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DAS GEHEIMNIS DES EDWIN DROOD: Prinzessin Puffer war´s!

Am 14. Februar feiert das Theater Krefeld weder den Valentinstag noch Karneval - dafür aber die Premiere des Krimi-Musicals DAS GEHEIMNIS DES EDWIN DROOD. In England und in Amerika sind es bereits Kultstücke und das wusste auch das Krefelder Premierenpublikum zu schätzen und bedankte sich mit fast 10 Minuten Schlussapplaus und Standing Ovations.

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Die Frage des Abends.
Wer war der Mörder? ©Matthias Stutte

Nach Münster nun auch Krefeld

©Matthias Stutte

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Wenn man einen Krimi liest, stellt sich dem Leser von Anfang an die Frage: Wer ist der Mörder? Aber was ist, wenn der Autor noch vor der Vollendung des Krimis verstirbt? Soll dieser Fall etwa ungeklärt bleiben? Genau diesem Problem stellt sich seit Samstag das Stadttheater Krefeld. In Kooperation mit dem Theater Münster bringt das Gemeinschaftstheater Krefeld und Mönchengladbach das Romanfragment DAS GEHEIMNIS DES EDWIN DROOD von Charles Dickens auf die Bühne.

Karl Absenger als Regisseur

Wer von diesem Musical noch nicht gehört hat, sollte sich aber keine Sorgen machen. Wie man aus dem Programmheft erfährt, kannte auch Karl Absenger dieses Musical bis vor einem Jahr noch nicht. Dabei hat der gebürtige Grazer eigentlich schon einige Erfahrungen im Bereich Musical gesammelt. So inszenierte er u. a. ANATEVKA für die Seefestspiele Mörbisch.

Die Geschichte hinter der Geschichte

DAS GEHEIMNIS DES EDWIN DROOD, im originalen THE MYSTERY OF EDWIN DROOD, gilt als der letzte Roman von Charles Dickens und wird als einer der ersten Kriminalromane der Literaturgeschichte gefeiert. Als Dickens im Jahr 1870 verstarb, war der Roman, der als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift „All the Year around“ erschien, erst zur Hälfte vollendet. Nach dem plötzlichen Abbruch der Handlung bleibt das Geheimnis um das Verschwinden und der wahrscheinliche Mord am Titelhelden ungeklärt. Da Dickens keinerlei Aufzeichnung über das Ende seines Krimis hinterließ, gab es schon bald zahlreiche Theorien und mögliche Romanenden. Im Jahr 1985, also gut 115 Jahre nach dem Tod Dickens, feierte das Werk seine Premiere als Musical.

Ein Theaterstück als Theaterstück

©Matthias Stutte

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Eine Truppe von Darstellern kommt in das Theater Krefeld, um die Geschichte DAS GEHEIMNIS DES EDWIN DROOD nach Dickens zu spielen. Das fiktive Städtchen Cloisterham im viktorianischen England – das der südenglischen Stadt Rochester, in deren Nähe Charles Dickens viele Jahre lebte, sehr ähnelt – bietet den Schauplatz dieser Erzählung. Am Morgen nach dem Weihnachtsessen bei John Jasper, Droods Onkel, fehlt jede Spur des jungen Ingenieurs Edwin. Wurde er ermordet? Was ist in der Heiligen Nacht passiert? Und vor allem wer war es?

Skurrile Situation und tolles Ensemble

Es ist eine merkwürdige, fast schon skurrile Situation. Das Saallicht bleibt an, durch die Saaltüren beider Seiten betreten die Darsteller den Raum, begrüßen sich winken sich zu und treten dann zum Prinzipal, Tobias Wessler, auf die Bühne. Er nimmt die Bühne für sich ein, zieht mit seiner Spontanität jeden in seinen Bann. Er führt gekonnt durch den Abend, stellt die Darsteller hinter den Rollen vor und begleitet das Publikum von Szene zu Szene. Wessler animiert zum Mitmachen „Nur das Abo absitzen“ zählt für ihn nicht.

