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Die ROCKY HORROR SHOW begeistert Hof

Am 14.2.2015 feierte die ROCKY HORROR SHOW in Hof Premiere. Diese war ein voller Erfolg. Ein euphorisches Publikum, das kräftig mitmischte, Standing Ovations und Zugaben zeugen von der Begeisterung des Publikums. Und im Anschluss gab es noch eine öffentliche Premierenfeier im Bistro.

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Ein Szenenbild kurz nach Eddies Tod
Die ROCKY HORROR SHOW © Harald Dietz

Enter at your own risk – Betreten auf eigene Gefahr

Das Warnschild im Foyer des Theaters

© Anne Polifka

Mit diesem Schild wurden am 14.2.2015 die Besucher bereits im Foyer des Theater Hofs vorgewarnt, denn was das Publikum erwartete, war
die Premiere der ROCKY HORROR SHOW, ein Kultmusical, dass sowohl für seine Skurrilität, als auch für seine Interaktion mit dem Publikum bekannt ist. Die Einstimmung erfolgte schon durch die Verkleidungen einiger Zuschauer und auch beim Einlass waren kostümiertes Personal. Wen das noch nicht überzeugte, dass es sich hier um etwas außergewöhnliches handelt, statt um einen konventionellen Theaterabend, der wurde spätestens bei der Ansprache, die die Zuschauer belehrte, überzeugt, denn da stellte die Stimmen der Cast klar, dass es keine Regeln gab – außer Mitschnitte selbstverständlich.

Wasser, Reis und Klopapier

Schon zu Beginn des Stückes – bei der ersten Hochzeit – wurde klar, dass das Publikum sehr mitmachfreudig war, denn ein wahrer Reis- und Konfettischauer ging im Zuschauerraum nieder. Auch mit „Beschimpfungen“ wurde nicht gespart. Der Regenschauer, der mit Wasserpistolen vom Publikum dargestellt wurde, ließ keinen Zuschauer trocken. Handys und Knicklichter erhellten den Saal bei „There’s a light“ und auch wenn der Time Warp in den vorderen Reihen wohl eher verhalten mitgetanzt wurde, so waren doch ab der Mitte des Saals mehr Zuschauer auf den Beinen, um gemeinsam den Time Warp zu tanzen – eine der wohl bekanntesten Szenen des Stücks. Auch die anderen

Brad & Janet im Regen

© Harald Dietz

Aktionen, wie die durch den Saal geworfenen Klopapierrollen oder das Schwingen der Ratschen, wurden euphorisch mitgemacht. Dieses begeisterte Publikum vervielfachte den Spaßfaktor und vor allem der Erzähler hatte allerlei kreative Einwürfe erdulden müssen.

Gäste von Transsexual

Natürlich lebt das Musical von Richard O’Briens von der Interaktion des Publikums, doch es hat selbstverständlich eine Handlung, auch wenn diese sehr speziell ist und mit allerlei Klischees daherkommt.
Hauptakteur ist das frisch verlobte Pärchen Brad und Janet. Sie wollen Dr. Scott besuchen, verfahren sich jedoch und haben auch noch eine Reifenpanne. Sie kommen zu einer Villa, wo sie nach einem Telefon fragen. Prompt werden zu Gästen einer skurrilen Festgesellschaft, die das geglückte Experiment des exzentrischen Wissenschaftlers Frank feiern. Dieser erweckt soeben seinen selbst erschaffenen Traummann Rocky zum Leben. Da platzt auch schon der „Organspender“ Eddie rein, dessen sich Frank schnellstens mithilfe eines Beils entledigt und als wären das nicht schon genug Katastrophen für das junge Pärchen, kommt es auch noch bei den Bettgeschichten zu skurrilen Verwechslungssituationen. Da taucht plötzlich Dr. Scott auf, der sich als Geheimagent für Ufosichtungen entpuppt und es wird klar, dass es sich zumindest bei Frank und seinen Dienern Riff Raff und dessen Schwester Magenta um Außerirdische handelt, wobei letztere der Erde überdrüssig sind und nach Hause wollen.

Tosender Applaus und Standing Ovations

Das Stück rief schiere Begeisterung hervor und es dauerte nicht lange, bis der ganze Saal auf den Beinen war. Zusätzlich heizten zwei Zugaben die Stimmung auf: Hot Patootie und der Time Warp, der nochmal kräftig mitgetanzt wurde.
Die Cast war meisterhaft und exzellent ausgewählt.
So wurde Dr. Frank’N’Furter von Léon van Leeuwenberg verkörpert, der mit Selbstsicherheit, sowie einer großen Bühnenpräsenz glänzte und auch seine gesanglichen

