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Anja Wessel Interview – Musical1 Podcast 2

Anja Wessel, Musical-Fans als Wirtin Rebecca aus dem TANZ DER VAMPIRE in Berlin bekannt, steht uns im zweiten Musical1 Podcast Rede und Antwort. Was waren ihre schönsten Bühnenmomente? Welche Rollen würde sie gerne noch spielen? Die Antworten gibt es hier.

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Herzlich willkommen zum zweiten Podcast von Musical1. Heute haben wir wieder eine bekannte Musical-Darstellerin und Sängerin am Telefon: Anja Wessel ist unsere Interviewpartnerin. Die sympathische Kölnerin hat als kleines Mädchen im Kinderchor begonnen und eine klassische Gesangsausbildung absolviert. Nach einigen Jahren als Sängerin hat sie sich ihren großen Traum wahrgemacht und ließ sich an der Stage School in Hamburg zur Musical-Darstellerin ausbilden. Eine Hauptrolle spielte Anja Wessel im Publikumsliebling TANZ DER VAMPIRE in Berlin, bis zum letzten Vorhang im Sommer 2013.

Noch einige Neuigkeiten in eigener Sache: Den Musical1 Podcast gibt es jetzt auch zum kostenlosen Download bei iTunes. Über Bewertungen würden wir uns sehr freuen. Auf unsere Anfragen erhalten wir sehr große Resonanz von den Musical-Darstellern. Daher haben wir uns dazu entschlossen, den Podcast ab jetzt zweimal im Monat zu senden. Wir hören uns also bald wieder. Nun aber zum Interview mit Anja Wessel.

Das Interview als Abschrift

Hallo Anja, ich freue mich sehr, dieses Interview heute mit Ihnen führen zu dürfen.

Hallo Christian, die Freude ist ganz auf meiner Seite.

Anja, können Sie sich für unsere Hörer in ein paar Sätzen vorstellen?

Hallo liebe Musica1-Zuhörer, ich bin Anja Wessel, ich bin ledig, ich bin Sängerin und Musical-Darstellerin, ich bin Kölnerin und ich lebe auch in Köln, wenn ich nicht gerade irgendwo anders ein Engagement habe.

Also ein echtes Kölner Urgestein.

Man sagt hier so: Ein echt Kölsch Mädsche.

Ja, liebe Anja, Ihr musikalisches Talent entdeckten Sie bereits sehr früh. Teilen Sie uns doch bitte mit, wie und wann es zum Singen kam.

Ich war ungefähr sechs und bei uns im Ort wurde ein neuer Kinderchor gegründet und da bin ich hin. Irgendwie hat mir das gefallen, das gemeinschaftliche Singen, die Auftritte und man hat ja auch Unternehmungen gemacht. Daraus wurden dann auch 20 Jahre Chorgesang in verschiedenen Chören, Gruppen, Ensembles; und daraus wiederum hat sich dann auch der solistische Weg entwickelt.

Dann gehen wir nun erst einmal auf Ihre Ausbildung ein: Sie haben sich im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt. Teilen Sie uns doch bitte mit, aus welchen Episoden Ihre Gesangsausbildung bestand.

Angefangen habe ich mit der Klassik, weil ich eben auch Klassik gesungen habe, und dann habe ich im klassischen Bereich Unterricht genommen. Was als Fundament immer super ist. Das kann ich auch nur jedem empfehlen: Klassik ist ein Fundament. Mit der Zeit habe ich mich dann mit anderen Richtungen beschäftigt, wie zum Beispiel Gospel, Pop und Schlager. Mir war es auch immer wichtig, dass ich aus jedem Bereich die Lehrer hatte, die darauf spezialisiert waren. Dann kam der Musical-Bereich und der hat ja einen ganz großen Platz eingenommen. In der Musical-Ausbildung habe ich dann Unterricht genommen an der Stage School in Hamburg und beim Professor Jack Poppell von der Folkwang Universität Essen. Aber der beste Unterricht ist das Leben. Das kann ich nur sagen.

Alles klar. Ihr Repertoire geht über die verschiedensten Richtungen, von Klassik über Schlager zu Kölschen Liedern bis hin zu Musical und Gospel. Jede dieser Musikrichtungen scheint für Sie eine kleine persönliche Geschichte zu haben. Verraten Sie uns doch bitte, welche das ist und gehen Sie hierbei auch auf Ihre Solo-Karriere mit ein.

