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AVENUE Q in Bielefeld eingezogen

Wortwitz, Fettnäpfchen und Inkorrektheit – die AVENUE Q spielt nun im Theater Bielefeld. Die Bielefelder Neuinszenierung begeisterte das Premierenpublikum am Sonntagabend und verbreitete trotz kritischer Themen viel gute Laune

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Ensemble – AVENUE Q © Sarah Jonek

Gefeierter Spielzeitauftakt

Am 10.09.2017 feierte AVENUE Q im Theater Bielefeld Premiere. Doch auch wenn Puppen auf der Bühne die Vorherrschaft hatten, AVENUE Q ist ganz und gar kein Kinderstück. Dennoch schafften es Puppen (und Darsteller) den Saal zu begeistern: am Premierenabend gab es langanhaltende Ovationen für alle Mitwirkenden.

Sozialkritik pur

Robert Lopez und Jeff Marx wollten ursprünglich eine Puppen Show für Erwachsenen entwickeln. Fernsehproduzenten bekundeten zu Beginn der 2000er Jahre kein Interesse, Broadway Produzenten schon. 2003 feierte AVENUE Q seine Premiere am Broadway, 2006 am West End. Seither wurde das Stück in vielen Ländern aufgeführt und in mehrere Sprachen übersetzt. Die deutschsprachige Erstaufführung gab es 2011 in St. Gallen (Schweiz). 2012 gab es die deutsche Erstaufführung der AVENUE Q in Mannheim gezeigt. Thematisiert werden einige Schwierigkeiten des normalen Lebens: Pornographie, Rassismus, Freundschaft, Coming Out, Arbeitslosigkeit – und wer ehrlich zu sich ist, stimmt den Puppen in vielen Dingen zu.

Die Bielefelder Neuinszenierung weist geringfügige Änderungen gegenüber der Originalprodukiton auf. So sind einzelne Videoeinspielungen in Bielefeld gestrichen worden, genauso wie einige Textzeilen aktualisiert wurden. Genau hinhören sollte man in jeder Aufführung bei „Nur für einen Moment“ … in der Premierenvorstellung hat hier sogar Donald Trump seinen Platz gefunden, was zu Lachern führte.

Puppen kann man nicht böse sein

Avenue Q – das ist eine fiktive Straße einer heruntergekommenen Gegend New Yorks. Eines Tages taucht dort der wohnungssuchende Princton auf, der soeben seinen Studienabschluss geschafft hat und bezieht eine freie Wohnung. Seine Nachbarn sind Brian, ein arbeitsloser Entertainer samt seiner Verlobten Christmas Eve, eine japanische Therapeutin. Daniel Kübelböck hat es als Hausmeister in die AVENUE Q geschafft. Ferner wohnen dort noch Kate Monster, eine Auszubildende im Kindergarten und Trekkie Monster, ein haariger, vom Internet begeisterter Sonderling. Rod, ein Banker, teilt sich mit Nicky, einem Faulpelz,  die Wohnung. Im Laufe der Handlung tauchen noch die Bullshit-Bären auf – zwei niedliche Bären, die die „besten Ideen“ haben und Frau Semmelmöse, die Kindergartenleiterin. So niedlich diese Puppen auch sind – nicht ohne Grund ist das Musical mit FSK 16 angegeben:  Sie mischen die Bühne auf und sind dabei äußerst ehrlich, teils ironisch, dsrakastisch und auch mal politisch völlig inkorrekt. Sie besingen das Leben: die große Liebe, Arbeitslosigkeit, Rassismus und den Sinn des Lebens. Doch gerade weil es die Puppen sind, die dies tun und nicht der Mensch, der ihnen Leben einhaucht, kann man ihnen bei all der Ehrlichkeit nicht böse sein.

Charaktere

In jeder AVENUE Q Produktion darf der Zuschauer darauf gespannt sein, wie die Rolle der Hausmeisterin/ des Hausmeisters besetzt ist. Nick Westbrock (Inszenierung) hat sich in Bielefeld für „Daniel Kübelböck“ (Norbert Kohler) entschieden. Auch wenn die jüngeren Anwesenden diesen scheinbar nicht mehr zuordnen können, erntete Kohler einige Schmunzler.  Christoph Maria Rönnebeck überzeugt als Brian, so wie Anna Mari Takenaka als teils agressive Japanerin.

