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Vielversprechend: TICK, TICK … BOOM in Bremen

Im Oktober wurde Jonathan Larsons „TICK, TICK ...BOOM“ im Bremer Schnürschuhtheater zum ersten Mal in Norddeutschland gezeigt. Das 3-Personen Stück wird in Bremen von „Kulturpoebel“ produziert – ein Zusammenschluss dreier junger, theaterbegeisterten Menschen, das als Onlinemagazin gestartet war. Gemäß dem Motto „Wenn`s andere nicht machen, kümmern wir uns eben darum!“, soll „selten gespielten Stücken endlich eine angemessene Bühne in Deutschland“ geboten werden können. Dies könnte der Beginn sein, des Öfteren „OFF-Broadway“ in Bremen zu sehen ....

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TICK TICK … BOOM © KULTURPOEBEL.de/ Lennart Schaffert

TICK TICK… BOOM

TICK, TICK … BOOM wurde am Off Broadway und am Londoner West End gespielt. 2011 folgte die deutschsprachige Erstaufführung im Dattelner KatiElli Theater. In Bremen wird die deutschsprachige Fassung von Bernd J. Arends aufgeführt.

Der junge, vielversprechende Musicalkomponist Jon wird ein einer Woche 30. Der große Durchbruch lässt noch auf sich warten. Seine Freundin Susan scheint sesshaft werden und eine Familie gründen zu wollen. Sein Freund Jon hat die Schauspielerei aufgegeben und ist in der Wirtschaft erfolgreich. Immer mehr spürt Jon den Druck sich entscheiden zu müssen, eben wie das Ticken einer Uhr, die abläuft. Beeinflusst von seinen Freunden steht er nun vor der Frage, ob er weiter an DEM Musical arbeiten soll, dass eventuell den Durchbruch bringt, oder ob er diesen Traum doch aufgeben soll.

Intimer Rahmen

Das Schnürschuhtheater bietet etwa 90 Sitzplätze. Die Bühne ist ebenerdig – zur ersten Reihe hin ist es nur ein knapper Meter. In diesem kleinen, familiären, intimen Raum lässt sich mit dem Betreten erahnen, dass die Darsteller eine besondere Nähe zum Publikum aufbauen werden. In den knappen zwei Stunden Spielzeit – es gibt keine Pause – kann man sich nicht im dunklen Zuschauerraum verstecken. Man sieht einzelne Augenbewegungen der Darsteller, diese wiederum können durchgängig jede Reaktion des Publikums  wahrnehmen.

3 Personen, 10 Rollen, 14 Lieder

Die innere Qualen Jons dominieren das Stück. Fast schon könnte der Zuschauer genervt sein von seiner steten Bühnenpräsenz. Hier ist es enorm hilfreich und belebend, dass Regisseurin Laure Achouline-Cousin (Boris Hagen -Regieassistenz) kleine Nebenschauplätze einbaut. Während Jon auf dem Dach vor sich hin sinniert und raucht, sieht man Susan noch im Zimmer vor dem Spiegel, einen Babybauch imitieren. Immer wieder wird Jons Zwiespalt durch kurzweilige, teils amüsante aber auch tiefgründige Szenen durchbrochen. In Erinnerung bleiben hier beispielsweise der Sonntagsbrunch, bei dem das Publikum einbezogen wird, als auch gegen Ende hin einer Offenbarung Michaels, die Jons Probleme nichtig erscheinen lassen.

© KULTURPOEBEL.de/ Lennart Schaffert

Jon (Lukas Witzel) © KULTURPOEBEL.de/ Lennart Schaffert

Lukas Witzel (Jon) zeigt eine beeindruckende Leistung. Stets wirkt er authentisch und ungekünstelt. Jons anfängliche Zweifel und Sorgen, die Hingabe für seinen Traum, die Sorge um seinen Freund – schauspielerisch wie gesanglisch füllt Lukas Witzel seine Rolle vollends aus. Zu keinem Zeitpunkt lässt sich erahnen, dass hier „nur“ ein Amateur und kein ausgebildeter Darsteller auf der Bühne steht.  Auch Tobias Goetz und Pauline Schostock füllen ihre Rollen mit Leben. Neben „Michael“ und „Susan“ werden von ihnen noch weitere, kleinere Charaktere, wie Jons Eltern oder seine Agentin verkörpert. Das Zusammenspiel der Drei wirkt durchgehend harmonisch.

Susan (Pauline Schostock), Jon (Lukas Witzel), Michael (Tobias Goetz)

© KULTURPOEBEL.de/ Lennart Schaffert

Die dreiköpfige Band (Fabian Becker – Gitarre, Romain Viroli – Bass, Manuel Huster – Schlagzeug) spielt unter der Leitung von Dennis Tosun (Klavier) Larsons Lieder schwungvoll auf. Es bereitet Vergnügen den Vieren beim engagierten Spiel zuzuhören und zu –sehen.

Gewagt und gewonnen

„Mit dem Format ‚Kulturpoebel.de produziert‘ bietet das Online-Musicalmagazin innovativen und zeitgemäßen Stücken eine Bühne, die in New York und London bereits ein großes Publikum begeistern, aber ihren Weg selten oder noch nie nach Deutschland gefunden haben“ , so die Produzenten Marina Pundt und Stephan Huber.

Dass sich ein solches Wagnis durchaus auszahlt, wurde mit der Produktion von TICK, TICK … BOOM gezeigt: ein engagiertes (Amateur-) Team von Darstellern und Kreativen zeigen eine professionelle, absolut sehenswerte Produktion mit funktionalem Bühnenbild und zu erschwinglichen Ticketpreisen. Die bisherigen Vorstellungen waren ausverkauft. Für die Zusatzvorstellungen im Januar sind noch Tickets im Vorverkauf zu erwerben.

Es bleibt zu hoffen, dass sich hier keine Eintagsfliege verirrt hat, sondern man noch öfter von kleinen und eher unbekannten Stücken hören wird!

Besetzung

  • Jon – Lukas Witzel
  • Michael – Tobias Goetz
  • Susan – Pauline Schostock

Team

  • Laure Achouline-Cousin – Regie
  • Boris Hagen – Regie
  • Dennis Tosun – musikalische Leitung
  • Marina Pundt – Produzentin
  • Stephan Huber – Produzent
  • Lennart Schaffert – Bühnenbild, Artwork

Zusatzvorstellungen

Aufgrund des großen Erfolges, werden im Januar zwei Zusatzvorstellungen gespielt:

Freitag, 20. Januar 2017, 20:00 Uhr (30 €/ 20 €)
Samstag, 21. Januar 2017, 20:00 Uhr (30 €/ 20 €)

Im Schnürschuhtheater gilt freie Sitzplatzwahl. Der Einlass beginnt 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets gibt es im Vorverkauf über www.ticktick-boom.de/tickets/ . Weiterführende Informationen zum Stück, der Besetzung und dem Kreativteam gibt es auf www.ticktick-boom.de

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Tags:

Autor: R. Imping (05.11.2016)

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