Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

ASCHENPUTTEL – das Musical: Prinzessin Becherschmeiß liebt Prinz Gurkennase

Einmal Prinzessin sein! In prachtvollen Kleidern und glitzernden Pumps mit dem gut aussehenden Prinzen durch das Märchenschloss tanzen! Viele junge Mädchen haben diesen Traum. Für ASCHENPUTTEL wurde er wahr. Denn merke dir: „Wenn du das Glück suchst, wirst du es finden.“ Allerdings musst du es aussprechen, „sonst hört es dein Herz nicht.“

Teile diesen Beitrag

Sind glücklich: "Prinz Gurkennase" und "Prinzessin Becherschmeiß"
Aschenputtel und ihr Prinz ©Theater Liberi

„Die guten ins Töpfchen…“

Herz hat sie, die ASCHENPUTTEL-Inszenierung des Kinder- und Tournee-Theaters Liberi. Und sehr viel Charme. Sicher, die Stiefmutter ist zunächst auch in dieser Produktion garstig und ungerecht. Die Betonung liegt hierbei aber auf „zunächst“. Linsen, immer wieder Linsen bekommt ASCHENPUTTEL, gespielt von Jana Flaccus, vorgesetzt: „Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.“ Wir kennen es. Und wer hilft dem armen Mädchen beim Sortieren? Richtig, die Taube (Lena Conzendorf), die sich in der Erlanger Heinrich-Lades-Halle mit viel Humor in die Kinder- und Elternherzen gurrte. Obwohl ihr zerrupftes Federkleid zu einer kleinen Fehlinterpretation führte.

Nichts ist, wie es scheint

Auf die Frage, was ihm an dem Musical besonders gefallen habe, antwortete der neunjährige Jakob nämlich spontan: „Das Huhn!“ Papa Kai Höll (50) lachte und korrigierte seinen Sohn. Natürlich ist das Huhn eine Taube. Doch ist die Taube wirklich eine Taube? Märchen- und ASCHENPUTTEL-Liebhaber kennen die Antwort.

Auch der Prinz (Michael Martin) spielt mit seiner Identität. Das „Volk“, sprich das Publikum, hat diesen Erik sofort durchschaut. ASCHENPUTTEL und ihr Umfeld dagegen ahnen nicht im Geringsten, wen sie vor sich haben. Da kann es schon passieren, dass die selbstbewusste Stiefschwester Greta den Königssohn in dessen Anwesenheit unbekannterweise als „Prinz Gurkennase“ bezeichnet. ASCHENPUTTEL selbst schüttet dem feschen Boten sogar versehentlich einen Becher Wasser über die Hose. Dabei wollte er die Anwesenden doch nur zum Maskenball ins Schloss einladen. Upps! Doch Erik nimmt es gelassen. Denn er ist – wie ASCHENPUTTEL – verliebt. Und nett. Alle sind nett. Denn das Gute im Menschen ist unerschütterlich. Das möchte Regisseur und Autor Helge Fedder mit seiner Inszenierung zeigen. Und genau diese Botschaft unterscheidet sich von vielen ASCHENPUTTEL- und CINDERELLA-Geschichten.

„Gugurugu, kein Blut ist im Schuh…“

Gut, im tschechischen Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, der jetzt zur Weihnachtszeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wieder totgesendet wird, ist der König auch recht bodenständig und nicht wirklich böse. Im Vergleich zu Dennis Fischer, der den lässigen Prinzenvater in der Bochumer Inszenierung spielt, wirkt er aber streng. Auch ASCHENPUTTELS Stiefschwester (Carmen Gola) ist liebenswert. Immer wieder verteidigt Greta das Mädchen und bietet der Mutter (Birgit Widmann) Paroli. Vor allem, als diese ihre Lieblingstochter mit dem Prinzen verkuppeln möchte. Greta, eine Prinzessin? Bloß nicht! Die junge Dame will studieren, reisen und sich nicht den Zeh abschneiden, um in ASCHENPUTTELs verlorenen Schuh zu passen. Das geht gar nicht. Außerdem liegt ihr das Glück ihrer Schwester am Herzen.

Dass diese zum Schluss ihren Angebeteten bekommt, ahnten die Musicalbesucher bereits. Das Happy End ist weitgehend bekannt. Nur der Weg dorthin war an diesem Sonntagnachmittag eben etwas anders: heiter und easy statt düster und erschwerlich. Auf das Schwingen der Moralkeule wurde verzichtet.

Witzig, frisch, modern – oder einfach nur „cool“

Stattdessen regten intelligente Texte zum Nachdenken an. Die Kompositionen von Christoph Kloppenburg und Christian Becker verleiteten zum Träumen, Mitsingen oder -wippen. Einige Melodien sind so eingängig, dass sie einem noch zwei Tage nach der Vorführung in den Ohren liegen. Die tourende Theatertruppe aus Bochum hat überzeugt. Und was ist ehrlicher, als ein Kinderlachen. Wenn Leni und Klara (beide 6 Jahre) in ihren Tüllkleidchen von ihren Märchenidolen schwärmen, meinen sie es so. Mit Herzblut präsentierte das Ensemble sein Stück dem vor allem jungen Publikum. Zugegeben: Die eine oder andere gesellschaftskritische Zeile richtet sich vorwiegend an die erwachsenen Familienmitglieder. Und das recht deutlich. Ob damit die Autorität der Mamas und Papas im Saal untergraben wurde? Nein, doch ein paar Äußerungen trafen sicherlich den Nerv einiger Besucher.

Während die Eltern im Saal grübelten, turtelten „Prinzessin Becherschmeiß“ und „Prinz Gurkennase“ auf der Bühne. Denn natürlich fanden ASCHENPUTTEL und Prince Charming nach einer irren Verfolgungsjagd zueinander. Mit einem Kuss besiegelten die beiden unter einem lauten „Uhhh“ der Zuschauer ihr Glück, bevor sie mit der Hochzeitsgesellschaft durch den Ballsaal rappten. „Ende gut, alles gut!“

 

Kategorie: Kritiken,Tour Musicals

Tags:

Autor: B. Schlager (20.12.2016)

Teile diesen Beitrag

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen