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DER HAUPTMANN VON KÖPENICK – letzter Vorhang 2016

Der letzte Vorhang ist gefallen beim Köpenicker Sommer Musical DER HAUPTMANN VON KÖPENICK im Jahr 2016. Hier gibt es Rückblicke und Ausblicke zur wunderbar umgesetzten Berliner Geschichte.

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Ensemble Hauptmann von Köpenick
Ensemble Hauptmann von Köpenick ©Hauptmann von Köpenick/i.Marquardt

Rückblicke, Ausblicke und ein Statement

Die Köpenicker Rathausuhr zeigte 20:55 Uhr, als DER HAUPTMANN VON KÖPENICK – Das Musicals ein letztes Mal auf der temporären Bühne im Rathaushof der Vorhang schloss.

Musical1 hatte noch einmal die Gelegenheit, sich dieses feine, amüsante, zu Herzen gehende Stück anzusehen und ein letztes Mal Wilhelm Voigt auf seinem Leidensweg durch die preußischen Instanzen zu begleiten. Mit einem Fazit zur vergangenen Spielzeit und einem kurzen Statement des „Machers“ Heiko Stang wollen wir ein paar Momente noch einmal Revue passieren lassen.

Bevor der allerletzte Vorhang beim HAUPTMANN VON KÖPENICK 2016 fiel, gab das gesamte Ensemble und das Berliner Wetter noch einmal alles

August anno 2016 – 17:50 – einige Darsteller durchstreifen bereits den Hof sowie die Besucherreihen und erfreuen das Publikum, da bereits alle in ihren Kostümen daher kommen.

Pickelhaube und „Bunter Rock“ dürfen natürlich nicht fehlen, und so versuchen die Zuschauer unter dem strengen, teilweise tadelnden Blick des für Ordnung sorgenden Gardisten (Martin Markert) ihre Plätze einzunehmen. Zur weiteren Einstimmung erzählte uns der Moritatensänger (Jesse Garon), wie grausam es um die preußische Bürokratie bestellt ist.

18 Uhr und ein letztes Mal öffnet sich der Vorhang im Köpenicker Rathaushof.

Dieser wurde von 1901 bis 1905 in mittelmärkischer Backsteingotik nach Bauplänen von Hans Schütte erbaut. Nun kann das anrührige Ganovenstück seinen Lauf nehmen, welches Berliner Geschichte schrieb.
Im sanierten historischen Innenhof finden 544 Zuschauer Platz (Open Air). Jeder Platz bot beste Sicht – ein Ort mit Geschichte.

Ob es vor 110 Jahren genauso heiß war in Köpenick, ist nicht überliefert. Aber der letzten Vorstellung zur Ehre präsentierte sich die Berliner Luft mit sage und schreibe 36 Grad im Schatten. Im fast ausverkauften Köpenicker Rathaushof wartete das Publikum, mit etwas Wehmut, dass Schuster Wilhelm Voigt (Maximilian Nowka) ein letztes Mal der preußischen Ordnung Paroli bieten würde, und die Stadtkasse beschlagnahmte. Wir haben darüber bereits berichtet.

Mit Herzblut und Spielfreude boten die 15 Darsteller auch an diesem letzten Abend einen Augen- und Hörgenuss.

Berliner Mundart-Lieder (Texte und Musik von Heiko Stang) und witzige Dialoge sowie die eigens für die Produktion angefertigten historischen Kostüme (Antje Schrader – Kostümzauberei Adlershof) entführten die Zuschauer noch ein letztes Mal in das kaiserliche Berlin um 1900 und ließen eine tolle Stimmung und Atmosphäre aufkommen.

Übermäßige preußische Korrektheit in Viertelzentimetern, strammer Haltung oder der Pausenordnung ließen nicht wenigen Zuschauern den einen oder anderen Lacher entschlüpfen. Wer sich dem nicht unterordnete, bekam die Folgen jeglicher Entgleisung knallhart zu spüren, wie in unserem Stück Hauptmann von Schlettow (Martin Kiuntke), der nach einer gepflegten Schlägerei im Café National gleich mal seinen Dienst quittieren konnte. Nun, ER fand das völlig in Ordnung, dass hinter all den Akten der Mensch nichts zählt. Im Gegensatz zu Wilhelm Voigt, der aller Ungerechtigkeiten zum Trotz sich nicht brechen ließ.

