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DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME – Gefeierte Premiere in Berlin

Am gestrigen Sonntag war es soweit: DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME zog als erstes Disney-Musical ins Stage Theater des Westens Berlin ein. Die Neuinszenierung des Musicals bot zweieinhalb Stunden Dramatik in opulenter Inszenierung. Das Berliner Premieren-Publikum feierte mit Standing Ovations und minutenlangem Applaus.

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Glöckner Quasimodo Glocken
Glöckner Quasimodo Glocken Foto: Johan Persson ©Disney

Dramatische und imposante Neuinszenierung

Es begann mit einer kleinen Panne: Gerade waren Weihrauch schwenkende Mönche auf die Bühne gekommen, da ging es das Licht aus. Das technische Problem war bald behoben und noch schneller vergessen. Vor den Augen der Zuschauer bot sich nämlich ein dramatisches Schauspiel dar, das mit dem niedlichen Disney-Film nicht mehr viel zu tun hatte. Das neue Buch von Peter Parnell lehnt sich deutlich stärker an Victor Hugos Romanvorlage an. Die Neuinszenierung des GLÖCKNERS VON NOTRE DAME unter Regie von Scott Schwartz verzichtet auf Comic Relief in Form von süßen Wasserspeiern und zeigt sich ebenso bombastisch wie düster. Etwas zu Schmunzeln gibt es dennoch ab und zu, am Ende auch einen Hoffnungsschimmer – für jüngere Kinder dürfte diese Disney-Produktion aber vielleicht doch etwas zu dunkel ausfallen.

Die Geschichte ist dabei erschreckend aktuell: Es geht um Fremdenhass und Vorurteile versus Nächstenliebe, um Oberflächlichkeit versus Toleranz und Menschlichkeit. Das Ganze spielt sich ab vor einem opulenten Bühnenbild, das mit technischer Raffinesse glänzt, dessen kluger Einsatz die Darsteller aber nie erdrückt.

David Jakobs überzeugt als Quasimodo

Glöckner Quasimodo und Esmeralda

Foto: Johan Persson ©Disney

Am Premierenabend überzeugte vor allem David Jakobs in der Rolle des Quasimodo. Der Part verlangt ihm ein sehr körperliches Spiel ab, was er scheinbar mühelos meistert. Nachdem er sich den Buckel umgelegt und die grüne Kutte übergeworfen hat, IST er der Glöckner von Notre Dame. Entstellt und vom Glockengeläut halb taub, fristet er sein Dasein im Turm der Kathedrale, abgeschottet von der Außenwelt. Seine einzigen Freunde sind die steinernen Figuren Notre Dames, die im Musical als eine Art griechischer Chor auftreten. Jakobs verleiht seinem Quasimodo die richtige Mischung aus Zerbrechlichkeit, Furcht und Neugier auf die Welt, seine Stimme schwingt sich in den Solo-Parts zur buchstäblich glockenheller Klarheit auf. Das Premierenpublikum war gerührt und würdigte die Leistung mit viel Applaus und „Bravo“-Rufen.

Ebenfalls viel Beifall erntete Felix Martin als Domprobst Frollo. Mit überartikulierter Sprechweise, großer Bühnenpräsenz und beeindruckender Stimmgewalt spielt er einen Fanatiker, der mit seinen inneren Dämonen ringt. Jens Janke als Clopin und Maximilian Mann als Hauptmann Phoebus füllen ihre Rollen gut aus, wobei Mann seinen Zwiespalt zwischen Pflichterfüllung und Zuneigung zu Esmeralda noch nuancierter herausarbeiten könnte. Die schöne Esmeralda schließlich wird von Sarah Bowden verkörpert, die vor allem durch ihr tänzerisches Talent und ihre starke Stimme gefällt. Es bleibt zu wünschen, dass sie die emotionalen Facetten ihrer Figur im Laufe der Spielzeit noch stärker betonen kann.

Die emotionale Musik haben Alan Menken und Stephen Schwartz noch einmal gründlich überarbeitet, neue Songs sind hinzugekommen. Ein 24-köpfiger Chor und das sensibel agierende Orchester sorgen für Gänsehautmomente.

Eine ausführliche Kritik zum Musical folgt in den nächsten Tagen.

Prominente Gäste feiern die Premiere im Stage Theater des Westens

Die Premiere im Stage Theater des Westens ließen sich zahlreiche prominente Gäste nicht entgehen. Die Schauspieler Nastassja Kinski und Sebastian Koch kamen, Dieter Hallervorden war anwesend, Jannik Schümann und Katja Flint liefen ebenfalls über den roten Teppich. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller kam, außerdem sahen sich Muriel Baumeister, Peter Weck, Luise Befort, Gitte Haenning, Kim Hnizdo, Marion Kracht, Katharine Mehrling, Florian Mundt (Le Floid), Udo Walz, Natalia Wörner und Klaus Wowereit das Musical an.

Nastassja Kinski kommentiert den Abend: „Diese Geschichte ist so berührend. Quasimodo, fantastisch, wunderbar gespielt. Es ist eine Geschichte unserer Welt! Ein wunderbarer Abend, mit wunderbaren Schauspielern.“ Auch Katja Flint lobt den Hauptdarsteller: „Mir gefällt es sehr gut. Der Hauptdarsteller – sehr, sehr tolle schauspielerische Arbeit – wunderschöne Stimme! Und auch der Chor macht eine ganz tolle Stimmung. Ich bin sehr beeindruckt Man unterschätzt immer wieder das Musical an sich. Dabei ist dieses so hochaktuell.“

Alan Menken und Stephen Schwartz waren ebenfalls nach Berlin gekommen und holten sich ihren wohlverdienten Applaus ab.

Peter Parnell, Scott Schwartz, Alan Menken, Stephen Schwartz

Peter Parnell, Scott Schwartz, Alan Menken, Stephen Schwartz (v.l.) © Stage Entertainment/Eventpress

Noch bis Anfang November bleibt DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME im Stage Theater des Westens Berlin. Danach geht es im Deutschen Theater München weiter.

Tickets für DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME Berlin
Tickets für DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME Berlin

Kategorie: Der Glöckner von Notre Dame

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Autor: S. Gerdesmeier (10.04.2017)

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