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Der Mann, der Sherlock Holmes war

Ein Musical, welches auf einem komödiantischen Kriminalfilm aus dem Jahr 1973 basiert und es dennoch schafft, das Publikum mit der Kriminalität und den Verbrechen der heutigen Zeit zu konfrontieren. Die Schlüsselaussage: Das Verbrechen ist überall. Die Schüler der Joop van den Ende Academy haben mit viel Enthusiasmus und Kreativität an der Entstehung ihrer eigenen Version des Musicals gearbeitet. Es ist ihnen gelungen, eine großartige Vorstellung auf die Beine zu stellen. Musical1 war bei der Premiere und berichtet für sie.

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DER MANN, DER SHERLOCK HOLMES WAR
DER MANN, DER SHERLOCK HOLMES WAR © Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

Der Mann, der Sherlock Holmes war in Hamburg

Jedes Jahr präsentieren die Schüler des Abschlussjahrganges und des 3. Semesters der Joop van den Ende Academy ein Musical vor einem Publikum. Unter der Leitung von Carline Brouwer (Regie), Mathias Weibrich (Musikalische Leitung) und Stanley Burleson (Choreographie) übten sie dieses Jahr das Musical “Der Mann, der Sherlock Holmes war” ein und führten es vom 12. bis zum 15. Februar auf. Zu der Premiere versammelte sich das Publikum in dem New York Studio der Academy am Kehrwieder. Bei der Umsetzung des Musicals bewiesen die Schüler nicht nur, dass sie ihr Gelerntes perfekt beherrschen, sondern auch viel Kreativität, Innovation und Mut für Neues.

Der komödiantische Kriminalfilm als Musical

DER MANN, DER SHERLOCK HOLMES WAR behandelt die Geschichte von Morris Flynn und Mackie McMacpherson, zwei Privatdetektiven, die zwar einen messerscharfen Verstand besitzen, diesen jedoch mangels Aufträgen nicht einsetzen können. Aus der Verzweiflung heraus entwickeln sie die Idee, sich wie Sherlock Holmes und Dr. Watson zu verkleiden. Sie hoffen, durch die Berühmtheit wieder Aufträge zu erlangen. Außerdem gibt es da noch die beiden Schwestern Jane und Mary Berry. Auch sie leiden an Geldmangel und müssen mit der Fließbandarbeit in einer Näherei ihr Geld verdienen. Doch dann erhalten sie die Nachricht, dass ihr unbekannter Onkel verstorben ist und ihnen sein Vermögen und Schloss in Brüssel vermacht hat. Doch was wäre ein Krimi, ohne einen Bösewicht? Claudette Ganymare und ihre beiden Handlanger versuchen, an das Erbe des Onkels zu gelangen. Die Wege dieser drei Gruppen kreuzen sich in Brüssel und es verspricht spannend zu werden.

Das Musical basiert auf dem gleichnamigen komödiantischen Kriminalfilm aus dem Jahr 1973 wurde in Dresden uraufgeführt. Für die Vorstellung der Absolventen haben Marc Schubring und Wolfgang Adenberg extra ein weiteres Lied geschrieben.

DER MANN, DER SHERLOCK HOLMES WAR mit SchŸülerinnen und SchüŸlern der Joop van den Ende Academy

Ensemble © Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

Einfallsreich und originell

Die Schüler bewiesen Kreativität und Mut für Neues. Bei Eintritt in das Studio sah man sofort das Bühnenbild, welches aus einer Konstruktion aus Stühlen bestand. Im Verlauf des Stückes benutzten die Künstler die frei beweglichen Stühle, um verschiedene Szenen zu kreieren. So benötigten sie keine Hintergrundbilder, um Zugabteile oder das Innere des Schlosses darzustellen. Mit ein wenig Vorstellungsvermögen seitens des Publikums reichten die Stuhlformationen völlig aus. Noch vor dem eigentlichen Beginn befanden sich die Schüler bereits in dem Konstrukt von Stühlen und stellten allesamt kleine Szenen dar. Größtenteils schienen alle ängstlich und erschrocken. In der Mitte saß eine Schülerin und bewies ein sehr starkes schauspielerisches Talent. Sie schien mit sich selbst zu ringen, kämpfte gegen ihre eigene Hand und schrie zwischendurch plötzlich auf, welches das schon vorhandene Publikum erschrecken ließ.

Zu Beginn des zweiten Akts wurde das Publikum im Foyer überrascht. Denn die Schüler tauchten, schon in den Rollen, auf und begrüßten die Besucher in dem Museum in Brüssel, um die wertvollen Marken zu besichtigen. Doch bevor es die Treppe hinab und zurück in den Saal ging, gab es eine weitere Überraschung. Die Schüler des ersten Jahrgangs präsentierten mit viel Talent und sichtlichem Spaß ein Lied für die Zuschauer. Anschließend führten Schüler aus beiden Jahrgängen das Publikum zurück in den Saal. Dort angekommen wurde man aufgefordert eine Runde über die Bühne, also durch das Museum, zu gehen, um die besagten blauen Marken sehen zu dürfen. Auf dem Weg dorthin lief man an einer Wand mit Spiegeln vorbei. Auf diesen waren etliche Zettel und Notizen angebracht. Diese Zettel waren Meldungen von Verbrechen und Unglücke, die in der letzten Zeit geschehen sind. Diese Notizen griffen die Thematik des Stückes erneut auf und verdeutlichten sie nochmals. Verbrechen gibt es überall. Aber es gab auch Lichtblicke. Zettel mit positiven Zitaten schmückten ebenfalls die Spiegelwand und ließen auf eine positive Zukunft hoffen.

