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CRAZY FOR YOU in Magdeburg: Interview mit Regisseur Erik Petersen

CRAZY FOR YOU ist ein Musical über die Leidenschaft den Broadway, für das Theater und für den Tanz. Ira Gershwin schrieb die Lyrics, George Gershwin die Musik. Mit aufwendigen Stepptanz-Choreografien und einer so romantischen wie humorvollen Geschichte fand das Musical nach seiner Erstaufführung 1992 schnell eine große Fangemeinde. Am 14. Februar 2015 feiert es im Theater Magdeburg Premiere. Wir sprachen mit dem Regisseur Erik Petersen.

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Erik Petersen
Erik Petersen © Erik Petersen

Vita Erik Petersen

Der Regisseur Erik Petersen wurde 1987 in Magdeburg geboren und spielte schon in seiner Kindheit und Jugend als Kleindarsteller in mehr als 40 Produktionen am Theater Magdeburg. Nach einer Hospitanz am Thalia Theater in Hamburg wurde er Regieassistent und Abendspielleiter bei den Bad Hersfelder Festspielen im Sommer 2010. Auch im Sommer 2011 war Petersen hier wieder als Regieassistent tätig. Im selben Jahr erhielt er ein Engagement als Regieassistent am Theater Dortmund. In Bad Hersfeld arbeitete Petersen zum ersten Mal mit Gil Mehmert zusammen, dem er noch für zahlreiche weitere Musicals assistierte, unter anderem für THE FULL MONTY in Dortmund, LES MISERABLES am Theater Magdeburg und JESUS CHRIST SUPERSTAR am Theater Bonn. 2014 inszenierte Petersen am Theater Dortmund die Oper „La Cenerentola“, im selben Jahr führte er auch beim Musical EVITA am Stadttheater Oldenburg Regie. Nun ist Petersen nach Magdeburg zurückgekehrt und bringt hier ab dem 14. Februar das Gershwin-Musical CRAZY FOR YOU auf die Bühne (wir berichteten).

Sie haben ursprünglich eine Ausbildung in der Stadtbibliothek Magdeburg gemacht. Wie sind Sie von dort zum Beruf Musical-Regisseur gekommen?

Ich habe ja selbst am Theater Magdeburg zehn Jahr lang gespielt. Anschließend habe ich mich auf nach Hamburg gemacht. Dort habe ich auch im Bibliothekswesen gearbeitet, aber auch eine Hospitanz am Thalia Theater gemacht, für Ödipus, Dimiter Gottscheff hat damals Regie geführt. Hier habe ich weitere praktische Erfahrungen in der Regie gewonnen. So bin ich schließlich zur Regieassistenz gekommen, rein durch die Praxis, bis ich schließlich meine erste feste Regieassistentenstelle hatte: Zwei Jahre lang, von 2011 bis 2013, war ich am Theater Dortmund.

Sie standen schon mit zehn Jahren selbst auf der Bühne des Theaters Magdeburg. Was bedeutet es für Sie, dort jetzt ein Musical zu inszenieren?

Es ist natürlich schön, wieder am Hause zu sein. Ich kenne die meisten Leute noch und es ist schön, sie alle wiederzusehen. Als ich damals hier auf der Bühne stand, meistens noch als Statist, war ich schon sehr musicalaffin. Und ich hatte damals schon Ideen, wie ich etwas umsetzen könnte. Jetzt ist es eine tolle Erfahrung, genau hier ein Stück auf die Bühne zu bringen. Besonders freut es mich natürlich, mit den ganzen alten Kollegen zusammenzuarbeiten. Die Meisten kennen mich schon von klein auf, die haben mich praktisch aufwachsen sehen.

Sie haben lange als Kleindarsteller und Statist gearbeitet. Wie hat dies Ihre Arbeit als Regisseur beeinflusst?

Durch die Arbeit als Kleindarsteller und Statist kenne ich natürlich eine gewisse Spielpraxis. Ich habe Verständnis für die Leute auf der Bühne und für das, was sie da tun. Und ich habe eben auch zehn Jahre lang Praxiserfahrung mit dem Theaterbetrieb. Das ist etwas, was im Studium nicht unbedingt gelehrt wird, wie der Betrieb an einem Theater funktioniert, vor allem eben an einem Stadttheater.

Für das Theater Dortmund haben Sie 2014 die Oper “La Cenerentola“ inszeniert. Wie unterscheidet sich die Arbeit für Oper und Musical?

