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Ein Macher rund ums Musical – Andreas Luketa

Die deutsche Musicallandschaft wäre ärmer ohne ihn: Andreas Luketa. Egal ob Musical-Versandhandel, CD-Produktionen, Konzertformate oder Künstlerbetreuung - Luketa mischt nicht nur mit, sondern er prägt und setzt Maßstäbe. Das funktioniert nur mit großem persönlichem Einsatz, hoher Kompetenz und enormer Leidenschaft für das, was man tut. Geregelte Arbeitszeiten und gibt es bei diesem Job nicht.

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Headshot Andreas Luketa
Headshot Andreas Luketa © Conny Wenk

Pionier in der deutschen Musical-Landschaft

Seit weit über 20 Jahren lebt er für das Musical. Zuerst als Journalist bei der Zeitschrift „musicals“, als Autor von vier Sachbüchern und dann als Geschäftsführer der Sound of Music GmbH. Diese wurde 1994 aus recht pragmatischen Motiven gegründet. „Wir hatten damals festgestellt, dass es fast unmöglich war, in Deutschland CDs von ausländischen Musical-Produktionen oder auch Künstlern zu bekommen. Also haben wir angefangen, diese aus aller Welt zu importieren.“ Gemeinsam mit Markus Tüpker hat er die Sound of Music GmbH gegründet. Gestartet haben sie in einem kleinen Laden in Essen. Dieser war recht bald vollgepackt bis ins letzte Eck. „Wir haben uns nach und nach ein Netzwerk aufgebaut, in dem wir zum Beispiel Theater und Plattenfirmen im Ausland angeschrieben haben.“

Gedruckte Kataloge und Bestellzettel

Schnell wurde Sound of Music zu einem Fachversand, der neben Tonträgern auch Noten, Programmhefte, Poster und sonstiges Merchandising verkauft. „Es gab damals noch kein Internet, wir haben jedes Jahr einen Papierkatalog gedruckt aus dem unsere Kunden auswählen konnten. Dazu gab es Bestellscheine, ebenfalls aus Papier. Die kamen ausgefüllt zurück und wir haben dann die Bestellungen verschickt. Darüber hinaus gab es natürlich die Möglichkeit, einfach in den Laden zu kommen.“ Einen Laden gibt es immer noch, inzwischen ist er jedoch etwas größer. Kataloge dagegen gibt es nicht mehr. Längst existiert ein Online-Shop. Das Sortiment umfasst mehr als 15.000 Artikel rund um das Thema Musical.

Erste Konzerte im Ebertbad

Doch damit nicht genug. Ein eigenes CD-Label ergänzt das Portfolio ebenso wie unter eigener Flagge veranstaltete Konzertformate. Seit 2004 besteht Sound of Music Concerts. Zuerst mit Solo-Konzerten namhafter Musicaldarsteller im inzwischen legendären Ebertbad in Oberhausen. Inzwischen werden mehrere Locations in Deutschland und in Wien genutzt und neben Solo-Konzerten gibt es weitere Formate wie z.B. das „Milestones Project“, „Michael Kunze – A Musical Tribute“ und viele weitere Konzerte, die von Musical-Fans aus ganz Deutschland und Österreich begeistert angenommen werden. Hinzu kommen Kooperationen mit Deutschlands größtem Konzertveranstalter „Semmel Concerts“, für die Sound of Music Tourneeprogramme entwirft, und dann damit den gesamten deutschsprachigen Raum bereist.

Mammutprojekt Mitternachtsball

Den ganz großen Coup hat Sound of Music Concerts kürzlich mit dem „Mitternachtsball“ gelandet. Ein einzigartiges Halloween-Konzert rund um die „dunklen Themen des Musicals“. Die Karten waren in Rekordzeit ausverkauft, die Warteliste lang und die, die dabei sein konnten, waren begeistert. Der Mitternachtsball sei seines Wissens das bisher teuerste Musicalkonzert Deutschlands gewesen, verrät Andreas Luketa. Die Kosten lagen im unteren sechsstelligen Bereich. Die Arbeit, die in der Konzeption und der Vorbereitung steckt, ist enorm. „Aber das Ergebnis macht mich sehr, sehr glücklich“.