In der 20 minütigen Pause hatten wir Gelegenheit Heiko Stang zu sprechen.

Hallo Herr Stang, heute ist nun leider schon die letzte Vorstellung dieses wunderbaren Stückes. Wie empfinden Sie diesen Abend?

Auf der einen Seite bin ich sehr glücklich, dass unser Hauptmann-Musical so eine erfolgreiche zweite Spielzeit am Originalschauplatz erlebten durfte und dafür bin ich vor allem der großartigen Cast, den Musikern des Symphonic Pop Orchestra unter der Leitung von Frank Hollmann sowie allen Mitarbeitern hinter den Kulissen sehr dankbar. Sie haben das Publikum mit einer unglaublichen Spielfreude, Professionalität und Leidenschaft für das traditionelle Berliner Musiktheater begeistert, sodass die Resonanz weit über die Tore von Berlin hinaus zu spüren war. Ein Drittel der Zuschauer kamen aus Berlin-Brandenburg, zwei Drittel der Besucher waren deutsche- und internationale Touristen. Wir hatten in dieser Spielzeit sogar vermehrt Buchungen aus Asien und den USA.

Auf der anderen Seite bin ich als Köpenicker auch etwas traurig, dass wir diese einmalige Kulisse des Köpenicker Rathaushofs verlassen werden, aber auf Grund der großen Resonanz wachsen wir über Köpenick hinaus. Das Berliner Hauptmann Musical wird ab Sommer 2017 in der Mitte von Berlin und in einer überdachten Spielstätte in seine dritte Spielzeit gehen.

Das sind ja tolle Nachrichten an diesem Abend! So ist es heute kein Abschied für immer. Wir freuen uns jetzt schon auf den Sommer 2017.

Ich würde mich freuen, wenn Musical1 wieder mit dabei ist.

Sehr gerne werden wir dieses Stück auch im nächsten Jahr begleiten und unsere Leser rechtzeitig über Neuigkeiten, die neue Spielstätte, Proben und die Termine informieren. Herr Stang vielen Dank für Ihre Zeit am heutigen Abend und auf ein baldiges Wiedersehen mit Ihnen und Ihrem fabelhaften Team.

Wilhem Voigt - Maximilian Nowka

©Hauptmann-von-Köpenick

Im zweiten Akt nahm dann wie bekannt Wilhelm Voigts Schicksal seinen Lauf. Die Hürden der preussischen Ordnung zwangen ihn einen Entschluss zu fassen, der nachvollziehbar aber leider so gar nicht legal war. Auch an diesem Abend litt das Publikum mit einem liebenswerten Wilhelm Voigt, und man war geneigt, ihm die Hand zur Hilfe zu bieten in seiner Notsituation. Ein letztes hörbares Aufstöhnen ging durch die  Publikumsreihen bei der Mitteilung des Bürgermeisters von Köpenick an den falschen Hauptmann, dass es gar keine Paßabteilung im hiesigen Rathaus gäbe.

Der Himmel weinte auch an diesem letzten Abend

Der Abend endete dann doch noch mit Donnerknall und Blitzen. Passend zur Stimmung fielen um kurz vor 21 Uhr ein paar dicke Tränen zum Abschied vom Himmel. Dank der großartigen und vorrausschauenden Organisation waren in der Pause bereits alle Zuschauer mit kostenlosen Regencapes versorgt worden. Der Wetterstreich war nur ein bißchen schade, da das wunderbare Schlußbild auf der Bühne durch das  anschwellende Geraschel mit den Plastikcapes fast zur Nebensächlichkeit abrutschte.  Hochachtung an das Darstellerteam, dass sie auch dies grossartig gemeistert haben und bis zum letzten Ton mit Leib und Seele spielten. Dieser nicht störungsfreie Schlußakt unterstreicht einmal mehr die großartige Professionalität der Künstler und Künstlerinnen. So endete diese letzte Vorstellung. Somit endete aber auch der Köpenicker Musicalsommer im Rathaushof mit mehr als verdienten Jubelrufen und Standing Ovations für das gesamte Ensemble, stellvertretend für diese gesamte tolle Spielzeit.

Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen. Es war ein toller Sommer mit Euch!

Wir freuen uns auf 2017 !

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Kategorie: Open Air,Stadttheater,Theater Eigenproduktionen

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Autor: I. Marquardt (30.08.2016)

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