Léon van Leeuvenberg als Frank'N'Furter

© Harald Dietz

Fähigkeiten mehr als bewies. Auch das egozentrische Auftreten war sehr passend. Er füllte die Rolle bravourös.
Julia Leinweber spielte eine überzeugende Janet. Ihr Auftreten war schüchtern, naiv und verliebt, wie es sich für eine Janet gehört. Auch stimmlich füllte sie die Rolle großartig aus. Zusammen mit Jörn Bregenzer, der als Brad glänzte, spielten sie das perfekte Vorzeigepärchen.
Sehr unterhaltsam – vor allem zum Schluss – war zudem Chris Murray als Riff Raff, der sichtlich in seiner Rolle auflebte. Sowohl die Art sich zu bewegen, als auch die Art zu sprechen und die Mimik waren sehr interessant und passend. Auch animierte er erfolgreich das Publikum und stimmlich lieferte er die von ihm gewohnte Professionalität.
Als Magenta war Cornelia Löhr die optimale Besetzung. Sie spielte die Rolle sehr überzeugend und vor allem die Wandlung zum Ende von der Dienerin zu der Frau, die die Oberhand hat, war überzeugend.
Viel über sich ergehen lassen musste Thomas Hary. Er verkörperte den Erzähler und während sich wohl alle über ein Ausbuhen aufregen würden, konnte er es als Kompliment seiner Künste sehen, denn er spielt den Erzähler, der versucht, spannend zu sein, überzeugend, was sich auch mit Buh-Rufen und ähnlichen während des Applauses der verkörperten Rolle des verstaubten Erzählers – was von einem Buch, das immer beim Schließen stäubte, untermalt wurde – widerspiegelte.
Nicht vergessen darf man natürlich Stefan Reil, der den hin und wieder verunsicherten und zu Janet hingezogenen Rocky überzeugend spielte, wobei er vor allem auf seine Mimik setzte, was sehr passend, überzeugend und im gewünschten Sinne komisch wirkte.
Jonathan Agar verkörperte gleich zwei Rollen: Eddie und Dr. Scott. Jede davon spielte er überzeugend und mit voluminöser und markanter Stimme. Zum Schluss gab er Hot Patootie ein zweites Mal als Zugabe, was mehr als gelungen war.
Columbia wurde von Susanna Mucha präsentiert und das mehr als überzeugend. Mit penetranter Art begann sie und deutlich sah man die Wandlung durch die Trauer über Eddies Tod und auch die Auflehnung gegen Frank spielte sie überzeugend.

Der Ton macht die Musik

Time Warp

© Harald Dietz

… und genau deshalb hat sich das Theater Hof eine neue Tonanlage zugelegt, was sich mehr als auszahlte, denn bisher war oft die Tontechnik das Sorgenkind. Nun war es die erste Vorstellung in Hof, die ich frei jeglicher Tonfehler genießen konnte. Weder Rauschen noch Mikroausfälle störten den Abend, was die Qualität des Abends steigerte.
Natürlich gehört noch mehr dazu, zum Beispiel das Bühnenbild und die Kostüme, die zu dem Stück passten. Schillernde, luftige Kostüme und die Kulisse war ein Filmstreifen, der an den Film erinnerte. Kleine Extras wie das kleine, leuchtende Ufo, das an einer Angel vor der Bühne schwebte oder die Miniatur der Villa, rundeten das Ganze ab.
Nicht vergessen darf man natürlich die hervorragende Rocky Horror Band unter der Leitung von Rebecca Anne Hicks, die unermüdlich die Musik lieferten und das mit beeindruckender Dynamik.

Als kleines Extra hatte in der Pause eine unabhängige Jury die drei besten Kostüme der Zuschauer ausgewählt. Sieger wurden dabei „Pinky“, „Raff Riff“ und „Frank der Erste“, die nach vorn auf die Bühne gebeten wurden und dort ordentlichen Applaus erhielten.

Anschließende Premierenfeier

Die Premierenfeier der ROCKY HORROR SHOW

© Anne Polifka

Die Premierenfeier war sehr gut gefüllt. Sie fand im Bistro statt, wo freiwillige Helfer des Theaters alle mit Kost und Trank versorgten. Mit Postern und Klopapier war für Dekoration ebenso gesorgt, wie für Musik.
Vor der Eröffnung des Buffets hielten Reinhardt Friese, der für die Inszenierung zuständig ist, und Peter Kampschulte, der die Verpflegung organisierte und vor vielen Jahren selbst den Riff Raff in Hof spielte, eine Rede und dankten allen Mitwirkenden und natürlich auch dem tollen Publikum, was diese Show erst so großartig macht.

Das beste Mittel gegen Langeweile

Fazit: Wer ein paar Stunden aus dem Alltag entfliehen und unterhalten werden will, der sollte statt dem Fernseher lieber das Theater vorziehen, denn bei dieser Mitmachshow ist Spaß garantiert – und wann darf man schonmal andere nass spritzen, mit Reis und Klopapier werfen, den Time Warp tanzen und andere beschimpfen? Diese Gelegenheit ergibt sich nur in der ROCKY HORROR SHOW im Theater Hof. Also schnell Karten sichern und einen lustigen Abend erleben.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater,The Rocky Horror Show

Autor: A. Polifka (16.02.2015)

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