Liebe Zuhörer und Leser, ich hoffe, Sie haben viel Zeit, ich packe jetzt einmal aus dem Nähkästchen aus: Mit der Klassik hat es ja begonnen und ich habe tolle Erinnerungen an meine ersten Operetten, an denen ich mitgewirkt habe. Das waren „Die Fledermaus“ und „Der Vogelhändler“ und im Märchen „Hänsel und Gretel“. Die Geschichte zum Schlager und zu den Kölschen Liedern: Die haben für mich persönlich ein Gefühl von meinem sonnigen Gemüt, was ich da in die Welt hinaustragen kann. Das ist auch immer schön zu sehen bei meinen Solo-Auftritten, wie ich dann so ganz nah am Publikum oder auch mal gerne mittendrin bin. Da passieren auch immer mal ganz spontane Sachen.
Und dann kam Gospel, mit dem Film „Sister Act“. Dieser Film hat mich irgendwie total ins Herz getroffen und Gospel – diese Lebendigkeit, dieses Bewegen und das Singen und Klatschen. Und dann das Musical: Diese Geschichten und Charaktere und dass die drei Disziplinen vereint werden, Singen, Tanzen und Schauspielern. Das sind so meine persönlichen Geschichten zu den einzelnen Bereichen.

Als echtes Kölsches Urgestein ist für Sie die Karnevalszeit genauso wenig wegzudenken wie für manch anderen die Sahne auf der Erdbeertorte. Was macht Karneval für Sie aus und wie verbringen Sie diese Zeit?

Karneval ist natürlich Tradition. Ich bin damit aufgewachsen. Schon im Kindergarten haben wir uns verkleidet, die Kostüme selber gemacht. Es ist dieses Gefühl und das gemeinschaftliche Feiern. Es geht gar nicht um Party und laut sein und saufen wie das heute gerne ist, sondern wirklich darum, wir es früher war: Tradition, Zusammensein, Zusammenstehen. Und wenn ich dann in Köln bin zu der Zeit, schaue ich mir auch gerne die Umzüge an, ich genieße die Stimmung in der Stadt oder habe auch selber Auftritte. Ich wurde ja 2012 Karnevalsstar – das hat mich auch in die Kölnarena gebracht, da bin ich aufgetreten. Das war auch ein tolles, tolles Erlebnis.

2011 haben Sie Ihren ganzen Mut zusammengenommen und haben sich dem Publikum der Linus Talentprobe gestellt. Ihr Mut wurde mehr als belohnt. Nach Einzug in den Recall und als Monatsgewinnerin im Juni gelang es Ihnen, den ersten Platz zu belegen. Erzählen Sie uns einmal davon.

Für Leute, die nicht aus Köln sind, erkläre ich das einmal kurz. Die Linus Talentprobe gibt es seit vielen, vielen Jahren, das ist einmal im Monat, im Sommer, und das ist am Tanzbrunnen. Das ist ein großes Freiluftgelände und dort finden schöne Konzerte und Veranstaltungen statt. Dort gehen dann ungefähr 5.000 Leute hin und es gibt eine richtige Show. Es gibt einen Moderator, es gibt Tänzerinnen und eine super Liveband. Und es gibt Talente, die sich dem ganzen stellen: Nämlich dem Publikum, denn die entscheiden, wer weiterkommt, wer rausfliegt und wer gewinnt. Das muss man sich dann so vorstellen: Man geht da raus und dann kann das Publikum anfangen zu bewerten. Was sie meist auch tun. Also entweder mit vollkommenem Jubel oder mit Umdrehen und Unmut ausdrücken. Bei mir ist das Erstere passiert. Sie haben gejubelt, sie haben geschrien, sie haben die Top-Karten hochgehalten: Es war ein großer Spaß!

Da kann man sich natürlich nichts Schöneres vorstellen. Ist natürlich schön, wenn gejubelt wird und keine Buh-Rufe ertönen. Von dem Gewinn legten Sie den Grundstein für einen sehr großen Wunsch von Ihnen. Welcher Wunsch war das?

Ich war im Tonstudio und habe einige Lieder aufgenommen und ich habe mir davon auch den Unterricht an der Stage School finanziert.

