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DER RING der Macht zieht Hof in seinen Bann

Am 29. Oktober hatte DER RING im Theater Hof Premiere. Tosender Applaus nach jedem Lied, Standing Ovations und Begeisterungsrufe am Ende zeugen von einer sehr gelungenen Show. Der Heldenepos des Rheingolds zieht das Publikum in seinen Bann und auch die Riesen und der Drache tauchen auf. Fazit: unbedingt sehenswert!

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Siegfried und Brunhild
DER RING ©H. Dietz Fotografie

Große Begeisterung bei DER RING-Premiere

Am 29. Oktober 2016 bewies das Theater Hof einmal mehr mit einer fulminanten Premiere sein Können. Nach den Uraufführungen von Houdini und Einstein (wir berichteten hier und hier) feierte nun eine Neuinszenierung von DER RING von dem international bekannten Komponisten Frank Nimsgern (u.a. PARADISE OF PAIN, SNOWHITE und POE) unter der Regie von Reinhardt Friese. Standing Ovations und Begeisterungsrufe erfüllten den Saal nach dem letzten Lied und zeugten von einer sehr gelungenen Show.

Der Ring der Macht

Die Götter schenkten den Menschen einst den Ring der Macht, doch brachte er in diesen Hass, Neid und Gier hervor, weshalb die Götter den Ring wieder nahmen und ihn in den Tiefen des Rheins versenkten und ihn von den Rheinamazoni bewachen ließen. Es vergingen unzählige Jahre, bis der Zwerg Alberich von einem Fisch in das Tal gezogen wird und auf den Ring stößt. Er nimmt ihn und errichtet sich ein Königreich, in dem er regiert. Während dieser Zeit ließ der Gott Wotan sich von zwei Riesen einen neuen Palast bauen. Als sie ihren Lohn – das Rheingold und den Ring – einforderten, beichten die Rheintöchter, dass beides von Alberich gestohlen worden war. Wotan steigt hinab, entwindet dem Zwerg den Ring mit einer List und zahlt die Riesen aus. Der Ring zerfrisst die Riesen mit Gier und einer der Riesen erschlägt seinen Bruder und verwandelt sich in den Drachen Fafner, der den Ring bewacht.
In dieser Zeit schmiedet Alberich einen Menschen aus Stahl und nennt ihn Siegfried. Er sendet seinen Sohn aus, um Fafner zu erschlagen und ihm den Ring zurückzubringen und so zieht Siegfried aus. Alles wäre ein Kinderspiel, wäre da nicht Wotans schöne, verbannte Tochter Brunhild…

Beeindruckender Einsatz von Bühnenbild und -technik

Besonders einprägsam war die szenische Umsetzung dieses Stückes. Das Bühnenbild zeigte den Salon eines gesunkenen Schiffs – symbolisch für den Untergang der Gesellschaft – und die Bühne wurde von einem Wassergraben durchzogen, der den Rhein symbolisierte. Die Riesen fanden ihren Weg durch riesige Masken, die zu den Fenstern an den Seiten des Bühnenbildes hereinschauten, auf die Bühne. Die unterirdische Schmiede des Zwerges wurde durch eine Hebebühne offenbart, der mit Nebel und Licht eine stimmige Atmosphäre verliehen wurde. Begeisterung rief vor allem der Drache Fafner beim Publikum hervor. Viele Einzelteile, getragen von Tänzern, formierten sich immer wieder zu dem großen Drachen, gegen den Siegfried kämpfte.
Den Orchestergraben gab es diesmal nicht, denn lediglich eine vierköpfige Band spielte, jedoch mit so viel Power, dass dies keinerlei musikalische Einbußen mit sich brachte. Dirigiert wurde sie von dem Komponisten Frank Nimsgern persönlich, der selbst zugleich der Gitarrist war.
Eine Erzählerstimme leitete passend durch das Stück und verlieh dem Stück den Einduck einer Heldengeschichte, die erzählt wird.

Starbesetzung erweckt den Epos zum Leben

Das Theater Hof bediente sich wieder vieler bekannten Größen der Musicalszene, die schon zuvor erfolgreich für das Theater spielten. So spielte Christian Venzke im Jahr zuvor u.a. bei EINSTEIN den Solovin. Hier verkörperte er den listigen Wotan, der sich auf seiner Macht ausruht und alle anderen Götter verbannte. Allein genießt er sein Leben in dem Palast und hat keinerlei Interesse an den Menschen. Facettenreich spielte er den mächtigen Gott und zugleich den Vater von Brunhild. Vor allem die Songs „Göttin von den Augen“, als er seine Tochter verbannt und „Wenn ich nur will“, ein Duett mit Alberich, begeisterten das Publikum.
Der Zwerg Alberich wurde von Chris Murray gespielt, der zuvor u.a. als Einstein und Houdini am Theater Hof brillierte. Sehr deutlich spielte er Alberichs Besessenheit von dem Ring der Macht, der alles dafür tun würde, um diesen zurückzubekommen – selbst seinen Sohn töten. Mit gewohnter Wandlungsfähigkeit wechselte er vom Herrscher zum Rachsüchtigen und zum Vater. Das Lied „Macht“, das in mehreren Variationen immer wieder auftaucht, löste tosenden Applaus aus, sowie auch der Song „Steig hinab kleiner Mann“, mit dem er Siegfried auf die Reise schickte.
Die Kinder der Beiden – Brunhild und Siegfried – wurden von Christopher Brose und Zodwa Selele auf die Bühne gebracht.
Christopher Brose ist u.a. als der junge Einstein in Hof aufgetreten. Er mimte den furchtlosen Siegfried überzeugend, der die Liebe kennenlernte und zunehmend der Macht des Ringes verfällt. Er begeisterte vor allem in dem „Drachenkampf“ und dem Duett „Lass es Liebe sein“, das er zusammen mit Brunhild singt.
Diese, gespielt von Zodwa Selele, trat vom ersten Moment als selbstbewusste Frau auf, die es wagt, Wotan zu widersprechen. Sie zeigt die mitfühlende Tochter, die mit Sorge sieht, wie er seine Pflichten als Gott zunehmend vernachlässigt. Neben dem Duett mit Siegfried begeisterte sie auch u.a. mit „Was kommt bleibt“, indem sie ihren Vater warnt.
Die Rheinamazoni, gespielt von Cornelia Löhr (u.a. FRANKENSTEIN JUNIOR), Jessica Kessler und Georgia M. Reh, fielen vor allem durch ihre amüsanten Dialoge auf. Sie zeigten sich als sorglos und naiv, ernteten Applaus für ihre Beatbox-Einlage.

Zusatzvorstellung angesetzt

Aufgrund des großen Erfolges der Premiere und starker Nachfrage wurde am 28. Dezember 2016 eine Zusatzvorstellung angesetzt. Noch bis Mitte Januar wird DER RING zu sehen sein. Wer die Möglichkeit hat, das Stück zu sehen, sollte diese ergreifen, denn zwei einhalb Stunden musikalischer Genuss mit stimmiger Atmosphäre und spannender Story ist garantiert.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Autor: A. Polifka (05.11.2016)

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