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DER SCHLÜSSEL – DAS MYSTICAL: Duisburg begibt sich wieder auf die Reise nach Argonan

Nach der Welturaufführung 2014, kehrt das Mystical von Benjamin Hübbertz-Ivartnik und Sebastian Ivartnik nun zurück in die Duisburger Rheinhausenhalle. Bereits am Freitag, dem 21. Oktober feierte DER SCHLÜSSEL seine Wiederaufnahme-Premiere. Insgesamt sechs Mal – bis zum 30. Oktober – wird es zu sehen sein. Wir haben uns die zweite Vorstellung angesehen, die mit tosendem Schlussapplaus endete.

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Der Schlüssel – Das Mystical ©Frank Ebert

Duisburg wird für dieses Wochenende zu einer Hochburg für Musical-Fans

Nicht nur MOZART! feierte am 21. Oktober seine Premiere, sondern auch DER SCHLÜSSEL – DAS MYSTICAL. Während MOZART! über ein großes technisches Know-How verfügt, zeigt P.R.O-Y.O.U. e.V., dass man auch ohne fahrbare Bühnenelemente einen wirklich gelungenen Musical-Abend kreieren kann. Fast in jeder Szene erscheint die Bühne in neuem Antlitz und 57 Darsteller füllen sie mit leben. Nicht nur zum Schlussapplaus, sondern auch im Verlauf der Show, wird die Cast immer wieder vom Publikum mit Beifall belohnt.

©Frank Ebert

©Frank Ebert

Ein Mädchen ist der Schlüssel

Mit diesem Mystical erfüllen sich die beiden Autoren den Traum eines Fantasie-Musicals. Das Waisenkind Lilly Clé wächst in einem englischen Kinderheim auf. Erst im Alter von 14 Jahren melden sich ihre Onkel Viktor und ihre Tante Sylvia und holen das junge Mädchen zu sich nach Frankreich. Doch bei ihren Verwandten scheint das Mädchen nicht wirklich willkommen zu sein (Kind im Haus). Als dann auch noch in ihrer ersten Nacht im Schloss, der Kettenanhänger – ein Schlüssel – ihrer Tante verschwindet, wird natürlich Lilly verdächtigt. Fern von ihren Freunden aus dem Waisenhaus und der Ordensschwester Mary fühlt sich Lilly einsam und alleine (Reprise – Schloss am Rand der Welt).

©Frank Ebert

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Pete, der Gärtner des Anwesens, wird zu einem ihrer wenigen Freunde. Er versucht sie zu trösten, versucht das Verhalten des Onkels zu erklären und lüftet dabei auch gleich das Familiengeheimnis (Blatt im Wind). Auf mysteriöse Weise findet der Schlüssel, den sie gestohlen haben soll, erneut den Weg zu ihr. Die Neugier ist geweckt: zu welcher Türe gehört der Schlüssel? Warum findet er immer wieder den Weg zu Lilly? Wie konnte ihre Cousine Nell einfach so verschwinden? Und was hat das alles mit dem verbotenen Nordflügel auf sich? Gemeinsam mit Pete, Sarah ihrer Gouvernante und der Köchin Margareth macht sich Lilly auf, diese Geheimnisse zu lüften. So beginnt die Vierzehnjährige ihre Reise nach Argonan und zu sich selbst. Aber kann Sie auf dieser Reise wirklich jedem trauen der sich als Freund ausgibt?

Kreative Ideen

Eine Prise „Herr der Ringe“, vielleicht ein bisschen „Alice im Wunderland“ und zu guter Letzt ein Hauch „A Nightmare before Christmas“ und heraus kommt DER SCHLÜSSEL? Natürlich weckt das ein oder andere Element Erinnerungen an bekannte Märchen oder Fantasie-Romane und doch entführt DER SCHLÜSSEL in seine ganz eigene Welt.
Mit einfachen Mitteln werden tolle Effekte hervorgerufen: So tragen z.B. beim Geisterball einige Darsteller Fersenroller mit blinkenden LEDs, die dafür sorgen, dass es in dieser düsteren Szene aussieht, als schwebten sie über die Bühne. Oder auch der Laser-Projektor der den Saal der Rheinhausenhalle in ein Meer aus grünen und roten Lichtpunkten taucht. Hier hat sich P.R.O.-Y.O.U. einiges einfallen lassen.

Das Bühnenbild

©Frank Ebert

©Frank Ebert

Ob nun der Schlafsaal im Waisenhaus, die Schlossmauer mit ihrem eisernen Eingangstor, die Stadt Momperi oder auch die Kristallwälder Eylsidon – so gut wie jede Szene hat ein eigenes Bühnenbild. Schon lange existierte die Fantasiewelt in den Köpfen von Benjamin Hübbertz-Ivartnik und Sebastian Ivartnik. Vier Jahre lang wurde an ihnen gearbeitet, um mit viel Liebe zum Detail die magische Welt von Argonan zu erschaffen. Weder fahrbare Bühnenpodeste, noch ein Schnürboden, aus dem Bühnen-Elemente auf die Bühne herunter gelassen werden könnten stehen P.R.O.-Y.O.U. zur Verfügung. P.R.O.-Y.O.U. arbeitet komplett ohne computergesteuerte Bühnenmaschinerie, dennoch finden alle Kulissen rechtzeitig ihren Weg auf die Bühne. Dies führt natürlich zu kleinen Umbaupausen zwischen den Szenen, diese werden jedoch durch einen Erzähler überbrückt.

