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Addams Family begeistert das Bremer Premierenpublikum

Vier Liebesgeschichten in einem Stück und starke Gegensätze. Eine gute Masken- und Kostümabteilung, mitreißende Choreografien, viel Wortwitz und darstellerisch herausragende Leistungen. Die Addams Family begeistert vor allem durch die gekonnte Inszenierung.

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The Addams Family
The Addams Family © musik-theater.de

Musical Theater wird zum Central Park

Am Freitagabend, 28.11.2014, feierte die Addams Family mit ihrem Familientreffen in Bremen die offizielle Premiere. Das Musical Theater verwandelte sich hierfür zum Central Park. Das Premierenpublikum würdigte die Leistung allen Beteiligten mit stehenden Ovationen.

allerwelts Handlung

Die eigentliche Handlung ist banal und kommt daher wie eine Mischung aus der „Rocky Horror Show“ und „La Cage aux Folles“: Addams Tochter Wednesday schockiert ihre lebenden und toten Verwandten mit der Verkündung, dass sie einen „ ganz normalen“ Jungen, Lucas Beineke, liebt. Die toten Ahnen können erst in ihre Gruft zurück steigen, wenn das junge Liebespaar glücklich zusammen ist. Als die Beinekes zu Besuch bei den Addams auftauchen, prallen Exzentrik und Spießigkeit aufeinander. Der weitere Verlauf ist chaotisch und amüsant.

flache Handlung, hervorragende Cast

Der Vorhang ist noch geschlossen, die Ouvertüre noch nicht erklungen, da kommt ein Fellbündel auf die Bühne gerollt. Kenner des Films oder der Serie „Die Addams Family“ erkennen ihn sofort – Vetter It! Irgendwelches Kauderwelsch brabbelnd, gibt er zu verstehen, dass das Fotografieren verboten ist und Handys auszuschalten sind. Die berühmte Titelmelodie mit Fingerschnipsen beginnt, der Vorhang öffnet sich und das Publikum findet sich auf einem Friedhof wieder.

Mit der äußerst stimmungsvollen Nummer „Bist du ein Addams“ werden die Familienmitglieder und ihre Ahnen vorgestellt. Es folgen zahlreiche Gags, die den Abend kurzweilig gestalten. Dies scheint bei der eher flachen Handlung allerdings auch notwendig. Alle Darsteller schaffen es jedoch, ihre Charaktere überzeugend wirken zu lassen. Ihre gesangliche wie auch vor allem die schauspielerische Leistung ist famos.

Nachdem nach und nach im 1. Akt alle Beteiligten und ihre Beziehungen vorgestellt wurden, legt der 2. Akt den Fokus auf die Liebesbeziehungen. Während sich bei Lucas und Wednesday eine erste Kriese anbahnt, droht eine zweite Beziehung durch ein Geheimnis in die Brüche zu gehen. Eine Dritte wiederum entflammt, durch ein unvorhergesehen Ereignis, neu und bei der Vierten kommt es eventuell zu keinem Happy End, weil einfach die Distanz der Liebenden zu groß scheint.. Das Ende der Geschichte ist absehbar, dennoch zeigt sich auch hier wieder etwas Originalität.

Unbestrittener Star des Abends ist Uwe Kröger als Gomez Addams. Mit äußerst starkem spanischen Akzent und einer herrlich überzogenen Darstellung gibt Kröger einen temperamentvollen, hitzigen Gomez, der seiner Morticia vollkommen ergeben ist. Edda Petri harmoniert, gesanglich wie auch darstellerisch, exzellent mit Kröger. Gekonnt weiß sie, sich und ihren Körper in Szene zu setzten. Die deutliche Bühnenpräsenz zieht das Publikum in ihren Bann.

Durch den Abend führt Onkel Fester (Enrico de Pieri), der einzelne Szenen ankündigt oder kommentiert. Sein Solo „Sagt der Mond, ich liebe dich“ ist nicht nur gesanglich ein Genuss, sondern kann auch darstellerisch zu einem Höhepunkt der Show erklärt werden. Zwischen Liebesschwüren an ihren Liebsten und sadistischen Ausbrüchen gegenüber ihrem Bruder Pugsley (Noah Walczuch – sehr überzeugend), interpretiert Lisa Antoni als Wednesday Addams ihre Lieder mit starker Stimme. Anne Welte als Grandma komplettiert die Addams.