Bei der Oper habe ich es mit einem durchkomponierten Werk zu tun, das in der Partitur bereits festgelegt ist. Bei CRAZY FOR YOU – das auch die erste Dialogregie ist, die ich mache – ist das wesentlich freier und deswegen auch eine große Herausforderung. In der Oper gibt es die Musik als emotionalen Punkt und das hilft. Beim Musical muss man viele Komponenten miteinander verbinden, die Choreografie, hier speziell das Steppen, den Chor, die Musik, das Ballett, die Solisten… Natürlich arbeitet man auch bei der Oper mit einem Chor und mit Solisten zusammen, Musical stellt aber noch einmal andere Herausforderungen. Es hat ein anderes Tempo als die Oper. Wobei ich nicht sagen würde, das Musical die unbedingt größere Herausforderung ist. Ich sage immer: Ich mache Musiktheater und jedes Stück hat seine ganz eigene Herausforderung.

Geben Sie uns doch einen kurzen Überblick: Bei welchen Stücken haben Sie noch Regie geführt?

Ich habe noch EVITA am Stadtheater Oldenburg inszeniert, das war im vergangenen Jahr, und davor eben „La Cenerentola“ in Dortmund. Und jetzt CRAZY FOR YOU. Das sind drei sehr unterschiedliche Stücke, die einen alle vor ganz eigene Herausforderungen stellen. Ich würde aber nicht sagen, dass eines mehr Spaß gemacht hat als das andere. Diese unterschiedlichen Herausforderungen gehören mit zum Schönsten am Beruf; vor allem, da man als junger Regisseur bei der heutigen Theaterlandschaft nicht so genau weiß, wie lange man den Beruf eigentlich machen kann.

Warum ausgerechnet CRAZY FOR YOU? Wie kamen Sie zu der Inszenierung?

Das war eine Idee von Karen Stone, der Generalintendantin am Theater Magdeburg. Sie hat mich gefragt und daraufhin habe ich mich mit dem Stück beschäftigt. Ich war bis dahin gar nicht so sehr mit George Gershwin vertraut, hatte noch nicht so viel von Gershwin gehört. Jetzt bin ich von seinen Stücken fasziniert und von dem, was er in seiner doch recht kurzen Karriere geschaffen hat.

CRAZY FOR YOU ist, obwohl erst 1992 erschienen, ein Old-Fashioned-Musical. Das ist natürlich sehr spannend für mich, so etwas zu inszenieren, vor allem im Gegensatz zu EVITA: Auf der einen Seite steht hier das Rock-Musical, auf der anderen Seite das Old-Fashioned-Musical. CRAZY FOR YOU spielt darüber hinaus in den 20er und 30er Jahren, die auch eine besondere Ästhetik mitbringen, die ich jetzt auch zum ersten Mal kennen lerne, und die wir versuchen, im Bühnenbild und in den Kostümen umzusetzen. Und natürlich kommt der Stepptanz hinzu, den ich auch erst kennen lernen musste.

Was ist das Besondere an der Inszenierung in Magdeburg? Warum sollten Musical-Fans nach Magdeburg pilgern und sich dort CRAZY FOR YOU ansehen?

Wer immer mal ein Stepp-Musical sehen wollte, die in Deutschland ja sehr selten sind, hat jetzt in Magdeburg die Gelegenheit dazu. Mit Dirk Weiler und Bettina Mönch haben wir natürlich auch zwei super Darsteller in den Hauptrollen. Wir holen mit CRAZY FOR YOU ein Stück Broadway nach Deutschland: Es ist eine sehr temporeiche Inszenierung, mit tollen Darstellern, einem großen Ballett, es passiert viel auf der Bühne. Und wer Gershwin noch nicht erlebt hat, sollte sich das Musical ohnehin nicht entgehen lassen.

Wie lange hat der Vorbereitungsprozess des Musicals gedauert?

Wir proben jetzt seit Mitte Dezember. Die Vorbereitungen haben schon im Sommer 2013 angefangen: Wir mussten die Besetzung finden und vor allem das Steppen vorbereiten. Das war schon aufwendig. Wir arbeiten mit dem Ballett des Theaters Magdeburg und das musste das Steppen erst einmal lernen. Das ist selbst für Tänzer eine große Herausforderung und mit viel Arbeit, Schweiß und Anstrengung verbunden.

Mal abgesehen von CRAZY FOR YOU – welches ist Ihr persönliches Lieblings-Musical?

Das kann ich so gar nicht sagen. Ich habe natürlich gewisse Träume: Ich würde gerne einmal GYPSY inszenieren (ein Musical von Stephen Sondheim und Jule Styne über die Burlesque-Tänzerin Gypsy Rose Lee, Anm. d. Red.), weil mich die Geschichte sehr fasziniert. Ansonsten gibt es aber kaum Musicals, die ich nicht mag. Vielleicht Musicals, wo ich es nicht so gelungen finde, wie sie gezeigt werden, aber das Musical an sich trotzdem mag.

Kategorie: Interviews

Autor: S. Gerdesmeier (05.02.2015)

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