Inszenierung eines Erzählers

Schade nur, dass der Erzähler vom Band kommt und somit nicht inszeniert ist. Wäre der Erzähler als Person auf der Bühne greifbar gewesen, wäre der Fluss des Stückes wahrscheinlich nicht so unterbrochen worden. Der Erzähler ist vor allem im ersten Akt nicht wegzudenken, denn er nimmt das Publikum an die Hand und liefert mit seinen Erzählungen das Bindeglied zwischen den einzelnen Szenen.

Ein Fest für die Augen

©Frank Ebert

©Frank Ebert

Die Kostüme machen die Illusion einer anderen Welt perfekt. Bereits vier Jahre vor der Welturaufführung luden die Autoren zum ersten Nähtreffen ein, um die Kostüme für DER SCHLÜSSEL zu entwerfen. Der Startschuss für die Mammutaufgabe dieser Produktion. Mit ebenso viel Liebe zum Detail wie das Bühnenbild, sind auch die Kostüme geschneidert. Ob nun die Rokoko-Kostüme, passend für Lillys Zeit im Frankreich des 18. Jahrhunderts, oder auch die kreativen Kostüme der Bewohner Argonans, jedes einzelne ist ein Fest für die Augen. Bis zu 200 Arbeitsstunden pro Kleid, Pailletten über Pailletten, Perlen und sogar LED-Beleuchtung wurden hier für eingebracht. Und nicht nur bei den Kostümen, auch bei den Accessoires der einzelnen Rollen wurde mit oberster Sorgfalt gearbeitet.

Die Besetzung

Es sitzt nicht immer jeder Ton, immer mal wieder knacken die Mikrofone und auch der ein oder andere Versprecher kommt vor. So etwas passiert und macht auch nicht vor den Profis Halt. Aber bei P.R.O.-Y.O.U. e.V. handelt es sich weder um eine Laien- noch um eine rein professionelle Produktion. Ihr Grundsatz „Das Musical Projekt für Jedermann“ ist Programm. Einige der 17 Hauptrollen sind grandios besetzt und überzeugen nicht nur schauspielerisch, sondern auch stimmlich – andere sind deutlich schwächer. Doch egal ob Hauptrolle oder Ensemblemitglied, ob drei Stunden nur auf den Knien laufend oder auf zwei bzw. vier Stelzen: Alle der über 50 Darsteller sind hochmotiviert und arbeiten Hand in Hand.

Bei mehr als 50 Darstellern werden vor allem die Ensemblenummern – wie das Finale des ersten Aktes Schatten über uns oder auch der Epilog Eine neue Zeit– zu besonderen Highlights. Nicht nur durch den starken Klang des Ensembles, sondern auch dadurch, dass das Gemeinschaftsgefühl hier spürbar ist.

Einerseits könnte man sagen, dass diese Show sich durch den Zusammenhalt auszeichnet – anders geht es wohl auch nicht bei bis zu fünf Rollen die ein Ensemblemitglied bekleiden kann. „Da muss man aufeinander acht geben, schauen das jeder das richtige Kostüm trägt und nicht schon eine Szene weiter ist“ das betont auch Benjamin Hübbertz-Ivartnik in seiner Ansprache nach der Show. Dennoch kommt man nicht umhin zwei besonders hervorzuheben.

©Frank Ebert

©Frank Ebert

Lilly und Pete

Die 26-jährige Melanie Reich, schlüpft an diesem Abend in die Rolle der Lilly Clé und zeigt an der Seite von Dennis Schäfer, der die Rolle des Gärtners Pete bekleidet, eine tadellose Leistung. Mit Schloss am Rand der Welt ziemlich zu Beginn des ersten Aktes (3. Lied) sorgt Reich direkt für einen Gänsehaut Moment. Auch das Duett Blatt im Wind wird zu einem Highlight des ersten Aktes. Beide bewegen sich mit unglaublicher Professionalität auf der Bühne.

 

Fazit

©Frank Ebert

©Frank Ebert

Auch wenn zuletzt Melanie Reich, als auch Dennis Schäfer hervor gehoben werden, so leisten doch alle Darsteller an diesem Abend Großes. Es sitzt vielleicht nicht immer jeder Ton, doch darüber lässt sich gut hinweg sehen, denn man spürt in jeder Szene, wie viel Liebe in diesem Stück steckt. Eingängige Melodien, tolle Texte und eine fantasievolle, starke Geschichte machen dieses Musical aus. Das Bühnenbild und die Kostüme, die mit viel Detailverliebtheit entstanden sind, bieten den perfekten Rahmen, um Argonan auf der Bühne lebendig werden zu lassen. Mit DER SCHLÜSSEL haben Benjamin Hübbertz-Ivartnik und Sebastian Ivartnik ein Mystical geschaffen, das man sich auch gut auf der großen Bühne vorstellen kann. Ein wirklich schöner Musical-Abend in kleiner, intimer Atmosphäre. Leider ist das Musical nur noch dreimal in Duisburg zu sehen.

Für die letzten drei Vorstellungen, am 28., 29. und 30. Oktober, gibt es noch Karten zu kaufen. Ein Besuch lohnt sich, besonders da DER SCHLÜSSEL das letzte Musical aus der Feder von Benjamin Hübbertz-Ivartnik und Sebastian Ivartnik für P.R.O.-Y.O.U. e.V. sein wird. Denn die beiden geben am 30. Oktober ihren Abschied vom Musical Projekt für Jedermann.

Kategorie: Allgemein,Kritiken,Theater Eigenproduktionen

Tags:

Autor: K. Heinen (24.10.2016)

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