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ANATEVKA – Wiederaufnahme an der Volksoper Wien

Das mit insgesamt neun Tony Awards ausgezeichnete Musical ANATEVKA von Jerry Bock (Musik) und Sheldon Harnick (Texte) spielt 1905 im russischen Zarenreich im ukrainischen Schtetl Anatevka vor der Revolution. Die jiddische Geschichte „Tevje, der Milchmann“ von Scholem Aljchem war die Basis und Inspiration für Joseph Stein (Buch) zum Musical FIDDLER ON THE ROOF, so der englische Originaltitel. Die Volksoper Wien feiert 13 Jahren nach der Premiere der aktuellen Inszenierung am 14. Mai 2016 die Wiederaufnahme des Musicalklassikers.

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Kurt Rydl © Johannes Ifkovits/ Volksoper Wien

Jüdisches Familiendrama

© Barbara Pálffy / Volksoper Wien

© Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Fünf Töchter im heiratsfähigen Alter – Schicksal und Glück des armen Milchbauern Tevje (Kurt Rydl) aus dem ukrainischen Dörfchen Anatevka. Der in die Jahre gekommene Mann hat zu wenig Geld zum Überleben, zu viel zum Sterben, nimmt aber als gläubiger Jude sein Schicksal an. Er ist tief in den jüdischen Traditionen verwurzelt und möchte seine Töchter an einen reicheren Mann verheiraten, denn alles was immer so war, soll auch so bleiben. Doch die jungen Frauen wollen der Liebe und nicht der Tradition folgen. Neben den persönlichen Turbulenzen in Anatevka, steht auch das Zarenreich vor dem Umbruch: Der ins Dorf gekommene Student bringt die neuen Kommunistischen Gedanken ins Dorf. Dazu kommt es immer wieder zu Unruhen und den russischen Juden bleibt schließlich als einzige Alternative ihre Sachen zu packen und auszuwandern.

Die Geige als Symbol

Der Fiedler auf dem Dach (Gregory Rogers) rahmt die Handlung ein. Er spielt sowohl zu Beginn als auch ganz am Ende des Stückes. Er steht auf der einen Seite für die Tradition des jüdischen Dorfes und auf der anderen Seite für die Hoffnung und den Neubeginn der Dorfbewohner als sie Anatevka verlassen müssen. Die Violine ist eng mit dem Judentum verbunden. Sie war ein Instrument welches leicht im Gepäck mitgenommen werden konnte, auch auf der Flucht. Gemälde des Malers Marc Chagall waren Inspiration für den Originaltitel FIDDLER ON THE ROOF.

Beeindruckende Optik

© Barbara Pálffy / Volksoper Wien

© Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Tevjes Zwiegespräche mit Gott bringen Humor und seine inneren Monologe in das Stück. Viel Witz hat auch die Traumszene, in der ein übergroßes, schräg nach vorne gekipptes Ehebett im Zentrum des Geschehens steht. Das Bühnenbild von Matthias Fischer-Dieskau zeigt  sehr authentisch eine Straße in Anatevka die sich zentralperspektivisch auf einen Fluchtpunkt nach hinten verjüngt. Links und rechts am Straßenrand sind einfache Häuser und Hütten zu sehen. Die vordersten Elemente können ausgeklappt werden und werden so zum Beispiel zum ärmlichen Bauernhaus von Tevjes Familie. Der dazu passende Wolkenhimmel, der das drohende Unheil schon ankündigt, kann durch das Licht (Frank Sobotta) unterschiedliche Tageszeiten und Stimmungen erzeugen. Optisch ergibt dies ein sehr stimmiges Gesamtbild. Passend hierzu und ebenfalls authentisch sind  die Kostüme von Judith Peter in gedeckten Farben gehalten.