Für große Begeisterungsstürme sorgt immer wieder Butler Lurch (Gerhard Karzel), der äußerst bedacht, teilnahmelos und stöhnend über die Bühne schleicht, und so manche Szene besonders macht.

Das Gegenstück zu den schrillen, extrovertierten Addams stellen die Beineckes her: Alice Beineke, (April Haider) als harmoniebedürftige Hausfrau im strahlend gelben Kleid, ist ein grandioser Kontrast zu Morticia. Insbesondere die Szenen, in denen diese Beiden aufeinander treffen sind gelungen. Unscheinbar, blass und grau – der gutbürgerliche Vater Mal Beinecke (Ethan Freeman) geht im direkten Vergleich zu Gomez unter. Dass dies am Stück und nicht an der Leistung Freemans liegt, ist zu betonen – Freeman holt aus der Rolle heraus, was möglich ist. Ben Ivo verkörpert die Rolle des Lucas Beinecke. Leider kann das Stück nicht mehr bieten, als einen verliebten Jungen, der schmachtende Liebesbekundungen von sich gibt. Da hilft auch seine Beteuerung „Verrückter als du“ nicht.

Bühnenbild, Kostüme und Maske überzeugen

Das Bühnenbild ist geschickt angelegt und durch und durch stimmig. Drei bewegliche Elemente bilden die Addams Villa. Von den Darstellern in die richtige Position geschoben, zeigen sich Folterkeller, Eingangshalle oder Speisezimmer. Eine Videowand unterstütz das Ganze und projiziert den Friedhof, den Central Park , eine Skyline oder den strahlenden Vollmond.

Maske und Kostüme leisten Erstaunliches! Edda Petri gleicht dem Serien-Vorbild wie aufs Haar. Anne Welte ist kaum zu erkennen und um Jahrzehnte gealtert. Vom Neandertaler bis zum Charleston-Girl, alle Epochen wurden bei den Ahnen bedient. Kleinste Details sind zu erkennen – Chapeau! Ob Tanz- oder „Fingerschnips-“ Choreographien, Danny Costello hat eine hervorragende Arbeit geleistet.

Im Gesamteindruck überzeugt die Addams Family vor allem durch die grandiose Besetzung. Für Addams Fans scheint der Besuch ein Muss zu sein. Für alle Anderen ist es die Möglichkeit, ein ungewöhnliches Stück zu sehen, das vom Gesamteindruck überzeugen kann.

Besetzung

  • Gomez Addams – Uwe Kröger / Holger Hauer (3. – 5.12.)
  • Morticia Addams – Edda Petri
  • Wednesday Addams – Lisa Antoni
  • Pugsley Addams – Noah Walczuch/ Justin Natale
  • Onkel Fester – Enrico DePieri
  • Grandma Addams – Anne Welte
  • Butler Lurch – Gerhard Karzel
  • Alice Beinecke – April Hailer
  • Malcom Beinecke – Ethan Freeman
  • Lucas Beinecke – Ben Ivo
  • Ensemble: Marta Di Giulio, Monika Freeman, Elisabeth Köstner, Erik Minsk, Janina Moser, Oliver Mülich, Marc Schlapp, Philipp Sievers,

Kreativteam

  • Buch – Marshall Brickman/ Rick Elice
  • Musik & Liedtexte – Andrew Lippa
  • deutsche Übersetzung – Anja Hauptmann
  • Regie – Andreas Gergen
  • musikalische Leitung – Tobias Deutschmann
  • Choreografie – Danny Costello
  • Bühne – Christian Floeren
  • Kostüme – Ulli Kremer

Tickets

Bis zum 07.12.2014 sind die Addams noch im Bremer Musical Theater zu sehen.

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Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: R. Imping (30.11.2014)

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