Ob einfühlsam, energisch oder verführerisch – alle Darsteller hauchen ihrer Puppe bzw. ihren Puppen Leben ein: Stefanie Köhm, die die Rolle in der deutschsprachigen Erstaufführung  2011 kreiert hatte, spielt ihre Kate introvertiert naiv und äußerst gefühlvoll.  Katharina Duhme gibt die verführerische und verruchte Lucy. Thomas Klotz (Princton & Rod) wechselt mit Leichtigkeit nicht nur zwischen den Puppen hin und her, sondern passt auch seine Stimme problemlos an. Selbiges gilt für Benedikt Ivo, der stetig zwischen Trekkie Monster und Nicky hin und her wechselst.  Beide Bullshit-Bären werden von Katharina Schutza gespielt und gesprochen. Das Team ist gut eingespielt : einige Puppen werden von zwei Darstellern mit Leben erfüllt (etwa Trekkie) bzw. teilweise von einem Darsteller bewegt, aber von einem anderen zur selben Zeit gesprochen. Die Zuschauer werden schnell in den Bann gezogen und können sich ganz auf die Puppen konzentrieren, die auf der Bühne von ihrem Leben in der AVENUE Q erzählen.

Kreativteam

Udo Herbster (Bühne & Kostüme) hat ein „begehbares Puppenhaus“ auf die Bühne gestellt, dass seine Türen ausklappt und die Wohnräume der Bewohner präsentiert. Der Großteil des Stücks spielt jedoch mitten auf der „Straße“. Mittels Videoprojektionen werden weitere Einblendungen, bei Bedarf, auf der Häuserfront integriert.

Michaela Duhme spielt nicht nur Lucy D. Schlampe, sondern zeigt sich auch für die Choreografie verantwortlich.

Nick Westbrock (Inszenierung) verzichtet auf einige Videoeinspielungen. Durch geringfügige Textänderungen (so wird bspw. an einer Textstelle aus dem „Schwarzen“ ein „Flüchtling“), wirkt das Stück zeitaktueller. Die neue Kombination (beide Bullshit-Bären in der Hand einer Darstellerin) bzw. Aufspaltung von Rollen (Lucy und Kate Monster) ist für einzig für die Zuschauer ersichtlich, die das Stück schon mehrfach gesehen haben.

William Ward Murta (musikalische Leitung) leitet in der AVENUE Q eine kleine Band, die im riesig wirkenden Orchestergraben verschwindet. Nichts desto trotz ist der Klang zu jeder Zeit überzeugend. Die fetzigen Lieder von Lopez und Marx versprechen Ohrwurmpotential. Sowohl Songtexte (Roman Riklin) als auch Dialoge (Dominik Flaschka) haben bei der Übersetzung nicht an Wortwitz und Schärfe verloren.

Informationen und Tickets

Bis zum Jahresende kann man die AVENUE Q noch 12 mal am Theater Bielefeld erleben. Karten gibt es an der Theaterkasse oder hier 

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Besetzung

  • Princton/ Rod – Thomas Klotz
  • Kate Monster – Stefanie Köhm
  • Brian – Martin Christoph Rönnebeck
  • Christmas Eve – Anna Mari Takenaka
  • Daniel Kübelböck – Norbert Kohler
  • Lucy D. Schlampe/ Lavinia Semmelmöse/ Umzugskartons – Michaela Duhme
  • Nicky/ Trekkie Monster/ Umzugskartons / Neuankömmling – Benedikt Ivo
  • Bullshit Bären/ Umzugskartons/ Ricky  – Katharina Schutza

Kreativteam

  • Musikalische Leitung:  William Ward Murta
  • Inszenierung: Nick Westbrock
  • Choreografie:  Katharina Duhme
  • Bühne & Kostüme:  Udo Herbster

 

Kategorie: Avenue Q,Stadttheater

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Autor: R. Imping (12.09.2017)

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