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CHARLEY´S TANTE – das Comedy-Musical im Wiener Metropol

Das Wiener Metropol macht aus dem weltberühmten Theaterstück „CHARLEY’s TANTE von Brandon Thomas ein Comedy-Musical. Seit dem 1. Oktober 2015 geht es wieder turbulent zu an der Universität von Oxford. Die Verwechslungskomödie sorgt für einen sehr unterhaltsamen Abend mit viel Pfiff und Humor.

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Sujet Charley´s Tante
Charley´s Tante © Metropol

Cross-Dressing – immer wieder beliebt in Musicals

Ob nun VIKTOR/VIKTORIA, LA CAGE AUX FOLLES, DIE PÄPSTIN, oder die ROCKY HORROR SHOW: das Schlüpfen in Kleidung des anderen Geschlechts spielt in vielen Musicals eine Rolle. Dies passiert zwar aus den unterschiedlichsten Gründen, führt aber häufig zu einer humorvollen Verwechslungskomödie wie auch bei CHARLEY’S TANTE.

Neues Showgewand für einen Klassiker:

Wer bei CHARLEY’S TANTE Bilder des Filmklassikers von Peter Alexander im Kopf hat, der wird im Wiener Metropol eine Überraschung erleben. Das ursprünglich aus dem Jahr 1892 stammende Stück wurde entstaubt und verjüngt. Geblieben ist der Ort der Handlung: Die britische altehrwürdige Universität Oxford. Allerdings befinden sich die Akteure im Jahr 1969. Das Studienjahr neigt sich dem Ende zu und der legändere „Summer of Love“ steht unmittelbar bevor. Angepasst an diese veränderten Rahmenbedingungen geht es nun nicht mehr nur um den reinen Rollentausch sondern auch um die Dynamik zwischen der traditionellen englischen Gesellschaft und der sich mitten in der sexuellen Revolution befindlichen Jugend. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass von Dekan Mr. Mac Spettigue (Ronald Kuste) dem Onkel von Betty (Sigird Spörk) und Betsy (Pia Strauss) nicht mehr eine Heiratserlaubnis benötigt wird, sondern die Erlaubnis, mit Ihren Freunden Jack (Christof Messner) und Charley (Thomas Dapoz) in ein Sommercamp nach Kalifornien zu fahren. Der konservative Onkel weigert sich die Zusage wegen der scheinbar schlechten Gesellschaft der Herren zu erteilen. Eine Geldspende für die Universität scheint das probate Mittel um den geizigen schottischen Fakultätsvorstand umzustimmen. Just in diesem Moment scheint die Rettung nah: Der Charley´s milliardenschwerer Tante Lucia Hammersmith aus Texas – die nach ihrem 25 – jährigen Exil im Texas keiner der Anwesenden je gesehen hat – hat ihren Besuch per Telegramm ankündigen lassen. Doch als diese kurzfristig absagt, machen Jack und Charley kurzerhand ihren Freund Lord „Babbs“ Fancourt (Stefano Bernadin) zur milliardenschweren und verwitweten Tante Lucia. Der hat nun die Aufgabe, den ehrwürdigen Onkel zu bezirzen, damit dieser seine Zustimmung zur kostspieligen Reise nach Kalifornien erteilt. Schließlich kommt es, wie es kommen muss – die echte Lucia Hammersmith (Eva Maria Marold) erscheint doch noch auf der Bildfläche und spielt das falsche Spiel ohne das Wissen der drei Freunde bis zum großen Finale mit.

Komödie par excellance

© Metropol

© Metropol

Von Situationskomik über Doppeldeutigkeit bis hin zu Slapstick bietet das Stück jede Form von Humor. Besonders viele Lacher werden durch Doppeldeutigkeit und Wortwitz erzeugt. Hauptdarsteller Stefano Bernardin erscheint als junger dynamischer Wirbelwind auf der Bühne. Ihm gelingt es mit seiner starken Mimik und viel Körpereinsatz in die Rolle der Tante zu schlüpfen. In seinem Kostüm erinnert er sowohl ein wenig an Ilja Richter (WENN DIE TOLLEN TANTEN KOMMEN), als auch an Songcontest-Gewinnerin Conchita Wurst. Christan Deix verkörpert den indischen Butler Brasset, der an eine österreichische Werbefigur angelehnt ist. Viel Wortwitz entsteht durch Sprachspiele. Nach einem Tritt in die Weichteile erwidert er mit indischem Akzent: „Ma-hat-ma inda Eier getreten“. Die Komik von Ronald Kuste, der den geizigen Dekan spielt, wird durch das überzogene teils übertriebene Spiel erzeugt. Auch Regisseurin Vicki Schubert hat mit sicherer Hand inszeniert und versieht die Text-Vorlage mit weiterer Komik. Die Kleidung für die falsche Tante wird scheinbar eine Zuschauerin entrissen, die daraufhin flüchtend den Saal verlässt.

