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24-Stunden Musicals: ein voller Erfolg

Am 3.11. fanden die 24-Stunden Musicals in Ahrensburg statt. Bekannte Darsteller, Komponisten, Autoren und Musiker erklärten sich bereit, für einen guten Zweck, in nur 24 Stunden vier Musicals zu erfinden, einzuüben und aufzuführen. Das Publikum war begeistert und feierte alle Beteiligten im Alfred-Rust-Saal.

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Crew der 24h Musicals
Crew der 24h Musicals © Stefanie Müller

Die 24-Stunden Musicals waren ein voller Erfolg

Ein neues Musical zu erschaffen ist ein hartes Stück Arbeit und dauert im Normalfall Wochen und Monate. Ein Konzept muss gefunden werden, Texte geschrieben und die Musik muss komponiert werden. Anschließend folgt die Rollenbesetzung und die Darsteller brauchen Zeit, um das Stück zu Proben. Erst dann, nach einigen Monaten, kann die Premiere vor Publikum stattfinden.

Dass das alles aber auch in nur 24 Stunden möglich ist und man in dieser Zeit sogar vier Musicals erschaffen kann, beweist das Konzept der 24 HOUR PLAYS.  Am Broadway und Londoner Westend gibt es die 24 HOUR PLAYS schon seit einigen Jahren. 4 Musicals werden von 4 Teams aus Autoren, Komponisten, Regisseuren, Musikalischen Leitern und Darstellern in nur 24 Stunden erstellt, eingeprobt und vor Publikum aufgeführt.

Hauke Wendt hat dieses Projekt nach Deutschland geholt. Am 3.11. fanden die 24 Stunden Musicals in Ahrensburg statt. Viele hochkarätige kreative Köpfe haben sich gemeldet um ein Teil dieses Erlebnisses zu sein. Sie haben sogar auf eine Gage verzichtet, damit der Erlös an die Lebenshilfe Stormarn gespendet werden kann.

Es stellte sich schnell heraus, dass der Saal zu klein für die hohe Nachfrage des Publikums war. Die Plätze waren im Vorfeld schon binnen kürzester Zeit ausgebucht.

Diese 4 Musicals wurden von dem Publikum gefeiert

Schlussapplaus bei den 24-Stunden Musicals

© Stefanie Müller

Zu Beginn des Abends wurde ein kurzer Film über die Dinge gezeigt, die in den vergangenen Stunden passiert sind. Es fand eine Art Audition der Darsteller statt, anhand dieser wurden Gruppen gebildet und die Arbeit konnte beginnen. Die gezeigten Eindrücke vermittelten eine lockere und lustige Stimmung hinter den Kulissen.

Nach dem Film wurde es Zeit für das erste Musical:

Der Schwan

Die Kreativen: Buch: Kevin Schröder, Musik: Lukas Höfling, Regie & Choreographie: Geriet Schieske, Assistenz Regie & Choreographie: Silvia Farelli, Musikalische Leitung: Patricia Martin

Die Cast: Stefan: Nicky Wuchinger, Alexander: Martin Pasching, Marvin: Andy Bieber, der Schwan: Marja Hennicke

In diesem Stück geht es um eine Frau, den Schwan, die drei Männer um den Finger gewickelt hat. Sie bringt die Männer dazu, verschiedene Aufgaben, auf einem Jahrmarkt, zu bewältigen. Die drei versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen, versagen jedoch alle nacheinander. Nicky, Martin und Andreas versuchen sich zum Beispiel im Dosen werfen und Achterbahn fahren. Die Gruppe schafft es einen kompletten Jahrmarkt mit nur wenigen und einfachen Requisiten darzustellen. Und sogar das Publikum wird mit einbezogen. Marja hat einige Plastikbälle in der ersten Reihe verteilt. Damit durfte das Publikum dann auf die drei Männer zielen.

Es war eine gelungene und witzige Einführung in den Abend.

Was kleines Gemeines

“Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ist ihr Märchen aus. Ein neuer Prinz muss her geschwind.”