Hervorragende Leistungen der Schüler

Das Ensemble war einheitlich in grau gekleidet und schaute in einigen Szenen dem Geschehen auf der Bühne vom Rand aus zu. Oft fungierte das Ensemble als fehlendes Buchregal und Waschbecken oder reichte den übrigen Darstellern etwas. Aber natürlich hatte das Ensemble auch andere Rollen und so zeigten sie dem Publikum vor allem ihre hervorragenden tänzerischen Fähigkeiten.

Im Ensemble waren Jasmin Alshaibani, Chiara Fuhrmann, Lukas Haiser, Max Meister, Olivia Papoli-Barawati, Hannah Moana Paul und Felix Radcke.

DER MANN, DER SHERLOCK HOLMES WAR mit v.l., Justus Schmeck (Jules), Charlotte Gemble (Claudette Ganymare), Karim Ben Mansur (Jacques) - Joop van den Ende Academy

Justus S., Charlotte G., Karim B. M. © Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

In den Rollen der Handlanger Jacques und Jules standen Karim Ben Mansur und Justus Schmeck auf der Bühne. Die Beiden zeigten sehr großes Talent und konnten dem Publikum sehr gut die Komik der beiden Charaktere vermitteln. Denn obwohl sie zu den Bösewichten gehören, oder auch gerade deswegen, trugen sie sehr viel zu der guten Stimmung bei. Sie dienen ihrer Chefin Claudette Ganymare ohne Widerrede, bemängeln an ihr jedoch, dass sie so böse ist und sich nicht bei ihnen bedankt. Ganymare wurde von Charlotte Gemble gespielt. Sie war wahrlich ein Highlight der Show.

Ganymare ist ein Bösewicht, wie sie im Buche steht. Sie denkt nur an sich und tut alles, um ihren Willen zu bekommen. Sie ist gewalttätig und schlägt ihre Komplizen immer wieder zu Boden. Jedoch ist sie einem aber auch irgendwie sympathisch. Sie hat ihre großen Auftritte und wird fast immer rein oder raus getragen. Charlotte Gemble spielte die Rolle mit einer großartigen Dramatik und gewann so das Publikum für sich. Einer Karriere mit großen Rollen sollte ihr nichts im Wege stehen.

Die Schwestern Jane und Mary Berry wurden von Luisa Meloni und Kathrin Finja Meier gespielt. Mary ist die verträumte, sensible und naive der beiden Geschwister. Sie glaubt an die Liebe und ist Feuer und Flamme, als sie Sherlock Holmes und Dr. Watson zum ersten Mal trifft. Jane hingegen wurde jedoch schon oft genug von Männern enttäuscht und glaubt nicht an die Liebe. Sie ist rationaler und versucht, sich um alles zu kümmern. Luisa und Kathrin spielten ihre Rollen mit Bravour. Sie haben beide sehr schöne Stimmen und zeigten alle Facetten ihrer Charaktere. Sherlock Holmes / Morris Flynn und Dr. Watson / Mackie McMacpherson wurden von Lukas Strasheim und Andrea Luca Cotti dargestellt. Morris überredet Mackie zu der Aktion mit der Verkleidung. Dieser ist zuerst gar nicht begeistert, als alles jedoch gut zu laufen scheint, gibt er nach und gesteht, dass es eine gute Idee war. Als er jedoch auf sich allein gestellt ist, glaubt er, dass er der Aufgabe nicht gewachsen sei. Morris habe doch immer die besten Ideen. Es bleibt jedoch keine Zeit für Selbstzweifel und schließlich beweist er genauso viel Köpfchen, wie Morris. Lukas spielte diese Rolle mit viel Charm und konnte das Publikum von sich überzeugen. Lukas beweist vor allem gute schauspielerische Fähigkeiten und hatte keine Probleme den selbstbewussten Morris/ Sherlock glaubwürdig zu spielen.

Die letzte Produktion der Joop van den Ende Academy

Die Schüler und Schülerinnen der Joop van den Ende Academy lieferten eine grandiose Premiere ab und erhielten mit Recht viel Applaus mit Standing Ovations. Man darf gespannt sein, wo man den ein oder anderen Absolventen in Zukunft bewundern darf. Bei der guten Vorstellung bleibt eigentlich kein Platz für negative Gedanken, jedoch bleibt im Hinterkopf, dass es die letzten Vorstellungen von Schülern der Joop van den Ende Academy waren. Im Sommer wird der Abschlussjahrgang seine Prüfungen ablegen. Neue Schüler werden nicht aufgenommen und die Schüler der anderen Semester werden anderweitige Lösungen finden müssen. Musical1 wünscht allen Schülern alles Gute für die Zukunft.

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: S. Müller (24.02.2016)

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