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DIE DREI MUSKETIERE Premiere in Bad Gandersheim

Gestern feierte das Musical DIE DREI MUSKETIERE der Gebrüder Boland Premiere bei den 58. Gandersheimer Domfestspielen. Gewitterwarnungen ließen schon den ganzen Tag um die Vorstellung am Abend bangen, aber zur letzten Premiere der aktuellen Spielzeit war der Himmel über der Stiftsfreiheit strahlend blau und fast wolkenfreien. Musical1 war für Euch vor Ort…

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Die Musketiere und D’Artagnan Die Musketiere Porthos (Mario Gremlich, links), Athos (Udo Eickelmann, zweiter von links), Aramis (Veit Schäfermeier, rechts) und D’Artagnan (Merlin Fargel) ziehen gemeinsam ins Abenteuer. ©Hillebrecht/Die Foto-Maus

19 Darsteller und kein Ende in Sicht

Rund 19 Darsteller schlüpfen in die verschiedensten Rollen rund um die Musketiere. Schnelle Kostümwechsel füllen die Straßen von Paris und das ganze Musical mit Leben. Natürlich fällt einem auf, dass es immer wieder die selben Darsteller sind, die auf der Bühne auftauchen und doch hat man – so betont es auch Christian Doll auf der Premierenfeier – den Eindruck, die Darsteller schlüpfen in gefühlt 150 verschiedene Rollen. So wirkt die Bühne immer voll und die Handlung bleibt für das Auge lebendig. Trotz des recht kleinen Ensembles ist der Chorklang voll und vor allem sehr homogen.

Die Solisten

In diesem Jahr haben sich die Domfestspiele wieder einige Darsteller eingekauft, die durch Musicals wie TANZ DER VAMPIRE, MOZART!, REBECCA oder auch der CYRANO Produktion des Theaters Bielefeld vielen ein Begriff sein dürften. Neben bekannten Gesichtern wie Franziska Schuster, Veit Schäfermeier oder auch Fehmi Göklü, bekommt u. a. Merlin Fargel als frischgebackener Musicalabsolvent seine Chance, sich als d‘Artagnan zu beweisen.

Kardinal Richelieu und Lady de Winter

Die Lilie einer Prostituierten ziert die Schulter der Milady de Winter (Franziska Becker). Kardinal Richelieu (Ron Holzschuh) setzt sie deshalb unter Druck. ©Hillebrecht/Die Foto-Maus

©Hillebrecht/Die Foto-Maus

In die Rollen der beiden „Bösewichte“ schlüpfen Ron Holzschuh und Franziska Becker. Den machthungrige Kardinal, der hinter dem Rücken des Königs intriegiert und ihn für seine Zwecke missbraucht, verkörpert Holzschuh als starken, stolzen und zumeist auch arroganten Charakter. Besonders im Zusammenspiel mit Fehmi Göklü wird dieser hochnäsige, arrogante Zug am Kardinal deutlich. Leider werden bei dem Lied „Nicht aus Stein“ die Zweifel seinerseits nicht stark genug dargestellt. Franziska Becker verkörpert die Rolle der Lady de Winter. Eine der zentralen Figuren dieses Musicals, die wohl auf die unterschiedlichste Art und Weisen aufgefasst werden kann. Zum einen ist sie die gebrochene Frau, die mit gerade mal 15 Jahren Opfer eines Priesters wurde und somit lebenslang stigmatisiert ist. Auf der anderen Seite ist sie aber auch skrupellos, denn ihr ist jedes Mittel recht, um ihre Ehre wieder herzustellen und damit ihre große Liebe zurück zu gewinnen. Entsprechend facettenreich und stimmgewaltig zeichnet Becker diese Rolle.

Das Königspaar Anne und Ludwig

In die Rollen von König Ludwig und seiner Frau Anne, schlüpfen Fehmi Göklü und Maike Switzer. Göklü, den vielleicht einige noch aus REBECCA oder SISTER ACT kennen, verkörpert an diesem Abend nicht nur den König, sondern wird auch zum Musketier, kämpft in der Leibgarde des Kardinals Richelieu, und doch bleibt er als Ludwig am präsentesten. Er schafft den Umbruch vom schwächlichen, schüchternen und fehlplazierten König zum Herrscher, der die Kontrolle über die Musketiere und sein Land selbst in die Hand nimmt und sich von Richelieu los sagt. An seiner Seite spielt Maike Switzer. Sie zeichnet die Königin als eine starke Frau, die ihrem Mann den Rücken stärkt, obwohl sich der König auf Grund von Richelieus Intriegen immer weiter von ihr entfernt. Ihre klare Stimme zeigt Sie unter anderem im Terzett mit Franziska Becker und Franziska Schuster (Song: Wer kann schon ohne Liebe sein).