2013 war es dann endlich soweit, der große Traum wurde wahr: Sie bekamen Ihr erstes Engagement in einem Musical. Und nicht einfach irgendein Musical, nein, Sie durften eine Hauptrolle im TANZ DER VAMPIRE spielen. Welche war das und welche Erfahrungen durften Sie dort machen?

Das war die Wirtin Rebecca, die Mutter von der Sarah. Es war natürlich eine totale Umstellung. So ein Spielbetrieb am Theater, sieben Shows die Woche, klar war das eine Umstellung. Aber es war genau das, wo ich immer hinwollte. Ich habe das erlebt mit tollen, phantastischen Kollegen in einem super Theater und in einem tollen Stück, mit phantastischen Fans, das kann ich immer wieder nur sagen. Wirklich, wirklich toll, was da so passiert ist. Es gibt nicht ein schönstes Erlebnis, es sind viele, viele kleine. Wenn ich ganz am Ende mein Mann stirbt und er liegt vor mir auf dem Tisch und ich weine um ihn – manchmal habe ich da kurze Momente und kann ins Publikum blicken und merke, wie ich Menschen berührt habe, die Tränen in den Augen haben. Das berührt mich dann auch selber.

Mir ging das damals genauso, als ich im TANZ DER VAMPIRE war. TANZ DER VAMPIRE ist ja nun wirklich ein unwahrscheinliches Meisterwerk von Roman Polanski. Wie war es damals für Sie, als mitgeteilt wurde, dass dieses Stück nur bis Sommer 2013 zu sehen sein wird?

Wir bekommen natürlich unsere Verträge und da ist ja vorher klar, wie lang die Spielzeit ist oder wie lang das Engagement ist. Manchmal wird das noch verlängert, aber das war nun einmal eine Entscheidung vom Arbeitgeber. Natürlich war ich da traurig. Ich dachte, die letzten Vorstellungen werden irgendwie schlimm; aber nein, das fing schon drei Wochen vorher an. Und wenn ich jetzt zurück überlege: Es war wirklich eine so intensive Zeit. Das Stück, eine Vorstellung, das allerallerletzte Mal zu spielen, wirklich derjenige sein, der das Ganze jetzt verabschiedet: Das war ein unvorstellbar tiefes Gefühl und auch mit vielen Tränen verbunden. Mit weinenden und lachenden Tränen.

Gibt es denn auch ein Musical, in dem Sie unbedingt gerne einmal spielen möchten? Und wenn ja, warum?

Da gibt es noch so einiges. LE MISERABLES zum Beispiel, oder SISTER ACT, die Schwester Mary Patrick, oder in ROMEO & JULIA die Amme: Also, es gibt da schon noch so einiges, wo ich Spaß dran habe und hätte. Wir gucken einfach mal, wie es weitergeht. Et kütt wie et kütt, sagt man in Köln.

Dann drücke ich Ihnen auf alle Fälle die Daumen, dass das alles so klappt, wie Sie sich das vorstellen. Was war das schönste Erlebnis in Ihrem Leben?

Es sind immer so viele kleine, schöne Erlebnisse, so kleine Momente. Sei es, wenn man die Menschen berührt, oder wenn man den Anruf bekommt, man hat die Rolle, oder man in tollen Häusern spielt wie im Theater des Westens oder in der Komödie am Kurfürstendamm – da habe ich im Kindermärchen die böse Stiefmutter in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gespielt. Kinderaugen zu begeistern, ist auch noch einmal etwas ganz Anderes und war ein superschöner Moment. Also, mein Leben ist gefüllt mit schönen, kleinen Momenten. Man muss sie nur sehen.

Liebe Anja, wir wären jetzt am Ende unseres Interviews angekommen. Ich bedanke mich schon jetzt sehr herzlich, dass Sie sich die Zeit dafür genommen haben und möchte mich auch hiermit bei unseren Hörern und Lesern verabschieden. Ich würde mich freuen, wenn Ihr in zwei Wochen wieder reinhört.

Ich sage auch einmal Tschüss und denke, wir werden uns ja irgendwo auch einmal sehen. Danke an alle Fans, die mich unterstützen, und die auch TANZ DER VAMPIRE zu so etwas Besonderem gemacht haben. Ich freue mich auf Weiteres. Bis dahin sage ich mal: Tschüss aus Kölle, Eure Anja.

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (07.08.2014)

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