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DAS WUNDER VON BERN seit zwei Jahren in Hamburg

Mit dem Musical DAS WUNDER VON BERN wurde am 23. November 2014 die erste Premiere im Theater an der Elbe in der Hansestadt Hamburg gefeiert. Nun zwei Jahre später ist gewiss, dass DAS WUNDER, wie es seit einiger Zeit genannt wird, nur noch bis zum 5. Januar 2017 gezeigt wird. Musical1 war in Hamburg vor Ort und hat sich das Stück aus nächster Nähe angeschaut.

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Das Wunder Keyvisual
Das Wunder Keyvisual © Stage Entertainment

Herzzerreißende Familiengeschichte gepaart mit fußballlastigen Momenten

Erzählt wird eine bewegende Familiengeschichte zur Zeit der Fußballweltmeisterschaft des Jahres 1954. Wichtiger Kernpunkt im Stück ist die Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem neunjährigen Matthias und seinem Vater Richard, der sich zu Beginn des Stückes noch in der Kriegsgefangenschaft befindet.

Matthias lebt mit seiner Mutter Christa und seinen beiden älteren Geschwistern in Essen. Mutter Christa meistert das Leben in den schwierigen Nachkriegsjahren ohne ihren Mann an der Seite. Als großer Fußballfan schwärmt der kleine Matthias für den deutschen Nationalspieler Helmut Rahn. Sein größter Traum ist es, sein Vorbild zur Weltmeisterschaft in die Schweiz zu begleiten.

Als Richard Lubanski, der Familienvater, nach zehnjähriger Kriegsgefangenschaft nach Hause kommt, verändert sich das Leben der Familie gewaltig. Das neue Leben in Deutschland überfordert den heimgekehrten Familienvater. Weder die Selbstständigkeit seiner Frau noch die Einstellungen und Träume seiner Kinder gefallen ihm. Es kommt zu Reibereien und Meinungsverschiedenheiten in der einst recht harmonischen Familie Lubanski.

In derselben Zeit startet die deutsche Nationalmannschaft mit den Vorbereitungen zur Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft. Leider konnte Matthias sein Idol Helmut Rahn nicht nach Spiez begleiten. Doch Vater Richard, der sich mittlerweile eingestanden hat, dass er mit seinem Handeln einen großen Fehler begangen hat, überrascht seinen jüngsten Sprössling mit einer Fahrt zum Endspiel.

Bei der Ankunft der beiden im Stadion rollt der Ball ins Aus und Matthias direkt vor die Füße. Dieser hebt den Ball auf und wirft ihm seinem „Boss“ Helmut Rahn in die Arme. Nach einem intensiven Blickkontakt der beiden geht das Spiel weiter. Weniger Minuten später fällt das 3:2 für Deutschland, geschossen von keinem geringeren als Helmut Rahn – das Spiel wird abgepfiffen und Deutschland zum den Fußwelt-Weltmeister gekrönt.

Charismatische Hauptdarsteller und ein starkes Ensemble

Als sich in der von uns besuchten Vorstellung von DAS WUNDER der Vorhang hob, standen Tarik als Matthias, Sonia Farke in der Rolle der Christa Lubanski, Jessica Rühle als Ingrid sowie Bruno gespielt von Merlin Fargel vor dem Publikum des Theaters an der Elbe.

Während Matthias im Opening zu Gott betet, dass die Fußballmannschaft des Rot-Weiß das aktuelle Spiel gewonnen hat, ist es für Mutter Christa ein großes Anliegen, dass sie die Familie in den kommenden Wochen über die Runden bringen kann. Bruno zieht es vor nicht zu beten, denn aufgrund der schweren Nachkriegssituation hat er seinen Glauben aufgegeben. Ingrid hingegen wünscht sich eine eigene Wohnung und einen lieben Mann. Bereits hier wird klar, in welch schwieriger Zeit sich die Familie Lubanski derzeit befindet.

Sonia Farke als Christa Lubanski erweist sich als Volltreffer in der Besetzung des Abends. Im Duett „Ich will wieder heim“ mit Detlef Leistenschneider als Richard Lubanski erweist sie ein ausdrucksstarkes Zusammenspiel von Gesang und Schauspiel.

Detlef Leistenschneider, der den Richard bereits seit der Premiere vor zwei Jahren spielt, verkörpert seine Rolle authentisch. Tarik als Matthias gefällt von der ersten Minute an und ist während der gesamten Vorstellung präsent. Gesanglich wie auch schauspielerisch überzeugt er auf ganzer Ebene – ein kleiner Mann ganz groß.

Das Wunder von Bern

© Stage Entertainment

Mein persönlicher Favorit der besuchten Vorstellung ist Merlin Fargel in der Rolle des Bruno Lubanski. Bei seinem Solo „Rock ‘n' Roll Rebel“ würde man am liebsten auf die Bühne springen und mitmachen.

Das frisch verheirate Pärchen Annette und Paul Ackermann wurde verkörpert von Alexandra Farkic und Michael Ehspanner. Im Duett „Da muss man doch gewesen sein“ überzeugen sie voll und ganz als frisch verliebtes Ehepaar, für das selbst die Fußballweltmeisterschaft kein Hindernis darstellt. Dennis Henschel schlüpft in die Rolle von Helmut Rahn und überzeugt das Publikum nicht nur als Fußballerspieler, sondern auch gesanglich.

Kein Fußballmusical, sondern ein herzergreifendes Stück für die ganze Familie

Die Dramatik der berührenden Familiengeschichte, welche zum Nachdenken anregt, wird hier mit humorvollen Akzenten wie z.B. bei „So wird dat nie wat“ oder auch bei „Seien Sie nicht so Deutsch“ aufgelockert, ohne dabei die Handlung zu entstellen.

Die Fußballthematik, die wohl viele potenzielle Musicalbesucher abgeschreckt hat, gerät hier eher in den Hintergrund des Geschehens, wird aber keineswegs aus den Augen verloren. Fakt ist: DAS WUNDER ist keineswegs nur ein Musical für Fußballbegeisterte, es ist ein Stück über Hoffnung, Zusammenhalt und Liebe, kurz: ein Stück für die ganze Familie.

Tickets für DAS WUNDER
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Kategorie: Kritiken

Autor: C. Demme (23.11.2016)

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