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ALADDIN Kritik: 1001 Nacht im Stage Theater Neue Flora

Seit Dezember 2015 gastiert Disney's ALADDIN nun im Stage Theater Neue Flora in Hamburg. Im vergangenen November haben Philipp Büttner und Kristofer Weinstein-Storey die Hauptrollen von Aladdin und Dschinni übernommen. Beide standen auch auf der Bühne, als wir dem Musical Anfang Februar einen Besuch abstatteten.

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Philipp Büttner und Myrthes Monteiro
Philipp Büttner und Myrthes Monteiro © Morris Mac Matzen/mmacm.com

ALADDIN: Seit mehr als zwei Jahren in Hamburg

Die Medienpremiere im Dezember 2015 hatte uns das bunte Spektakel von ALADDIN bereits begeistert – hier geht es zu unserer Kritik. Damals gab Richard-Salvador Wolff die Titelrolle, Enrico De Pieri überzeugte als Flaschengeist Dschinni. Können Philipp Büttner und Kristofer Weinstein-Storey mit ihren Vorgängern mithalten oder sie gar übertreffen? Und wie hat sich das Ensemble nach mittlerweile mehr als zwei Jahren in Hamburg eingespielt? Voller Erwartung machten wir uns auf nach Hamburg. Mit dabei auch Hamburg-Neulinge, die zum ersten Mal bei ALADDIN in der Neuen Flora Platz nahmen.

Die Handlung ist bekannt: In der Stadt Agrabah leben der Straßenjunge Aladdin und seine Freunde von kleineren Diebstählen. Die schöne Prinzessin Jasmin hat derweil genug von der Enge des Palastes und schleicht sich heimlich hinaus. Als Aladdin und Jasmin sich treffen, funkt es sofort. Das Gesetz allerdings besagt, dass Jasmin nur einen Prinzen heiraten darf. Und nicht nur das Gesetz steht dem jungen Glück im Weg: Der Großwesir Dschafar möchte die Macht an sich reißen. Dafür braucht er Aladdin. Mit einer List lockt er ihn in eine geheimnisvolle Höhle, wo Aladdin den Flaschengeist Dschinni aus seiner Lampe befreit. Nun hat Aladdin drei Wünsche frei. Den ersten nutzt er auch prompt, um bessere Chancen bei Jasmin zu haben.

Dschinni sorgt für den ersten Höhepunkt

Das Musical ALADDIN beginnt vergleichsweise gemächlich. Die Handlung kommt nur langsam in Gang, zunächst werden die Charaktere eingeführt. Von denen gibt es einige: Aladdin und seine Freunde Babkak, Kassar und Omar; Jasmin und ihren Vater, den Sultan; Dschafar und seinen Gehilfen Jago. Bis diese alle vorgestellt sind, vergeht eine gute dreiviertel Stunde. Dann aber besucht Aladdin die Höhle – und ab diesem Moment zieht das Tempo deutlich an. Dschinnis Soloauftritt vor dem beeindruckenden Bühnenbild der golden glänzenden Höhle ist einer der Höhepunkte des Abends. Übertroffen wird diese Szene nur noch von Aladdins und Jasmins Flug auf dem Teppich. Die beiden Verliebten fliegen gemeinsam durch eine Nacht voll funkelnder Sterne. Das ist technisch brillant umgesetzt und einfach nur magisch.

Auch in allen anderen Szenen ist das Bühnenbild von Bob Crowley äußerst gelungen. In Verbindung mit der stimmungsvoll gesetzten Beleuchtung (Natasha Katz) entführt es die Zuschauer in die orientalische Stadt Agrabah. Zur magischen Disney-Atmosphäre tragen auch die farbenprächtigen, aufwendig gestalteten Kostüme bei (Kostümdesign: Gregg Barnes). Die Darsteller wechseln diese in teilweise atemberaubender Geschwindigkeit, manchmal sogar mitten auf der Bühne. Das alles funktioniert fließend, ohne die schwungvollen Choreografien zu unterbrechen.

Kristofer Weinstein-Storey begeistert als Dschinni

Aladdin Szene Aladdin und Jasmin

© Stage Entertainment

Wie bereits erwähnt, hatten wir an diesem Abend das Glück, die Erstbesetzung zu genießen. Philipp Büttner ist ein glaubwürdiger, authentischer Aladdin. Er sieht der Disney-Figur nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern bringt auch genau die richtige Stimme für seine Rolle mit. Ein würdiger Nachfolger für Richard-Salvador Wolff.

Kristofer Weinstein-Storey tritt in die Fußstapfen von Enrico De Pieri. Keine leichte Aufgabe, schien die Rolle des Dschinni De Pieri doch wie auf den Leib geschneidert zu sein. Doch auch Weinstein-Storey macht seine Sache perfekt. Sein Dschinni war mit Abstand der Publikumsliebling des Abends. In seinem mehrminütigen Solo-Auftritt zeigte er seine vielseitige Begabung und begeisterte mit Gesang, Tanz und Gestik. Mit seiner Ausstrahlung zog er uns vom ersten Moment an in den Bann und überzeugte in jeder Minute, in der er auf der Bühne zu sehen war.

