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DIE COMEDIAN HARMONISTS – Die Rückkehr auf die Bühne am Fuße der Stiftskirche

Die COMEDIAN HARMONISTS erzählt die Geschichte des international bekannten Berliner Vokalensembles, den Comedian Harmonists, ihrem Erfolg und dem Zerfall der Gruppe infolge des Nationalsozialismus. Bereits bei den 57. Gandersheimer Domfestspielen war diese Produktion zusehen. Am 27. Mai feierten die COMEDIAN HARMONISTS ihre Wiederaufnahme, Musical1 hat sich die Vorstellung am 03. Juni für Sie angesehen.

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comedian-harmonists-logo-bad-gandersheim ©Gandersheimer Domfestspiele

Riesenerfolg des Vorjahres als Wiederaufnahme

DIE COMEDIAN HARMONISTS mauserten sich in der vergangenen Spielzeit zum Publikumsrenner (hier gehts zum Bericht aus dem Vorjahr) und bekamen bereits bei den 57. Ganderheimer Domfestspielen Zusatztermine. In diesem Jahr kehrt das Vokalensemble rund um Harry Frommermann (Dirk Weiler) für sieben Vorstellungen zurück auf die Bühne der Domfestspiele. Dabei ist fast wieder die gesamte Cast aus der vergangenen Spielzeit in ihre Rollen zurückgekehrt, einzig die Rolle des Romans wurde mit Wolfgang Mirlach umbesetzt. Johannes Kiesler, der diese Rolle zuvor bekleidet hatte, ist aktuell in Produktionen am Theater Lübeck und Nürnberg zu sehen.

Anknüpfen an das Vorjahr

Die Comedian Harmonists bezirzen die Vermieterin (Jens Schnarre)

©Hillebrecht/Die Foto-Maus

Auch wenn ein Comedian umbesetzt wurde, ist doch eines gleich geblieben: die Stimmgewalt und Präzision, mit der die Darsteller das Vokalensemble aus den 1930er Jahren zum Leben erwecken. Harmonien, die bis in Detail stimmen und eine große Spielfreude von Seiten der sieben Darsteller machten die COMEDIAN HARMONISTS zum Publikumsliebling, der auch in dieser Spielzeit wieder für volle Ränge sorgt. Dabei scheint nicht nur stimmlich alles perfekt zu harmonieren, sondern auch das Zusammenspiel der Einzelnen ergänzt sich zu einem stimmigen Gesamteindruck. Wie bereits in der letzten Spielzeit sticht Jens Schnarre heraus, der auch in diesem Jahr wieder in die verschiedensten Nebenrollen schlüpft: Ob nun die mehr oder weniger talentfreien Schauspieler, die allesamt bei Frommermann vorsingen, oder aber auch die Vermieterin des Ensemblegründers Harry, die sich von den Comedian Harmonists immer wieder um den Finger wickeln lässt. Schnarre beherrscht sie alle und verleiht jedem Einzelnen einen eigenen Charakter.

Der Neue

Während Dirk Weiler (Harry), Daniel Dimitrow (Robert genannt Bob), Jannik Nowak (Erich), Oliver Polenz (Ari), Gero Wiest (Pianist Erwin) und Jens Schnarre (Hans) bereits aus der letzten Spielzeit ein eingespielte Truppe sind, ist Wolfgang Mirlach (Roman) „der Neue“ im Team. Mirlach fügt sich sehr gut in das Stück ein und ergänzt die Kollegen stimmlich. Jeder der Darsteller verkörpert seine Rolle facettenreich, zeigt sie vielschichtig und schafft es, dass die Grenze zwischen Rolle und Realität verschwimmt. Beeindruckends dass alle dieses hohe Niveau die gesamten zwei Stunden (bei den Domfestspielen gibt es keine Pause) halten können.

Aktueller denn je

Die COMEDIAN HARMONISTS wollen die deutsche Version der amerikanischen Band „The Revelers“ werden, dafür üben die fünf Sänger und ihr Pianist in jeder freien Minute – unentgeltlich versteht sich. Viel Leidenschaft und Ehrgeiz begleitet das Gesangsquintett auf ihrem Weg an die Spitze – Stars wollen sie sein und müssen dafür auf so einiges verzichten. Gerade als die Erfolgsgeschichte der „Comedian Harmonists“ so richtig beginnen kann, gelingt dem Nationalsozialismus die Machtergreifung und stellt die Gruppe – deren Mitglieder inzwischen zu Freunden geworden sind – vor ein großes Problem. Drei der sechs Mitglieder sind Juden und dürfen nicht mehr öffentlich auf deutschem Boden auftreten, was nun? Die Gruppe definiert sich über deutschen Wortwitz, der in Amerika oder Frankreich nicht so gut funktionieren wird und außer Erich spricht auch keiner Fremdsprachen. So zerbricht die Gruppe an dieser Situation.

Schlagartig kippt die Stimmung. Haben bis dato alle gelacht, ändert sich die Atmosphäre, als die Szenen beginnen, in denen der Nationalsozialismus in das Wirken der „Comedian Harmonists“ eingreift. Sind es erst noch ein paar Konzert- und Filmabsagen, die mehr als fadenscheinig begründet werden, bekommt das Quintett bald schon Auftrittsverbot. Immer drückender wird die Stimmung im Publikum. Waren es im vergangenen Jahr nur ein paar Vereinzelte, die Jens Schnarre als Nationalsozialisten ausbuhten, ist es im diesen Jahr schon die Mehrheit, die ihren Missfallen mehr als deutlich kundtut.

Besonders Dirk Weiler ist durch seine Gestik und Mimik in diesen Szenen extrem präsent. So sieht man ihm in jeder Nuance seiner Wut und sein Entsetzen über die Situation an. Als er die Hakenkreuzflagge – welche im Hintergrund gehisst wurde – mit voller Wut herunter reißt, bricht das Publikum in Jubel aus. Natürlich fallen hier Sätze und Anschuldigungen, die das Publikum schlucken lassen, und doch hat Frommermann recht, wenn er nicht den Nationalsozialisten direkt, sondern den drei „Ariern“ die Schuld am Zerfall der Gruppe gibt. Ari, Erwin und Bob entscheiden sich gegen ihre Freunde und Kollegen und lassen damit zu, dass der Nationalsozialismus sich durchsetzt. Eine Szene, die aktueller denn je wirkt und sehr stark schauspielerisch herausgearbeitet worden ist.

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© Hillebrecht/Die Foto-Maus

Berechtigter, frenetischer Schlussapplaus

Stehende Ovationen und drei Zugaben hatten sich die Darsteller an diesem Abend wirklich verdient. Der Applaus stellte an diesem Abend – vor nahezu ausverkauften Zuschauerrängen – unter Beweis, dass es die richtige Entscheidung war, diese Produktion wieder aufzunehmen. Das gesamte Ensemble wirkte an diesem Abend in Topform und riss das Publikum mit enormer Spielfreude mit. Schon während der Vorstellung klatschte das Publikum immer wieder mit, dass das Wetter trotz der Unwetter in den vergangenen Tagen gehalten hat, tat sein Übriges!

Alle Informationen zur Produktion und den Folgeterminen finden Sie in unserem Premierenkalender. Karten sind online oder telefonisch bei den Gandersheimer Domfestspielen noch für alle Shows zur Verfügung. Ein Besuch lohnt sich.

Kategorie: Kritiken,Open Air

Tags:

Autor: K. Heinen (04.06.2016)

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