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Die Lady ist zurück – My fair Lady in Kaiserslautern

"Es grünt so grün...." und es klingt so schön bei der Premiere von "My fair Lady" am 31. Oktober im Pfalztheater Kaiserslautern. Musical 1 berichtet was die Inszenierung des alten Bühnenstückes so sehenswert macht.

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My fair Lady Kaiserslautern
My fair Lady in Kaiserslautern © Stephan Walzl

Der Bühnenklassiker ganz klassisch

Die Geschichte vom Blumenmädchen Eliza, das beim kauzigen Professor Higgins Sprachunterricht nimmt um eine richtige Dame zu werden, ist ein echter Bühnenklassiker. Im Deutschland wurde das Stück erstmals  1961 im Berliner Theater des Westens aufgeführt. Seitdem haben sich viele Bühnen darum bemüht der klassischen Lady mehr Moderne und ihrer Sprache mehr zeitgemäßen Straßenjargon einzuhauchen. Doch, dass es nicht immer auf's Extremste modernisiert sein muss und auch ganz ohne ein “kleenes Stückchen Glück” ein werkgetreu dargestellter Klassiker beim Publikum ankommt, zeigt die Inszenierung von Cusch Jung am Pfalztheater Kaiserslautern.

Die Drehbühne ist fast ständig in Bewegung

Die Bühne (verantwortlich Christoph Weyers) ist ausgefüllt mit einem riesigen Drehelement aus verschweißtem Aluminium und deckt je nach Drehung mit wenigen Requisiten alle Spielorte des Stückes ab. Durch die Dynamik der Drehbühne gehen alle Szenen ohne lange Umbauten fließend und bringen dem Musical Abwechslung und Kurzweiligkeit.

Wird das Ensemble Alfred P. Doolittle (Thomas Kollhoff) pünktlich zum Altar bringen

© Stephan Walzl

Es geht vom Londoner Covent Garden, wo sich Higgins zum Studium der Sprache aufhält und ihm Eliza begegnet, zu Higgins Haus, in dem die Wette zwischen ihm und Oberst Pickering geschlossen wird binnen sechs Monaten aus Eliza eine Dame zu machen. Auch die Gesellschaft, die das Pferderennen in Ascot besucht, lässt sich mit Treppenelementen und einem erhöhten Balkon ohne große Vorstellungskraft darstellen. In dieser Szene fährt das Pfalztheater ohnehin eine große Personalstärke mit Ballett und Statisterie auf, die die detailreichen Kostüme von Sven Bindseil ausführlich präsentieren darf. Ein sehr gelungenes Element ist die Einbindung des Orchesters unter der Leitung von Rodrigo Tomillo zu Beginn. Sonst dauerhaft im Orchestergraben versteckt, wird das Orchester für die Ouvertüre auf Bühnenhöhe gehoben und darf sich in ansehnlicher Musikerbesetzung präsentieren. Hoffentlich wird dieses Element beibehalte, denn bei der Premiere blieb der Graben beim Herunterfahren hängen, was für eine kurze Unterbrechung sorgte. Diese wurde vom Publikum jedoch mit wohlverdientem Applaus für die ersten gespielten Töne kompensiert.

Cusch Jung in doppelter Form engagiert

Einen großen Teil der Besetzung bilden Mitglieder des Ensembles des Pfalztheaters.  Zu diesem gehörte viele Jahre lang auch Cusch Jung, bevor er in weiteren Musicalproduktionen in ganz Deutschland zu sehen war. Seit der “West Side Story”2014 inszeniert er auch am Pfalztheater und übernimmt bei “My fair Lady” zusätzlich die männliche Hauptrolle des Professor Henry Higgins. Diese Doppelbelastung steckt er jedoch ohne weiteres weg und trägt in seiner Interpretation des Higgins zu einem gelungenen Abend bei. Sein Spiel wirkt natürlich und nie aufgesetzt, jede Handlung des teilweise besessenen Sprachforschers nimmt man ihm sofort ab. Während er im Ersten Akt den rücksichtslosen Lehrer gibt, zeigt er sich im Zweiten Akt zunehmend menschlicher und dass ihm an Eliza nicht nur als Forschungsgegenstand etwas liegt.

Julia Klotz hat die Rolle der Eliza Doolittle schon in mehreren Inszenierungen gespielt. Als berlinerndes Blumenmädchen fühlt sie sich auf der Bühne wohl und sicher und spielt sich mit Herz in dieselben der Zuschauer. Je mehr sie zur Dame wird, desto mehr Anstrengung muss sie jedoch unternehmen neben ihren starken Bühnenpartnern nicht zu verblassen. Jan Henning Kraus spielt einen amüsanten Oberst Pickering und belebt die Szenen im Hause Higgins. Über dieses wacht auch Haushälterin Mrs. Pearce (Adrienn Čunka), die eine echte Konkurrenz für Mrs. Danvers auf Manderley darstellen könnte.

Thomas Kollhoff darf als Alfred P. Higgins einige mitreißende Lieder des Musicals präsentieren, die diese Wirkung beim Publikum nicht verfehlen. Der Rolle von Elizas Verehrer Freddy (Daniel Böhm) fehlt es etwas an Präsenz und Wiedererkennungswert auf der Bühne, so dass dieser Handlungsstrang zugunsten der Beziehung zwischen Eliza und Higgins vernachlässigbar scheint. Die weiteren Rollen sind passend besetzt, nachzulesen auf der Homepage des Pfalztheaters und das Ensemble tanzt die Choreographien mit viel Energie.

Die Gelegenheit bis zum Ende der Spielzeit

My fair Lady gehört zu den Musicals, die man gesehen haben sollte und die Inszenierung des Pfalztheaters Kaiserslautern macht ohne viel Schnick-Schnack einfach großen Spaß. Bis Mitte Juli 2016 ist das Stück noch zu sehen, Karten sind ab zwei Monate vor Vorstellungstermin erhältlich.

Kategorie: My Fair Lady,Stadttheater

Autor: N. Kroj (04.11.2015)

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