Die Rolle der Prinzessin Jasmin hat nach wie vor Myrthes Monteiro inne. Als wunderschöne Prinzessin aus 1001 Nacht verzauberte sie nicht nur Aladdin, sondern auch uns. Auch Ethan Freeman gehört seit der Europapremiere zur Cast von ALADDIN. Den typischen Disney-Bösewicht Dschafar erweckt er mit großer Bühnenpräsenz zum Leben.

Bis in die kleinste Nebenrolle hinein überzeugte das Ensemble mit Spielfreude, ausgezeichnetem Gesang und mitreißendem Tanz. Vor allem die großen Ensemblenummern mit ihren aufwendigen Choreografien (Scott Taylor) ließen uns staunen. Die Musik von Alan Menken passt natürlich hervorragend zum Disney-Musical. ALADDIN weist genau die richtige Mischung aus Uptempo-Nummern, orientalischen Klängen und romantischen Tönen auf, den Sound steuert ein 15-köpfige Orchester unter Leitung von Holger Becker bei. Dank des professionellen Tonmanagements im Stage Theater Neue Flora war jeder Song perfekt ausgesteuert und hervorragend zu verstehen.

Tolle Location für das Disney-Musical

Stage Theater Neue Flora Aladdin

© Musical1.de/Haselböck

Das Stage Theater Neue Flora erwies sich als angemessene Location für das Disney-Musical. Die Anbindung ist super, eine S-Bahn- und Bushaltestelle liegt direkt vor der Tür. So ist das Theater auch für Hamburg-Urlauber einfach zu erreichen. Wir hatten Plätze der PK1 in Reihe 13 gebucht. Von den mittleren Plätzen aus genießt man eine ausgezeichnete Sicht auf die Bühne, aber auch von den anderen Plätzen kann man das Bühnengeschehen gut verfolgen. Zwischen den Akten gibt es 25 Minuten Pause, ausreichend Zeit für ein Getränk oder einen kleinen Snack. Fünf bis zehn Minuten mehr wären vielleicht noch besser, da die Schlangen vor den Theken und Toiletten doch recht lang werden können. Die Preise für Snacks und Getränke sind Theater-typisch, das heißt, nicht gerade günstig. Dafür gibt es eine große Auswahl.

Ein magischer Abend bei ALADDIN in Hamburg

Insgesamt gelingt es ALADDIN sehr gut, den Zauber des Disney-Films auf die Bühne zu übertragen. Wer das Musical zum ersten Mal sieht, wird aber vielleicht über die recht modern gehaltenen Dialoge überrascht sein. Da ist von Facebook-Likes die Rede, Charaktere sprechen Straßen-Slang. Die Bezüge zur heutigen Zeit sollen vermutlich jüngere Zuschauer ansprechen, wollen aber nicht ganz zur magischen Atmosphäre aus 1001 Nacht passen. Außerdem fehlen einige liebgewonnene Figuren aus dem Animationsfilm: Jasmins Tiger kommt im Musical überhaupt nicht vor, aus Dschafars Papagei Jago ist ein Narr geworden. Erik Minsk stellt diesen immerhin auf sympathische Weise dar. Im Film hat Aladdin ein kleines Äffchen, im Musical stehen ihm stattdessen drei Freunde zur Seite.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte haben wir einen wahrhaft magischen Abend bei ALADDIN in Hamburg verbracht. Die beiden (nicht mehr ganz so) neuen Hauptdarsteller konnten uns vollends überzeugen und das ganze Ensemble zeigte eine herausragende Leistung. Bühnenbild, Kostüme und vor allem Kristofer Weinstein-Storey als Dschinni haben dafür gesorgt, dass wir unseren Besuch bei ALADDIN in guter Erinnerung behalten werden. Dafür vergeben wir gern unsere Musical1 Empfehlung.

Die weitere Besetzung des Abends:

  • Sultan: Claus Dam
  • Omar:Petro Reichert
  • Kassar: Philipp Tobias Hägeli
  • Babkak: Stefan Tolnai
  • Razoul: Circo Lourencio Meulens
  • Prinz Abdullah: Gabriele Bruschi
  • Wahrsagerin/Zofe: Laura Panzeri
  • Zofen: Krisha Howard, Azzurra Adinolfi
  • in weiteren Rollen: Patrick Robinson, Guillermo Martinez Ayala, Leon de Graaf, Salvatore Marchione, Johnny Galeandro, Alessio Impedovo, Richard Patrocinio, Mark van Beelen, Dave Mandell, Marta di Guilio, Libby Sinclair, Megan Bew, Nathalie Adriana Hast
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Kategorie: Aladdin,Kritiken

Tags:

Autor: S. Haselböck (13.02.2018)

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