Stimmiges Ensemble

© Barbara Pálffy / Volksoper Wien

© Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Das Ensemble rund um den starken Kurt Rydl, der mit seiner tiefen Bassstimme einen erstklassigen Tevje auf die Bühne zaubert, zeigt eine stimmige Gesamtperformance. Dagmar Hellberg überzeugt als Mutter und Ehefrau Golde. Sie war schon in zahlreichen Großproduktionen im Ronacher, Raimund Theater und in der Volksoper zu sehen. Student Perchik, der neue Ansichten und Sitten von Kiew ins Dorf bringt, wird von Peter Lesiak verkörpert. In der Münchner Inszenierung von TSCHITTI TSCHITTI BÄNG BÄNG spielte er die Hauptrolle des Caractacus Potts. Als geschwätzige Heiratsvermittlerin Jente sorgte Guggi Löwinger für einige Lacher. Die Massenszenen bei „Tradition“ und bei der Hochzeit beeindrucken. Hier zeigen die Tänzer vom Wiener Staatsballett ihr ganzes Können und präsentieren russische Tanzbewegungen par excellence.

Aktualität stark wie nie

Die Weltpremiere des Musicals fand am 22. September 1964 am Broadway im Imperial Theatre statt. Dennoch hat die Geschichte auch heute wieder einen stark aktuellen Bezug wenn wir an die Schicksale der Flüchtlinge weltweit denken. Traditionen sollen auf der einen Seite hochgehalten werden, doch um ein friedliches Miteinander zu gewährleisten, sollten sich alle respektieren und aufeinander zugehen.

Kreativteam:

  • Buch: Joseph Stein
  • Musik: Jerry Bock
  • Text: Sheldon Harnick
  • Regie: Matthias Davids
  • Bühnenbild: Mathias Fischer-Dieskau
  • Kostüme: Judith Peter
  • Choreographie: Melissa King
  • Ton: Martin Lukesch
  • Licht: Frank Sobotta

Besetzung:

  • Tevje, ein Milchmann: Kurt Rydl
  • Golde, seine Frau: Dagmar Hellberg
  • Zeitel: Julia Koci
  • Hodel: Elisabeth Schwarz
  • Chava: Juliette Khalil
  • Sprintze: Anna Hübner
  • Bielke: Livia Hoffmann
  • Jente, eine Heiratsvermittlerin: Guggi Löwinger
  • Mottel Kamzoil, ein Schneider: Jeffrey Treganza
  • Schandel, seine Mutter / Oma Zeitel: Susanne Litschauer
  • Perchik, ein Student: Peter Lesiak
  • Lazar Wolf, ein Fleischer: Toni Slama
  • Fedja, ein junger Mann: Stefan Moser
  • Motschach, ein Gastwirt: Hubertus Reim
  • Der Rabbi: Franz Suhrada
  • Mendel, sein Sohn: Stefan Bischoff
  • Awram, ein Buchhändler: Georg Wacks
  • Nachum, ein Bettler: Daniel Strasser
  • Frumah Sarah, Lazar Wolfs erste Frau: Manuela Leonhartsberger
  • Der Wachtmeiste:r Nicolaus Hagg
  • Sacha, Fedjas Freund: JunHo You
  • Der Fiedler auf dem Dach: Gregory Rogers
Tickets für ANATEVKA
Tickets für ANATEVKA

Termine:

  • Mittwoch 18. Mai 2016, 19.00 Uhr
  • Donnerstag 19. Mai 2016, 19.00 Uhr
  • Samstag 21. Mai 2016, 19.00 Uhr
  • Sonntag 22. Mai 2016, 19.00 Uhr
  • Mittwoch 25. Mai 2016, 19.00 Uhr
  • Donnerstag 26. Mai 2016, 19.00 Uhr
  • Sonntag 29. Mai 2016, 19.00 Uhr
  • Montag 30. Mai 2016, 18.00 Uhr
  • Mittwoch 01. Juni 2016, 19.00 Uhr
  • Donnerstag 02. Juni 2016, 18.00 Uhr
  • Samstag 04. Juni 2016, 18.30 Uhr
  • Mittwoch 08. Juni 2016, 18.30 Uhr
  • Freitag 10. Juni 2016, 18.00 Uhr
  • Samstag 06. Mai 2017, 19.00 Uhr
  • Sonntag  19. Mai 2017, 16.30 Uhr
  • Samstag 13. Mai 2017, 19.00 Uhr
  • Donnerstag 18. Mai 2017, 11.00 Uhr
  • Samstag 20. Mai 2017, 18.30 Uhr
  • Donnerstag 25. Mai 2017, 19.00 Uhr
  • Samstag 27. Mai 2017, 19.00 Uhr

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (15.05.2016)

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