Dankbar für die Nachsicht des Publikums

Die Reaktionen der Besucher seien auf jeden Fall Entschädigung für all die Mühe gewesen. „Wir hatten leider einige Tonprobleme und noch bei der Generalprobe dachte ich, wir müssen den kompletten vierten Akt streichen. Aber Dank unseres fantastischen Tontechnikers Markus Danne haben sich die Probleme beim Konzert dann doch in Grenzen gehalten und wir konnten das komplette Konzert spielen.“ Dass ihm die Zuschauer die kleineren Soundprobleme nachsehen und er trotzdem sehr positive Rückmeldungen bekommen habe, sei für ihn etwas, das ihn sehr motiviere. „Das zeigt mir, dass die Qualität des restlichen Abends umso mehr geschätzt wurde.“ Allerdings frage man sich nach einem solchen Event schon auch, „wie soll man das jetzt noch toppen?“

Viele Arbeiten sind Chefsache

Zum Glück hat der Self-made-Unternehmer noch viele Ideen. „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Konzepten und Anregungen“. Der kreative Part bei Sound of Music ist Chefsache. „Das Schreiben und Entwerfen von Programmen, die Songauswahl, das mache ich alles selbst“, erklärt er. Zu seinen Aufgaben gehören aber auch alle Vertragsverhandlungen und jede Menge Korrespondenz. „Zwar habe ich einen persönlichen Assistenten, der mich entlastet, aber rund 80% der Mails, etc. beantworte ich selbst.“. In Summe sind bei der Sound of Music GmbH fünf Personen angestellt. Dazu gibt es eine freie Mitarbeiterin. Gar nicht so viel für ein inzwischen doch recht umfangreiches Unternehmen. Da bleibt jede Menge zu tun für den Geschäftsführer.

Auch weniger Gewinnorientiertes macht zuweilen Spaß

Nebenbei hat er zudem 1997 eine zweite Firma gegründet, die Andreas Luketa Productions. „Ich wollte gerne auch andere Dinge ausprobieren. Produktionen, die nicht in erster Linie gewinnorientiert sind.“ So hat er zum Beispiel mit Andreas Bieber ein Album mit Irish Folksongs produziert. „Das war natürlich etwas risikobehafteter und ist in einer GmbH schwer durchsetzbar“. Inzwischen habe sich aber auch dieser Zweig ganz gut entwickelt.

„Man muss sich Zeit zum Zuhören nehmen“

Auch „Art and Soul“, das 2009 gegründete Künstlermanagement, ist ein Teil von Andreas Luketa Productions. „Ich betreue inzwischen acht Darsteller in einem ganzheitlichen Konzept“. In den über 20 Jahren seiner Tätigkeiten im Musicalbereich habe er sehr viele Kontakte geknüpft, die kämen seinen Künstlern nun zugute. Er wollte keine Agentur sein, seine Schützlinge nicht einfach nur vermitteln. „Ein enger persönlicher Kontakt ist sehr wichtig. Ich muss wissen, wie es demjenigen, den ich betreuen soll, gerade geht. Ob es Sorgen und Nöte gibt oder ob eine Pause notwendig ist. Und man muss gegebenenfalls auch mal von Projekten abraten, wenn man das Gefühl hat, dass sie nicht gut für seinen Darsteller sind“. Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen seien dabei unerlässlich. Genauso wie Zeit zum Zuhören.

Manchmal bleibt das Privatleben auf der Strecke

Ja, gesteht Andreas Luketa ein, dieser Job sei mit einem hohen persönlichen und auch privatem Zeitinvest verbunden. Zwei langjährige Beziehungen seien leider bereits daran zerbrochen. Dennoch fühlt er sich sehr privilegiert. „Weil ich kreativ sein kann, weil ich Menschen im Hier und Jetzt glücklich machen darf“, begründet er das. Und Glück, das ist ein sehr wichtiges Thema für den sensiblen Macher. Vor einem Jahr sei er von der lauten Großstadt in ein kleines Dorf gezogen. „Dort kann ich abschalten, ganz bei mir sein. Es macht mich sehr glücklich, auf meinem Balkon zu sitzen und einfach nur in den Himmel zu sehen.“ In der Stadt sehe man den Himmel viel zu selten.

