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Backstage – Ein Leben hinter den Kulissen

Glitzer, Glamour, Rampenlicht! So stellen sich bestimmt viele Musicalfans den Alltag eines Darstellers vor. Doch der Schein trügt. Denn es ist nicht alles Gold, was glänzt. In seiner One-Man-Show blickt André Sultan-Sade auf eine Reise vom Bühnentraum zur bitteren Realität zurück. Doch was auch immer das (Musical-)Leben für dich bereithält: „Glaub’ an dich und bleib’ dir treu!“ Vergiss dabei aber den roten Lippenstift nicht.

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André Sultan-Sade als Hippie-Dozentin Nirvana © Metropol-Theater Nürnberg

Zwischen Bühne und Schnitzel

Es war eisig kalt, als ich mich vergangenen Samstag zum Metropol-Theater in Nürnberg aufmachte. Doch der Weg hat sich gelohnt. Kaum hatte ich das kleine, schnuckelige Café betreten, fühlte ich mich wohl. Die Gäste verdrückten gerade ein Schnitzel oder Tiramisu. Restaurant, Bühne, Wohnzimmer? Das Café Metropol ist alles. Doch vor allem eines: einen Besuch wert.

Um 19:30 Uhr hieß es schließlich: Showtime! André Sultan-Sade begrüßte zunächst die Zuschauer, stellte sich und das Stück „Backstage“ kurz vor. Das Ensemble: er selbst, Stage-School-Direktorin Shrimberly Coke, Hippie-Dozentin Nirvana, Frau Spagatkova, Pablo Stretch, Professor Dr. Dr. Drama und Daddy Blue. Ähnlichkeiten zwischen den Darstellern bestünden natürlich nur rein zufällig. Dann ging es los mit der lebendigen Biografie.

„That is the showbiz!“

Da ist sie, die Zusage der Hamburger Stage School. Endlich! Lange musste der junge André darauf warten. Umso größer war die Freude, als der Umzug bevorstand. Mit einem Liebeslied an die Hansestadt stürzte sich der frischgebackene Musicalschüler ins Abenteuer, um sich seinen Traum zu erfüllen. Doch bereits die Begrüßung der Schuldirektorin zeigte: Das wird nicht einfach. Shrimberley Coke machte sofort deutlich, wer fliegt und wer nicht. Und dass sie keinen roten Lippenstift mag. Wer bei der resoluten Blondine übrigens an die ehemalige Stage-School-Direktorin und „Fame Academy“-Leiterin Kim Moke denkt, liegt damit richtig. Denn auf die Frage, was an dem Musical und dessen Rollen nun eigentlich wahr sei, antwortete André Sultan-Sade: „Alles!“ Natürlich in leicht abgewandelter Form. So auch die kiffende Hippie-Dozentin Nirvana. Mit Elan lehrt sie den Musicalschülern und Theatergästen in ihrem „Bulimie-Workshop“ die Kunst des Atmens und Sprechens. Finger in den Mund und schon bist du dabei. Denn: „That is the showbiz!“

Das hatte auch Domina, ähm Ballerina, Spagatkova erfahren. Ihren Frust über die Besetzungscouch und deren Folgen baute sie gesanglich ab. Pablo Stretch ließ die depressive Stimmung aber schnell verfliegen. Denn mit dem richtigen (Hüft-)Schwung bekommst du sie, die Zuschauer, vor allem die Männer. Als er vorführte, wie dieser auszusehen hat, flossen bei den Zuschauern endgültig die Tränen. Ein Herr brüllte vor Lachen und steckte mich an. Ja, Latino-Pablo hat es drauf. Und er steht, im Gegensatz zu Direktorin Coke, auf roten Lippenstift. So durfte die junge Besucherin mit dem Kussmund auf die Bühne und ihn während einer Tanzeinlage präsentieren. Die Interaktion mit dem Publikum sowie der Wechsel zwischen Spaß und Ernst zogen sich durch den Abend. Und beide funktionierten.

Lebensberatung für jedermann

Vor der Pause und im zweiten Akt überwog allerdings die Ernsthaftigkeit. Einer Motivationshymne von Professor Dr. Dr. Horst „Drama“ Antlitz folgte Andrés Beziehungsaus. Die Holde hatte sich dessen besten Freund geschnappt, kurz bevor der Musicalschüler seine Ausbildung an der Stage School erfolgreich abschloss. Eine Tragödie. Pech in der Liebe, Glück in den Auditions? Nicht wirklich. Denn auch die liefen alles andere als gut. Wut und Enttäuschung machten sich bei André breit. Dabei sollte der Tiefpunkt noch folgen. Der war erst erreicht, als Daddy Blues TV-Castingshow das schon erniedrigende Vorsprechen für eine deutsche Soap Opera toppte.

Glitzer, Glamour, Rampenlicht! Nur zu welchem Preis? Zugegeben, nicht jeder professionelle Musicaldarsteller geht diesen steinigen Weg oder macht diese Erfahrungen. Dem einen oder anderen dürften diese Stationen aber bekannt vorkommen. Ein Grund zum Aufgeben? Nein, im Gegenteil. Denn eines gab uns der Gastgeber mit auf den Heimweg: „Glaube daran, dass dein Traum wahr werden wird.“ Irgendwann.

Ein Interview mit André Sultan-Sade lesen Sie kommendes Wochenende bei Musical1.

Kategorie: Kritiken,Theater Eigenproduktionen

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Autor: B. Schlager (22.11.2016)

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