 

© Stefan Joham

© Stefan Joham

Britischer Sound der Endsechziger

Die Komponisten Christian Deix, Tato Gomez und Sascha Peres haben die passenden Lieder zum Stück geschrieben, welche die Zuschauer musikalisch in die Zeit zwischen den Swinging Sixties und dem Hippie Sound der 70er Jahre entführt. Auch zwei Beatles Songs mischen sich in die eingängige Musik, die von der fünfköpfigen Band am Bühnenrand dargeboten wird. Dazu begeistern lebhafte Choreographien von den Tanz-Weltmeistern Kathrin Menzinger und Vadim Garbuzov, bekannt aus den TV-Shows LETS’S DANCE und dem österreichischen Pendant DANCING STARS. Gesanglich hervorzuheben sind Eva Maria Marold die mit ihrer kräftigen Stimme bei ihren Songs glänzt und Opernsänger Rene Velasquez Diaz, der als Hausmeister als Running Gag von allen Figuren ständig mit wechselnden Namen angesprochen wird, sein Gesangstalent eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte.

 

Very british

© Stefan Joham

© Stefan Joham

Die Kulisse und die Kostüme haben einen britischen touch. Das Bühnenbild von Stephan Koch besteht aus einem durchbrochenen Union-Jack, der in allen Farben des Regenbogens beleuchte werden kann. Davor treten die Studenten-Figuren in typischen Schuluniformen oder in Talaren und mit Doktorhüten auf. Auch der Schottenrock des Dekans und die Unterhose mit der britischen Flagge tragen modisch zum Großbritannien-Look bei. Am Ende zeigt uns Kostümbildnerin Sabine Ebner noch ihr sicheres Händchen fürs Detail. Sie schafft es lange griechisch anmutende Faltenröcke mit Petticoat-Kleidern durch die einheitliche Farbe Weiß zu verbinden. Die einheitliche Farbgebung spiegelt zum einen die Versöhnung wieder. Zum anderen wird auch optisch durch den deutlichen Farb- und Kostümkontrast des Abschlussballs zu den vorherigen Szenen, das Finale eingeleitet.

Mit viel Liebe zum Detail inszeniert, ist CHARLEY’S TANTE genau das richtige gegen den bevorstehenden Winterblues. Flotte Choreografien und Humor auf vielen Ebenen – das Team hat den Klassiker neu entdeckt und schafft es auf der kleinen nach drei Seiten offenen Bühne des Metropol-Theater gut zu unterhalten. Die Tanten-Travestie ist noch bis 11. November im Wiener Metropol zu sehen. Karten gibt es online auf der Homepage.

Besetzung:

  • Betty: Sigrid Spörk
  • Bestsy: Pia Strauss
  • Babbs: Stefano Bernardin
  • Lucia Hammersmith: Eva Maria Marold
  • Dekan Mr. Mac Spettigue: Ronald Kuste
  • Fran, Michelle: Franziska Hetzel
  • Charley: Thomas Dapoz
  • Jack: Christof Messner
  • Sir Francis Chesney: Rainer Stelzig
  • Brasset: Christian Deix
  • Pedell: Rene Velasquez Diaz

Leading Team:

  • Regie: Vicki Schubert
  • Buch: Peter Hofbauer & Viktoria Schubert (frei nach Brandon Thomas)
  • Bühne: Stephan Koch
  • Kostüme: Sabine Ebner
  • Choreographie: Kathrin Menzinger und Vadim Garbuzov
  • Musik: Christian Deix, Tato Gomez & Sascha Perez

Wiener Metropol

Theaterverein Wiener Metropol, Hernalser Hauptstraße, Wien, Österreich

 

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (04.10.2015)

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