©Matthias Stutte

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Axel Herrig zeigt an diesem Abend als offensichtlicher Bösewicht John Jasper, dass er nicht umsonst der beste deutsche Rockmusical-Darsteller des Jahres 2001 war. Er überzeugt auf ganzer Linie – und das nicht nur stimmlich. Man hat das Gefühl, er lebt die Rolle. Mit seiner Gestik, aber vor allem mit seiner Mimik, sticht er aus dem durchweg guten Ensemble hinaus. Es scheint, als hätte John Jasper zwei Gesichter, diesen Wandel vollzieht Herrig in Perfektion.
Das komödiantische Highlight setzten zweifelsohne Markus Heinrich, Sebastian Seitz und Andrew Nolen. Markus Heinrich alias Durdles ist Steinmetz, aber nicht nur auf Grabsteine ist der zerlumpte Mann, der mit Berliner Akzent spricht, spezialisiert, sondern auch auf den Alkohol. Als sein Gehilfe ist Sebastian Seitz sehr gut besetzt. Die beiden haben sichtlich Spaß in ihren Rollen und so ist es nicht verwunderlich das Markus Heinrich als „Spitzenclown des Hauses“ deklariert wird. Andrew Nolen bekommt als unterbezahlter Darsteller nur die kleinen Rollen ab, als Zweitbesetzung des John Jasper leidet er unter der Tatsache, dass Axel Herrig ja nie krank sei. So bekleidet er die Rolle des Bazzard, dem Assistenten von Hochwürden Crisparkle. Als er kurz vor der Pause dann doch die Chance auf ein Solo-Lied bekommt, spielt der gebürtige Amerikaner charmant mit der deutsch-englischen Sprachbarriere und lässt sich von der Souffleuse sogar das Skrip reichen. Damit sorgt er natürlich für einige Schmunzler.

©Matthias Stutte

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Mit Thomas Peter als Hochwürden Dr. Crisparkle, Julian Culemann in der Rolle des Neville Landless und Gabriela Kuhn in der Hosenrolle des Edwin Drood stehen drei Künstler auf der Bühne, die ihr Handwerk verstehen und ohne Zweifel abliefern. Jeder kann auf seine Weise überzeugen.
In den Rollen von Helena Landless, der Zwillingsschwester von Neville, und Rosa Budd der Verlobten von Edwin Drood sind Lisenka Kirkcaldy und Lisa Katarina Zimmermann zu erleben. Beide haben ohne Frage sehr schöne Stimmen.

©Matthias Stutte

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Bei den Frauen sticht jedoch Kerstin Brix besonders heraus, die als Prinzessin Puffer für die dunkle Seite Londons steht. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich mit dem Verkauf von Opium und kann zu ihrem Kundenstamm auch John Jasper zählen. Sie brilliert mit der schönsten Frauenstimme des Abends und so ist es kein Wunder, dass die Entscheidung an diesem Abend auf Sie als Mörderin fällt.

Aber nicht nur die Darsteller der zentralen Figuren verzaubert

Die mehrfach ausgezeichnete Musik wird von denNiederrheinischen Sinfonikern unter dem Dirigat von Andreas Fellner zum Leben erweckt. Besonders schön ist es, dass das Orchester nicht wie gewohnt unsichtbar im Orchestergraben sitzt, sondern den hinteren Teil der Bühne für sich beansprucht. Direkt darüber -auf der Balustrade- findet auch der Opernchor seinen Platz. Die drei Paare des Ballettensembles rundeten das Gesamtbild ab und setzten mit ihren Tanzeinlagen die richtigen Akzente.

Fazit

Das Theater Krefeld Mönchengladbach schafft es, in Kooperation mit dem Theater Münster einen Musicalabend zu schaffen, der mit viel Humor und Charme daher kommt. Es dauert zwar einen Moment, sich in die etwas andere Situation einzufinden, aber es lohnt sich. Dadurch, dass das Publikum selbst bestimmt, wer hinter dem Mord an Edwin Drood steckt, nimmt man aktiv am Geschehen teil. Ein Besuch, den man nicht bereuen wird.

©Matthias Stutte

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Weitere Termine

  • Sa 21. 02. 2015 18:00 Uhr
  • Fr 27. 02. 2015 19:30 Uhr
  • Mi 11. 03. 2015 19:30 Uhr
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  • Do 18. 06. 2015 19:30 Uhr
  • So 21. 06. 2015 19:30 Uhr

Für alle die es nicht mehr nach Krefeld schaffen, können sich diese Produktion in der kommenden Spielzeit 2015/2016 in Mönchengladbach anschauen.

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: K. Heinen (20.02.2015)

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