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Ausverkaufte CHESS-Premiere in Chemnitz

Am 10.10.2015 feierte CHESS im Chemnitzer Opernhaus erfolgreich Premiere. Mit Liebe zum Detail, großartigem Orchester und Ballett sowie Starbesetzung, lieferten Sie eine großartige Show ab, die trotz einiger Wermutstropfen sehenswert ist.

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Die erste Schachpartie
CHESS in Chemnitz © Theater Chemnitz

Schachpartien im Theater Chemnitz

Am 10.10.2015 hob sich in Chemnitz der Vorhang für CHESS. Das anspruchsvolle Musical von Tim Rice und den ABBA-Mitgliedern Benny Anderson und Björn Ulvaeus begeisterte das Publikum, das die Darsteller, das Orchester und das Team hinter der Bühne mit tosendem Applaus und Standing Ovations ehrte.

Kalter Krieg auf kariertem Brett

Es ist das Jahr 1979 und die Schachweltmeisterschaft in Meran steht kurz bevor. Die Finalisten reisen an: Der russische Herausforderer Anatoly Sergievsky mit seinem Sekundanten Molokov und der amerikanische Titelverteidiger Frederick Trumper mit seiner Sekundantin und Geliebten Florence Vassy.
Die erste Partie beginnt, doch bricht Frederick diese ab, indem er einfach alle Figuren herunterwirft. Ein Skandal und der Abbruch der WM steht im Gespräch, doch lässt der Schiedsrichter sich gut zureden, doch müssen sich nun meide Kontrahenten treffen. Für Anatoly kein so großes Problem, wie für den Russen hassenden Trumper. Während Anatoly und Florence auf Frederick in einem Berggasthaus warten, kommen sie sich näher, was auch Frederick nicht entgeht, als dieser plötzlich kommt. Er trennt sich von Florence und gibt die Schachweltmeisterschaft auf. Anatoly gewinnt und entschließt sich für ein Leben in Amerika gemeinsam mit Florence. Ein Jahr später treffen sich alle in Bangkok zur nächsten Schachweltmeisterschaft wieder und erneut heißt es Ost gegen West, doch wird dieser Kampf nur zum Schein auf dem Schachbrett ausgefochten. Molokov hat ganz andere Pläne, um Anatoly wieder nach Russland zu holen.

Liebe zum Detail

Alles beginnt mit einem weißen Feld, das sich vergrößert und den Schiedsrichter offenbart und es endet mit diesem Kästchen, doch dazwischen beweist das Bühnenbild öfter viel Liebe zum Detail, vor allem bei der Begrüßung der Kontrahenten in Meran, wo eine malerische Landschaft gezeigt wird, eine Brücke hochgefahren wird und am Ende sogar ein Schiff über die Bühne fährt und mit einem blauen Tuch den Fluss hinter sich „aufbaut“. Auch die Szene in den Bergen ist mit dem Bühnenbild sehr aufgewertet worden. Ein Berghang wird herangeschoben, grüne Wiese auf die Bühne gebracht und im Hintergrund fährt eine kleine Seilbahn auf und ab. Bei „One Night in Bangkok“ (hier mit „Tauch ein in Bangkok“ übersetzt) wird mit zahlreichen kleinen Laternen für die richtige Stimmung gesorgt. Auch werden die Hotelzimmer an die Orte angepasst. Mehrfach bringt das Theater Chemnitz seine Dreh- und Hebebühne passend in der Show zum Einsatz. Bezeichnend war auch der perspektivische Podest mit Schachmuster, auf dem die Schachpartien stattfanden. Dadurch, dass dieser „gekippt“ war, hatte man das Gefühl von etwas weiter oben darauf zu sehen, was eine besondere Wirkung hatte. Lediglich beim Finale – dem letzten Schachspiel – hätte etwas mehr mit Licht oder Bühnenbild gearbeitet werden können, um auch dort die Stimmung zu unterstreichen.

Tonpannen und gekürzte Songs

Auffällig waren die Probleme bei der Tontechnik zu Beginn, die jedoch recht bald behoben waren und später nicht mehr auftraten. Leider wurden auch Titel gekürzt, wie z.B. „Jeder geht allein seinen Weg“, ein Titel, in dem Florence sich von Frederick lossagt. Manche fehlten auch komplett, wie „The Soviet machine“, ein Lied, das Molokovs Pläne verdeutlicht, oder auch „Talking Chess“, bei dem Frederick Anatoly ins Gewissen redet, nicht absichtlich wegen diverser Druckmittel zu verlieren und bei dem sich Fredericks Liebe zum Schach deutlich zeigt. Dies wurde durch ein Gespräch ersetzt. Es war doch bedauerlich, dass diese Lieder fehlten, die doch vor allem bei Molokov zur näheren Beleuchtung seines Charakters wichtig gewesen wären.

