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Der Südharz auf einer Wellenlänge mit Graf DRACULA – Kritik

Auch am Stadttheater Nordhausen weiß man, wie beliebt das Genre Musical beim Publikum ist. Spätestens seit der Aufführung von DIE PÄPSTIN vor zwei Jahren kommen Besucher aus ganz Deutschland in den Südharz gepilgert. Nun treibt Graf DRACULA sein Unwesen in der Kleinstadt am Randes des Harzes. Wie die Inszenierung des Theaters Nordhausen ankommt, haben wir von Musical1 uns mal angeschaut.

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Dracula und Mina
Dracula und Mina © Roland Obst

Frisches Blut gibt es derzeit am Theater Nordhausen zu sehen

Und zwar in gleich in dreifacher Hinsicht. Für das Theater Nordhausen ist es eine Premiere, das Musical aus der Feder des New Yorker Musicalkomponisten Frank Wildhorn auf die Bühne zu bringen. Mit David Arnsperger und Valerie Link in den Hauptrollen holten sie zwei Künstler nach Nordhausen, die bisher hier noch nicht zu sehen waren.

Und dann wäre da noch Blut als solches, welches während einer Vorstellung von DRACULA natürlich auf keinen Fall fehlen darf. Wie wir erfuhren, kommen vier Zutaten in den Topf, in dem am Theater Nordhausen das wichtige Gut des Grafen hergestellt wird. Wenn es auf der Bühne zum Einsatz kommt, lässt dies sicher bei so manchem Zuschauer das eigene Blut in den Adern zu Eis werden.

Dracula und Mina

© Roland Obst

Ideal besetze Rollen sorgen für einen schaurig schönen Musicalabend

Bereits als die ersten Töne des Wildhorn-Musicals im Theatersaal von Nordhausen erklingen, ist es auffällig ruhig beim Premierenpublikum. Dies liegt sicher an der Tatsache, dass sich ein eisiger Schauer auf den Seelen der Zuschauer gelegt hat.

Voller Spannung und Hochachtung streitet David Arnsperger als DRACULA über die Bühne. In seinem Blick liegt tiefer Hass auf die Menschheit. Arnspergers gesamtes Erscheinungsbild wirkt düster und unberechenbar. Die Augenblicke, wenn er die insgesamt 80 Treppenstufen, die im Bühnenbild verbaut wurden, entlang schreitet, sorgen für eine ganz besondere Magie. Auch stimmlich kann er das Publikum auf ganzer Linie überzeugen. „Hut ab“ für diese Spitzenleistung.

Valerie Link spielt die weibliche Hauptrolle im Stück. Mina, zu Anfang die Verlobte von Jonathan Harker und später seine Ehefrau, fühlt sich im Laufe der Handlung immer mehr zu Graf Dracula hingezogen und verliebt sich schließlich unsterblich in seine Gestalt. Link kann in dieser Rolle sowohl ihre schauspielerische als auch gesangliche Leistung vollends unter Beweis stellen und lässt beim Zuschauer sogar ein gänsehautartiges Gefühl über die Haut laufen. Ihr Comeback aus der Elternzeit ist der jungen Frau ohne jeden Zweifel grandios geglückt.

Mit Marvin Scott als Renfield, ein Mitwisser Draculas, ist dem Theater Nordhausen ebenfalls eine Idealbesetzung gelungen. Scott verkörpert diese Rolle authentisch verrückt und sorgt sicher auch an manchen Stellen für ein kleines Grinsen in den Zuschauergesichtern. Aber auch die anderen Rollen, wie z.B. Marian Kalus als Jonathan Harker und Zinzi Frohwein als Lucy Westenra, leisten eine grandiose Arbeit.

Ein kluges Bühnenbild und mystische Kostüme

Das Bühnenbild der DRACULA Inszenierung in Nordhausen lässt sich unbeirrt als gewagt bezeichnen. Es besteht schlicht und einfach aus einem Labyrinth aus unterschiedlich großen Treppen, die in verschiedenen Richtungen aufgebaut sind und ineinander verschoben werden können. Zusätzlich kommen im Laufe der Handlung einzelne Requisiten hinzu.

Jeder Szene bzw. jedem Spielort in der Handlung wird eine bestimmte Konstellation der einzelnen Treppen zugeordnet, sodass der Zuschauer problemlos verstehen kann, wo man sich gerade befindet. Das Bühnenbild in dieser Form entpuppt sich als eine sehr kluge Entscheidung von Seiten des Kreativteams.

Die Kostüme ließen keine Wünsche offen. Mystisch die Gewänder und Anzüge des Grafen Dracula, stilvoll und elegant die Kleider von Mina. Auch die Kostüme der anderen am Stück beteiligten Künstler fügen sich ausgezeichnet in das Gesamtbild ein.

Lucy

© Roland Obst

Orchester, welches seines Namens würdig ist

Musikalisch begleitet werden die Künstler auf der Bühne vom Loh-Orchester Sondershausen. Die über dreißig Musiker zeigen in der 2,5-stündigen Show, was in ihnen steckt. Schon während des Prologes spürt man förmlich, welche Power dort im Orchestergraben vorhanden ist und dies lässt auch während der gesamten Vorstellung nicht nach. Die musikalische Leitung am Abend der Premiere hatte Henning Ehlert inne.

DRACULA kommt an in Nordhausen und lauert hinter jeder Ecke

Abschließend lässt sich sagen, dass dem Theater Nordhausen mit seiner Inszenierung von DRACULA ein sehr sehenswürdiges Stück geglückt ist, welches beim Premierenpublikum gänzlich ankam. Minuten anhaltende Standig-Ovations und zahlreiche Jubelchöre ertönten bereits, nachdem der letzte Ton auf der Bühne erklang. Noch bis Ende Mai treibt der wilde Blutsauger sein Unwesen im thüringischen Nordhausen.

Wer derzeit des Nachts in Nordhausen unterwegs ist, sollte zudem alle Augen und Ohren offen halten, denn Graf DRACULA könnte hinter jeder noch so unauffälligen Ecke lauern und Ihnen mit seinen spitzen Vampirszähnen das Blut aus den Adern saugen.

Kategorie: Kritiken

Autor: C. Demme (03.04.2017)

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