Glück ist ein zentrales Thema

Nur während wir leben, können wir etwas schaffen, das bleibt, erläutert Luketa. Er mache sich keine Illusion, dass sein Werk ihn über Jahre überdauere. „Es ist mir klar, dass mein Name nicht in die Geschichte eingehen wird“. Aber wenn er die Möglichkeit habe, zu Lebzeiten Menschen glücklicher zu machen, dann sei das schon sehr viel. „Wenn es ihnen zum Beispiel gut geht, weil sie aus einem unserer Konzerte kommen und deswegen etwas netter zu anderen sind, die sie auf dem Weg treffen. Wenn sie andere deswegen anlächeln und somit ihre Freude weitergeben, dann habe ich mit dem, was ich tue, schon viel erreicht.“

Für diesen Job gibt es keine Ausbildung

Wie schafft er es, seit so vielen Jahren in diesem Business erfolgreich zu bestehen? Was ist sein Rezept? „Den Beruf Manager kann man nicht erlernen.“ Er sei ausgebildeter Industriekaufmann, der sich sein Spezial-Wissen über die Jahre aufgebaut habe. „Man braucht vor allem Verständnis für das Genre und ganz besonders für die Künstler. Darüber hinaus braucht man gute Kontakte, ein tragfähiges Netzwerk. Und sehr viel Kompetenz. Die kann man sich nur über die Jahre erarbeiten. Man muss ein Gespür dafür entwickeln, was funktioniert und was nicht. Zum Beispiel beim Zusammenstellen von Setlists. „Ein Konzert braucht einen roten Faden“, ist Andreas Luketa überzeugt. „Ich mag es nicht, einfach ein Highlight nach dem anderen abzuspulen. Ich finde es langweilig, wenn Konzerte irgendwie aalglatt und rein kommerziell sind“. Deswegen baue er immer wieder auch Songs ein, die man so nicht erwartet. Dies gelte für die Künstler ebenso wie für das Publikum.

Reaktionen des Publikums sind Ansporn

Das gehöre letztlich auch zu den Dingen, die ihn antreiben, die ihn glücklich machen. „Wenn mir meine Künstler vertrauen und bereit sind, auch Songs auszuprobieren, die sie so gar nicht auf dem Zettel hatten“. Aber auch wenn er bei den Veranstaltungen hinten im Saal stehe und spüre, dass das Publikum das Gesehene annimmt, sporne ihn das an. „Wenn wir das Publikum mit dem was wir tun erreichen, dann gibt mir das sehr viel. Auch sein Wissen weiterzugeben und andere von seinen Erfahrungen profitieren zu lassen, sei ein sehr wichtiger Aspekt für ihn. Nach dem Mitternachtsball habe er mit den Folkwang-Schülern zusammengesessen, die dort mitgewirkt haben. „Ich hatte 50 Tipps für sie vorbereitet, die ihnen auf ihrem weiteren Weg in diesem Genre etwas helfen sollen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.“

Bei Andreas Luketa fällt es einem nicht schwer, sich recht schnell ein Bild von ihm zu machen. Er brennt mit jeder Faser seines Herzens für das was er tut. Er hält alle Fäden in der Hand. Aus unserer Sicht ist er zugleich Antreiber, Beschützer und Anwalt seiner Künstler und auch seiner Ideen. Würden das andere wohl auch so sehen? „Ich denke, mein Umfeld würde sagen ich arbeite zu viel, habe ein großes Herz und bin manchmal etwas zu hektisch.“

Ideen gibt es noch genug

Wir gönnen dem Organisationstalent eine hoffentlich etwas ruhigere Vorweihnachtszeit und freuen uns, dass er sich Zeit für dieses ausführliche Interview genommen hat. Und wir sind gespannt, was er als nächstes in petto hat. „Ich bin gerade an der Fertigstellung eines Schauspielstücks, das ich gemeinsam mit zwei Autoren geschrieben habe und plane derzeit das Buch für ein neues Musical, das ich gemeinsam mit einem großartigen Komponisten und einem ebenso großartigen Texter auf die Bühne bringen möchte“, weiht er uns ein.  Es bleibt also spannend, was es von Sound of Music Concerts und/oder Andreas Luketa Productions noch so alles für uns zu sehen uns zu hören gibt.

 

Kategorie: Galas & Konzerte,Interviews

Autor: M. Kanz (27.11.2017)

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