Große Namen

Das Theater Chemnitz hat für diese Show bekannte Darsteller engagiert. So spielt z.B. Roberta Valentini (CASANOVA Dessau, WICKED Stuttgart, MARIE ANTOINETTE Bremen) die Rolle der Florence Vassy und das wirklich überzeugend. Gut mimt sie die Frau, die zwar Stärke zeigt, aber alle auf Abstand hält, um nicht verletzt zu werden. Ihre Stimme zeigte sich sehr facettenreich und als passend für diese Rolle.
Weiter hat das Theater auch Patrick Stanke (z.B. CASANOVA Dessau, ARTUS St. Gallen, AIDA Berlin) als Frederick Trumper für sich gewinnen können. Leider wirkte er an diesem Abend etwas blass im Vergleich zu den anderen Darstellern. Frederick ist eine sehr exzentrische Persönlichkeit, die gern im Mittelpunkt steht und auch sehr von sich überzeugt ist. Dies deutete sich bei Patrick Stanke zwar an, doch ist da noch Luft nach oben, die er sicher noch füllen kann. Stimmlich meisterte er die Lieder jedoch einwandfrei. Vor allem „Sei nie ein Kind“ war eine großartige Leistung, wo er die Rolle richtig zu leben schien.
Den Anatoly spielte Matthias Otte (JESUS CHRIST SUPERSTAR Chemnitz, MAMMA MIA! Stuttgart, CHESS Dresden) und spielte diesen authentisch. Deutlich spürte man die Unsicherheit, die Anatoly stets begleitet. Vor allem „Wer ich sein will“ und „Hymne“ stachen hervor, aber. Leider wirkte das Finale „Die letzte Partie“ nicht wirklich spannungsaufbauend, was aber wohl der gesamten Umsetzung dieser Szene geschuldet ist.
Als Schiedsrichter stand Mischa Mang (ROCKY HORROR SHOW Bad Hersfeld, JEKYLL & HYDE Saarbrücken, CHRIST O München) auf der Bühne, der mit seinem Kostüm sehr auffiel. Er spielte die Rolle gut, auch wenn es sehr irritierte, dass er die Rolle des amerikanischen Botschafters, der bei dieser Inszenierung gestrichen worden ist, mit übernahm, da es so öfter wirkte, als würde er Partei ergreifen. Das ändert aber nichts an der großartigen Leistung, die Mischa Mang auf der Bühne ablieferte.
Matthias Winter (HÄNSEL UND GRETEL Chemnitz, DIE LUSTIGE WITWE Chemnitz, DIE SCHWEIGSAME FRAU Chemnitz) verkörperte Molokov und spielt diese Rolle sehr gut, auch wenn manchmal die etwas durchtriebene Art von Molokov mehr durchkommen könnte. An dieser Stelle ist es bedauerlich, dass „The Soviet machine“ gestrichen wurde und auch sein Komplottpartner – der amerikanische Botschafter. Das lässt diese wichtige Rolle leider etwas untergehen. Schauspielerisch und stimmlich füllte er diese Figur ansonsten jedoch voll aus.
Als Svetlana – Anatolys Frau – stand Stefanie Köhm (INTO THE WOODS Essen, FAME Basel, AVENUE Q St. Gallen) auf der Bühne. Sie spielte diese Rolle wirklich authentisch und stimmlich passt sie bestens. Vor allem „Ich kenn ihn so gut“ war großartig.
Der Popchor setzte sich aus Elisabeth Markstein, Claudia Müller-Kretschmer, Michael Beck und Robert Schmelcher zusammen und sie lieferten eine wirklich gute Show ab. Sie harmonierten stimmlich miteinander, aber auch mit den anderen Darstellern.
Das Ensemble war leider manchmal etwas undeutlich, aber qualitativ sehr gut und spielte überzeugend.
Besonders betonen muss man auch das Ballett, vor allem bei der ersten Partie lieferte es eine wirklich hervorragende Leistung ab.

Einen Abend wert

Zurückblickend lässt sich sagen, dass diese Show trotz einigen Wermutstropfen sehenswert ist, wobei einige Probleme sich sicher noch beheben lassen oder schon behoben worden sind. Wer die Möglichkeit hat, sollte in das Chemnitzer Opernhaus gehen und sich für einen Abend in die Schachwelt entführen lassen.

Kategorie: Kritiken

Autor: A. Polifka (16.10.2015)

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