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Armin Kahl Interview – Musical1 Podcast 28

Er ist zweimaliger Preisträger beim Bundeswettbewerb Gesang, er flog als TARZAN in Hamburg durch die Lüfte, spielte in der Premierenbesetzung von ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK und war zuletzt in Wien als Mr. Banks in MARY POPPINS zu sehen. Heute ist Armin Kahl zu Gast im Musical1 Podcast Interview, spricht über seine Karriere und seine Zukunftspläne.

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Armin Kahl
Armin Kahl © Tim David Hüning

Eher durch Zufall zur Musical-Ausbildung

Bei der Verbindung zwischen unserem Podcast-Moderator in Weimar und Armin Kahl in Wien gab es leider ein paar kleine Tonprobleme. Wir bitten, das zu entschuldigen.

Armin Kahl ist in Erlangen geboren, seine Ausbildung absovierte er an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Schon während des Studiums spielte er in verschiedenen Produktionen, zum Beispiel in der WEST SIDE STORY bei den Bregenzer Festspielen. Bekannt wurde er unter anderem durch ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK, als Tarzan in TARZAN und als Sky in MAMMA MIA! In den letzten Jahren war Armin Kahl vor allem in Wien zu sehen, spielte hier in der deutschsprachigen Erstaufführung von NATÜRLICH BLOND und von LOVE NEVER DIES, gab unter anderem Alfred III in DER BESUCH DER ALTEN DAME und den Mr. Banks in MARY POPPINS.

Im Interview erzählt Kahl, dass er sich eigentlich eher durch Zufall bei der Bayerischen Theaterakademie beworben hatte. Eigentlich war es sein Ziel, an einer Schauspielschule aufgenommen zu werden, das Musical hatte er noch nicht im Blick. 1999 wurde in Nürnberg allerdings LES MISERABLES aufgeführt und es fehlten noch männliche Darsteller. Eine Freundin brachte Armin Kahl dazu, sich zu bewerben. Er bekam die Rolle und spielte 19 Aufführungen – unter anderem neben Roberta Valentini, der derzeitigen ELISABETH. Einige der Gruppe bewarben sich anschließend bei der Bayerischen Theaterakademie: „Es gab vier Leute, aber die Theaterakademie hatte fünf Aufnahmebögen geschickt,“ erinnert sich Kahl. Kurzerhand füllte er den fünften Bogen aus – und wurde als einziger aus der Gruppe direkt angenommen. Die anderen Bewerber rückten in den folgenden Jahren nach. Vor dem Musical-Studium hatte Kahl schon eine Lehre zum Zahntechniker abgeschlossen. „Im letzten Lehrjahr habe ich mich aber schon auf Schauspielschulen vorbereitet. Ich habe immer gewusst, dass ich auf die Bühne möchte.“

Erinnerungen an erste Auftritte

Die Kooperation zwischen der Bayerischen Theaterakademie und den Bregenzer Festspielen brachte Kahl und seiner Klasse dann die ersten erinnerungswürdigen Auftritte ein. So standen sie als Chor und Tänzer für die Oper „La Bohème“ auf der Bühne. Dabei bekamen die Schauspielschüler über Kopfhörer andere Musik zu hören, als das Publikum: „Wir haben zur Oper ‘I Make You Wanna Shout!’ gehört und im Hintergrund eine Party gefeiert, während Mimi im Vordergrund starb. Das war ein toller Effekt, aber schon sehr skurril,“ erinnert sich Kahl.

Nach dem Diplom erhielt Kahl direkt Engagements in Musicals von Stage Entertainment. Die damalige Casting-Rektorin Simone Linhof riet ihm, sich für MAMMA MIA! zu bewerben. Die Chemie zwischen Kahl und dem Regisseur stimmte und so erhielt er 2004 den Job.

Kahl ist außerdem doppelter Preisträger beim Bundeswettbewerb Gesang, 2001 und 2003 konnte er jeweils den ersten Preis gewinnen – und das, obwohl er einen Auftritt gehandicapt mit Magen-Darm-Grippe absolvieren musste, wie er sich erinnert. Heute würde er bei den Auftritten einiges anders machen: „Ich würde heute wahrscheinlich viel lockerer herangehen, mehr riskieren. Aber heute bin ich zu alt,“ bedauert Kahl scherzhaft.

Seine Zeit bei ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK und TARZAN

Armin Kahl als Tarzan

© Privat

Im Rückblick auf seine bisherigen Produktionen erinnert sich Kahl auch an seine Zeit bei ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK, wo er im Premierencast spielte und mit dem kürzlich verstorbenen Udo Jürgens zusammenarbeitete. „Er war mehrmals bei den Proben dabei und hat viel Input gegeben.“ Auch sein Engagement bei TARZAN bereicherte Kahls Leben um einige Erfahrungen: Immerhin schwebte er in der Titelrolle Abend für Abend über den Köpfen der Zuschauer. Hatte er dabei keine Angst? „Ich habe Gott sei Dank keine Höhenangst. Das ist schon mal wichtig, damit man Vertrauen hat in die Technik.“ Die Darsteller würden auch langsam an das Fliegen gewöhnt. An seinen ersten Flug erinnert er sich dennoch gut: „Das erste Mal beim ersten Tarzanflug, bei der ersten Probe, das war ein bisschen wie bei der Achterbahn: Kurz der Punkt, bevor es runtergeht – diesen Punkt habe ich als wahnsinniges Adrenalin-Kribbeln im Magen gehabt, weil du da erstmal merkst, wie hoch du eigentlich bist.“

Zuletzt stand Kahl als Mr. Banks für MARY POPPINS auf der Bühne, wo er für zwei erkrankte Kollegen einsprang. „Ein Kindheitstraum. Dieser Film hat mich schon immer fasziniert,“ schwärmt er von dem Musical. „Ein ganz tolles Stück, mit ganz viel Charme und Esprit, ganz viel Disney-Magic. Mit ganz viel Charme werden die Zuschauer in eine magische Welt geführt.“

Zukunftspläne

Im Sommer 2015 geht es für Kahl auf die Freilichtbühne Tecklenburg, wo er den Diego/Zorro in ZORRO spielen wird. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Regisseur Ulrich Wiggers und auf die Freilichtbühne, die er persönlich noch nicht gesehen hat. Auch bei CATS wird er mitwirken: “Als Kind hat mir CATS irgendwie nie gefallen,“ lacht er. „Außerdem bin ich Katzenallergiker.“ Natürlich freut er sich dennoch auf die Inszenierung, die nicht im Original, sondern in einer neuen Version auf die Bühne kommt. Am Gärtnerplatztheater in München spielt er zuvor schon den Valmont in GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN, Premiere ist am 22. Februar. Die Rolle als Bösewicht schätzt Kahl, da er dort Seiten zeigen kann, die man im wirklichen Leben nur selten ausleben könne.

Armin Kahl ist bekennender Disney-Fan. Wie sieht es denn da mit einer Rolle im Musical ALADDIN aus? „Ja und nein,“ meint Kahl. „Die Stadt würde passen, die Produktion würde passen. Ich habe bisher nur Ausschnitte auf YouTube gesehen, und von dem, was ich dort gesehen habe, muss ich sagen, das ist nicht so ganz mein Stück.“ Rollentechnisch würde es für ihn in ALADDIN wenig geben, meint Kahl. Außer vielleicht den Part des Dschafar, aber da wäre ein Darsteller mit einem tiefen Bariton besser geeignet.

Kategorie: Podcast

Autor: B. Hake (18.01.2015)

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