Haben die große Liebe gefunden: Constance (Franziska Schuster) und D’Artagnan (Merlin Fargel) ©Hillebrecht/Die Foto-Maus

©Hillebrecht/Die Foto-Maus

Franzsika Schuster als Constance

Bereits 2014 war Franziska Schuster bei den Domfestspielen am Fuße der Stiftskirche als Evita zu sehen und wurde mit dem Roswitha Ring ausgezeichnet. Mit der Produktion DIE DREI MUSKETIERE kehrt sie nun nach Bad Gandersheim zurück und schlüpft in die Rolle der schüchternen und treuen Zofe Constance. Sie verkörpert diese Rolle bis ins kleinste Detail und ist mit jeder Geste glaubhaft. Auch das Zusammenspiel mit Merlin Fargel als d'Artagnan harmoniert ausgesprochen gut. Es ist nur schade, dass sie phasenweise stimmlich untergeht.

Athos, Porthos, Aramis und d'Artagnan

Was die Besetzung der drei Musketiere und ihrem jungen Freund d'Aragnan angeht, haben die Domfestspiele wieder ganze Arbeit geleistet. Udo Eickelmann (Athos), Veit Schäfermeier (Aramis) und Mario Gremlich (Porthos) stellen ein unschlagbares Trio dar. Udo Eickelmann überzeugt mit seiner charismatischen Bühnenpräsenz, die er besonders gefühlvoll in seinem Solosong „Engel aus Kristall“ zeigen kann – hier zieht er das Publikum gänzlich in seinen Bann. Veit Schäfermeier verkörpert den eher ruhigen, „pseudo – Gläubigen“ Aramis, der der Damenwelt, trotz seines Klosteraufenthaltes, nicht abgeneigt ist. Kompletiert wird das Trio von Gremlich, der seine Rolle als verfressener Porthos überzeugend darstellt. Seine Leidenschaft ist das Essen, er hat immer wieder einen flotten Spruch auf Lager und erntet damit viele Lacher des Abends. Merlin Fargel braucht sich mit seiner Stimmer und seiner Bühnenpräsenz nicht hinter den „namhaften Darstellern“ zu verstecken. Ob alleine oder im Zusammenspiel mit seinen Kollegen – Merlin Fargel überzeugt auf ganzer Linie.

Ein gutes Team: Die drei Musketiere Porthos (Mario Gremlich, links), Athos (Udo Eickelmann, Mitte) und Aramis (Veit Schäfermeier). ©Hillebrecht/Die Foto-Maus

©Hillebrecht/Die Foto-Maus

Cheoreografie und Bühnenbild

Zu einer der großen Stärken dieser Produktion gehört aber die Choreografie (Marc Bollmayer). Die Tanzszenen nutzen die Bühne voll und ganz aus und auch wenn an diesem Abend noch nicht jeder Schritt zu sitzen scheint, füllen sie das Stück mit Leben. Besonders gut geglückt sind aber die für DIE DREI MUSKETIERE typischen Fechtszenen (Christian Ewald). Die unterschiedlich hohen Treppenkonstruktionen auf der linken und rechten Seite der Bühne sind die einzigen Kulissen und doch sind diese völlig ausreichend. Außerdem führt ein Steg durch den Mittelblock, der es den Darstellern ermöglicht, den Zuschauerraum zu einem Teil der Bühne zu machen.

Die letzte Premiere

Diese letzte Premiere unter Christian Doll ist geglückt. Das Wetter spielte die ganze Vorstellung über mit, das Bühnenbild ist – wie man das bei den Domfestspielen öfters sieht – auf ein Minimum reduziert. Die Darsteller brachten durchgängig eine gute, wenn nicht sogar herausragende Leistung und die Choreografien verliehen dem Stück das Tüpfelchen auf dem I – verdiente Standig Ovation beim Schlussapplaus. Alles in allem ein wirklich stimmiger Abend, der auf jedenfalls einen Besuch wert ist.

„Wer kann schon ohne Liebe sein?“ Milady de Winter (Franziska Becker, links), Constance (Franziska Schuster, Mitte) und Königin Anna (Maike Switzer) träumen von einem glücklichen Leben. ©Hillebrecht/Die Foto-Maus

©Hillebrecht/Die Foto-Maus

Termine

Noch bis zum 24. Juli ist diese Produktion bei den Gandersheimer Domfestspielen zu sehen. Weitere Termine finden Sie in unserem Musical1-Premierenkalender. Tickets gibt es online oder telefonisch bei den Gandersheimer Domfestspiel.

Kategorie: Allgemein,Kritiken,Open Air

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Autor: K. Heinen (25.06.2016)

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