lumpp, Begnes – Marja Hennicke, Gerd – Andreas Bongard, Francesca – Roberta Valentini

Dieses Musical verdeutlicht was passiert, wenn zwei betrogene Ex-Freundinnen herausfinden, dass ihr Schwarm eine neue Freundin hat. Als Erstes werden sie sauer und schmieden einen Racheplan. Meistens werden solche Pläne nicht durchgesetzt. In diesem Kurzmusical wird jedoch auf humorvolle Art und Weise gezeigt was passiert, wenn diese Pläne wirklich in die Tat umgesetzt werden. Agnes und Begnes brechen in die Wohnung der neuen Freundin ein und schlagen ihren Ex Gerd mit einem Werkzeugkoffer bewusstlos. Auf dem Weg zu der Wohnung begegnen die beiden einigen Hindernissen. Sie merken, dass ihr Plan nicht durchdacht ist, und scheitern an der verschlossenen Wohnungstür. An dieser Stelle taucht der mitgebrachte, durchgebrochene Bleistift wieder auf. Agnes versucht damit das Türschloss zu öffnen, schafft es jedoch nicht. Glücklicherweise hat Begnes noch einen Anspitzer dabei. Durch Situationskomiken wie dieser überzeugt auch dieses kurze Musical auf ganzer Linie und sorgt für gute Laune beim Publikum. Francesca ist Gerds neue Freundin und sehr verliebt in ihn. Dass mit etwas Fantasie alles möglich ist, beweist Alex Balga mit der Idee eine Art Ständer in einen Roller zu verwandeln. Mit Hilfe von einer Kopflampe und einem kleinen Körbchen, so wie etwas Nebel wirkt der Ständer wirklich ein bisschen wie ein Roller. Die Illusion ist perfekt, als Roberta Valentini so tut, als ob sie mit dem Roller fahren würde. Singend fährt sie so ihrer neuen Liebe entgegen.Als sie sich dreht, um eine Kurve anzudeuten, startet eine Windmaschine und im Hintergrund laufen die anderen Darsteller mit einem Ast in der Hand von links nach rechts, um die Fahrt noch deutlicher zu machen. Als Francesca nach Hause kommt, sieht sie die anderen Frauen in ihrerWohnung, so wie ihren Freund, der sich gerade von dem ersten Schlag auf den Kopf erholt. Sie versteht sofort, was dort passiert ist und bevor das Licht ausgeht, sieht man noch, wie sie ihren Korb hebt, um Gerd ebenfalls einen Schlag auf den Kopf zu geben.
Auch dieses Team hat an manchen Stellen Probleme mit dem Text, jedoch nehmen auch sie es nicht zu ernst und lachen über die Situation.

Frau an Bord!

Frau an Bord

Die Piraten der Elbe © Stefanie Müller

Als letztes durfte die Gruppe mit dem Musical “Frau an Bord!” auf die Bühne.
Buch: Tilmann von Blomberg, Musik: Johannes Glück, Regie und Choreographie: Gabriel Barre, Musikalische Leitung: Doris Vetter, Regie-Assistenz: Marco Krämer, Team-Assistenz: Claudia Steen
Darsteller: Käpt'n Kaftan – Harrie Poels, 1. Offizier Waldemar – Martin Planz, Schiffsjunge Frederik – André Haedicke, Franziska – Franziska Kuropka

Harry Poels wollte schon immer mal einen Piraten spielen. Seinen Wunsch hat Tilmann von Blomberg gerne erfüllt und ihm die Rolle des Käpt'n gegeben. Wer jetzt an das große weite Meer denkt, liegt falsch. Das Schiff der dreiköpfigen Crew ist nicht seetauglich und liegt lediglich auf der Alster in Hamburg. Der erste Offizier ist damit jedoch nicht zufrieden und wartet nur auf seine Chance das Schiff zu übernehmen und endlich hinaus auf das Meer zu fahren. Auch André Haedickes Aussage bei der Inspirationsrunde wurde berücksichtigt. Er wollte kein Kind mehr spielen. In dem Musical ist er der Schiffsjunge, der endlich als Mann angesehen werden will. Auch Franziska wollte mal einen Mann spielen. In dem Musical taucht sie als neues Mitglied der Crew auf. Aber als Mann, denn Frauen sind an Bord nicht erlaubt. In Wahrheit ist sie jedoch nur auf dem Schiff, um ihren Bruder Frederik nach Hause zu bringen. Waldemar sieht in ‘Franz' einen Konkurrenten und prüft seine Loyalität. Als Waldemar den anderen vermeintlichen Mann küsst und merkt, dass er kein Mann ist, ist er empört. Um von sich selbst abzulenken, ruft er laut, dass eine Frau an Bord sei. Alles klärt sich auf und der Käpt'n findet, dass eine Frau an Bord gar nicht so verkehrt sei. Da Waldemar sich jedoch gedemütigt fühlt, will er Franziska von Bord treiben. Es folgt eine Kampfszene mit zwei unechten Schwertern, in der Frederik seine Schwester verteidigt und tatsächlich gewinnt. Beeindruckt von seinem Können, übergibt der alte Käpt'n sein Schiff an Frederik. Dieser ist gnädig mit Waldemar und gewährt ihm, auf dem Schiff zu bleiben.
Dieses Musical ist ein Beweis dafür, dass die Inspirationsrunde den Autoren wirklich helfen kann. Das Publikum spendete auch diesem Musical viel Applaus und wirkte gut unterhalten.

Vertrauen in das eigene Können ist ein Muss

Roberta Valentini

Roberta Valentini © Stefanie Müller

Das Fazit der diesjährigen 24 Stunden Musicals ist, wie im letzten Jahr, durchweg positiv. Alle vier Musicals waren sehr lustig und unterhaltsam. Sie erhielten passende Lieder, die hohes Ohrwurmpotenzial bewiesen. Die Darsteller gaben ihr Bestes die Musicals in der kurzen Zeit einzustudieren und vor Publikum zu präsentieren. Sie hatten die Möglichkeit Neues auszuprobieren und entdeckten eventuell sogar neue Fähigkeiten. Alle Teilnehmenden mussten auf ihre Instinkte und ihr Können vertrauen. Wenn jemand an sich zweifelt, schafft er es nicht, andere zu überzeugen. Ausnahmslos jeder hat bewiesen, dass er seinen Beruf wirklich beherrscht.
Auch in diesem Jahr wurde bewiesen, dass es möglich ist, vier neue Musicals innerhalb von nur 24 Stunden zu erfinden, komponieren, proben und vorzuführen.
Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist wünschenswert.

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: S. Müller (07.11.2015)

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