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DER KAISER UND DIE GAUKLERIN sagen bald Adé

Alles hat ein Ende – und so auch das vierte Werk des Musicalnetzwerks Nürnberg. Seit sechs Wochen singen, tanzen und jonglieren die Darsteller unter der Regie von Werner Müller auf der Bühne des Nürnberger Heilig-Geist-Saals. Nun neigt sich die Musical-Reise ins Mittelalter dem Ende zu. Am 6. Januar heißt es: Abschied nehmen. Höchste Zeit also, das beim Publikum so beliebte Stück zu besuchen.

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Kaiser Karl und sein Gefolge © Anett Rothhardt

Hinter den Kulissen Nürnbergs

Es ist zwölf Uhr, High Noon! Der Nürnberger Hauptmarkt füllt sich. Während die Glocken der Frauenkirche zu Mittag läuten, blicken Touristen und Einheimische auf den Giebel des Michaelschors. Gleich beginnt es, das berühmte Männleinlaufen. Tag für Tag verneigen sich die Männlein, sprich die sieben Kurfürsten, nacheinander vor ihrer Majestät Karl IV, der im Jahr 1356 das „erste Grundgesetz“ erlassen hatte: die Goldene Bulle.

Fast 661 Jahre ist es her, dass der Kaiser das Königswahlrecht endgültig auf die sieben Kurfürsten festlegte. Gute 700 Jahre ist es her, dass Karl IV in Prag geboren wurde. Ein Grund zum Feiern, dachten sich der Freistaat Bayern und die Tschechische Republik und würdigten den Jubilar mit einer gemeinsamen Landesausstellung. Noch bis zum 5. März können sich Geschichtsfreunde im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg über den Herrn informieren. Nur noch bis zum 6. Januar dagegen feiert Karl mit den Spielleuten auf der Bühne des Heilig-Geist-Saals.

Seit der Uraufführung am 26. November begehrt der Kaiser schon seine Gauklerin. Und das sehr erfolgreich. „Gibt’s denn noch Karten?“, fragte eine Dame hoffnungsvoll an der Abendkasse. Doch die Vorstellung war ausgebucht. Das Mittelalter-Musical kommt beim Publikum gut an. Denn der historische Hintergrund mit regionalem Bezug macht neugierig. Wer genau war Karl IV? Was verbindet ihn mit Nürnberg? Und wie stand es um den Kaiser und seine Frauen? Fragen über Fragen, die sich viele Besucher während der begleitenden Stadtführungen beantworten ließen. Eine Nürnbergerin erinnerte sich dunkel an den Heimat- und Sachkunde-Unterricht aus der Schulzeit. Da war doch was?

Zwischen Judenprogrom und Liebe

Dabei ist das Wissen für das Musical DER KAISER UND DIE GAUKLERIN nicht zwingend erforderlich. Das historisch-fiktive Stück erklärt sich nämlich von selbst:

Karl IV (Frank Loman) liegen Nürnberg und das einfache Volk am Herzen. Vor allem die Spielleute und Landfahrer haben es ihm angetan. Eine Gauklerin aber ganz besonders. Anna (Marina Pechmann) heißt die Schöne und ist die Schwester von „Gauklerkönig“ Johann (Thomas Hartkopf). Karl ist so begeistert von den Heimatlosen, dass er die gesamte Truppe an den kaiserlichen Hof einlädt. Seine Gattin (Gitti Rüsing), die ebenfalls Anna heißt, Anna von der Pfalz nämlich, und Mönch Bertram (Christoph Ackermann) sind darüber gar nicht erfreut. Sie wollen mit dem „Gesindel“ nichts zu tun haben. Außerdem sei das Boot lange schon zu voll. Worte, die einen kurz aus dem Mittelalter reißen und in die Gegenwart katapultieren.

Die Kaiserin eifert derweil fleißig. Gauklerin Anna ist ihr ein Dorn im Auge. Schließlich soll Karl ausnahmslos seiner Gemahlin verfallen. Ein Liebestrank soll Abhilfe schaffen. Der Kaiser hat allerdings ganz andere Probleme. Schlimme Albträume plagen ihn. Hat er doch die städtischen Juden auf dem Gewissen, die einem „würdigen Hauptmarkt“ weichen mussten. Doch am Ende wird alles gut. Zumindest für Karl und alle Anwesenden. Das Happy End wartet – mit der Weihnachtsgeschichte.

Historisch, musikalisch, gut

DER KAISER UND DIE GAUKLERIN: Geschichts- und Religionsunterricht für Jung und Alt? Kurzgefasst ja, aber ohne die trockene Theorie. „Schön bunt“ fand das Ehepaar Ziegler aus Fürth das „lustige Durcheinander“ aus Gesang und wildem Gauklertanz. Denn Werner Müllers Texte, Andreas Rüsings klassisch-moderne Musikkompositionen sowie Marc Bollmeyers lebendige Choreografien lassen den Cast kaum zur Ruhe kommen. Fast pausenlos tanzen und singen die Künstler in ihren historischen Kostümen vor und hinter modernen Projektionen.

Der Mix macht’s. Das meinte auch Frau Seng aus Herzogenaurach. Besonders die Mischung aus professionellen Darstellern und Laien habe der Zuschauerin gut gefallen. Alle Beteiligten konnten sich in ihren Rollen ausgiebig präsentieren – von Frank Loman, der bereits in den Produktionen LES MISERABLES, ELISABETH, TITANIC und TANZ DER VAMPIRE zu sehen war, bis hin zu den Nürnberger Schülerinnen und Schülern. Die Darsteller harmonierten miteinander, indem sie häufig gemeinsam auf der Bühne agierten. Fast schon opulent wirkten die Gruppenszenen. Dabei zeigte der Nachwuchs selbstbewusst und voller Spaß sein Können.

Für die meisten Jugendlichen war es nicht die erste Musicalteilnahme. Neben den Erwachsenen Marina Pechmann, Gitti Rüsing und Christoph Ackermann waren viele Schülerinnen und Schüler bereits im Erstlingswerk CHRISTA – EINE NÜRNBERGER WEIHNACHTSGESCHICHTE sowie in NORIKA dabei. Profis sind sie (noch) keine. Aber bei der Freude und Leidenschaft, die sie auf die Bühne und in den Zuschauersaal transportieren, auf dem besten Wege dorthin.

Kategorie: Allgemein

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Autor: B. Schlager (04.01.2017)

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