Die Kreativen: Buch: Titus Hoffmann, Musik: Thomas Borchert, Regie & Choreographie: Jacqui Dunnley-Wendt, Assistenz Regie & Choreographie: Anne-Katrin Böhm, Musikalische Leitung: Jon Mortimer

Die Cast: Prinz von Ab und Zu: Drew Sarich, Aschenputtel: Diana Mercoli Böge, Schneewittchen: Silke Braas, Dornröschen: Lisa Antoni

Drew, Lisa, Diana und Silke

Drew, Lisa, Diana und Silke © Stefanie Müller

Dieses Stück zeigt die Märchenwelt in einem anderen Licht. Drew Sarich spielt einen Prinzen, der eine Liste mit allen Prinzessinnen führt, die er schon verführt hat. Hundert sollen es am Ende sein, sonst wird er sich durch einen Bann in einen Frosch verwandeln. Er besucht Aschenputtel, die er mit Schuhen von Zalando zu verführen versucht. Schneewittchen erzählt von ihren sieben Zwergen. Beide erliegen am Ende dem Charm des Prinzen. Dann erreicht der Prinz Dornröschen, die von ihrem Traumprinzen träumt. Als sie von dem Prinzen wachgeküsst wird, gibt sie jedoch enttäuscht bekannt, dass er nicht ihren Vorstellungen entspricht. Er ist eben nur ein normaler Prinz. Dornröschen lehnt ihn ab. Somit ist seine Liste nicht komplett und er verwandelt sich in einen Frosch.

Dieses kurze Musical wurde vom Publikum gefeiert und das mit Sicherheit nicht nur, weil Drew Sarich am Ende ohne T-Shirt auf der Bühne stand.

 

AM FADEN

Die Kreativen: Buch: Nina Schneider, Musik: Adrian Werum, Regie & Choreographie: Christoph Drewitz, Assistenz Regie & Choreographie: Kira-Lena Scharold, Musikalische Leitung: Holger Kolodziej

Die Cast: Simone: Wietske van Tongeren, Tanja: Jennifer Siemann, Thomas: Mathias Edenborn, Rene: Enrico de Pieri

Mathias, Enrico, Jennifer und Wietske

Mathias, Enrico, Jennifer und Wietske © Stefanie Müller

In diesem Musical werden Facebook, Twitter und andere Social Networks auf eine humorvolle Art kritisch hinterfragt. Wietske van Tongeren spielt eine junge Frau, die kein Glück mit den Männern hat und scheinbar sehr naiv ist. Als das Stück beginnt, regt sie sich über den Beziehungsstatus eines Mannes auf. Ihre Mitbewohnerin kommt herein und versucht sie zu trösten und abzulenken. Sie habe DVD’s bei Amazon bestellt. Als sie das Paket öffnet befindet sich darin jedoch nur eine Marionette. Diese ist aber nicht so langweilig wie sie scheint, denn sie bewegt sich plötzlich von Geisterhand. Das Problem wird natürlich sofort mittels Selfie bei Facebook gepostet. Dass die Facebookfreunde jedoch nicht immer sehr hilfreich sind, zeigen die Antworten. Das Problem ist noch nicht gelöst, also werden kurzerhand vermeintliche Geisterjäger in die Wohnung gerufen. Die beiden Männer sind jedoch keine Geisterjäger, sondern planen einen Einbruch bei dem Nachbarn, der bei Facebook bekannt gab, verreist zu sein.

Es stellt sich heraus, dass die Marionette von dem Geist eines Wissenschaftlers besessen ist. Dieser Wissenschaftler hat damals einen Großteil dazu beigetragen den Computer zu erfinden. Dies wolle er jetzt rückgängig machen, da er Dinge wie Facebook nie gewollt habe. Die vier Darsteller sind erleichtert und erklären, dass es dafür schon längst zu spät sei.

Der Gruppe gelang es, mit viel Humor und Herzblut, die Sinnhaftigkeit von Facebook und Co. in Frage zu stellen.

KÄSE ODER WURST

Die Kreativen: Buch: Heiko Wohlgemuth, Musik: Johannes Glück, Regie & Choreographie: Denny Berry, Assistenz Regie & Choreographie: Sascha Theis, Musikalische Leitung: Bob Edwards

Die Cast: Stewardess: Charlotte Heinke, Fluggäste: Lucius Wolter, David Arnsperger, André Haedicke

Im vierten und letzten Musical finden zwei Herren (David und André) in einem Flugzeug zueinander. Das Flugzeug gerät in Turbulenzen und während das Liebespaar seine Liebe besingt, versuchen Charlotte als Stewardess, die Sehnsucht nach Urlaub hat, und Lucius als Drogenschmuggler, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Sie taumeln im Hintergrund über die Bühne und versuchen sich vor herumfahrenden Tischen in Sicherheit zu bringen.

Ein kurzes Musical über Liebe und Sehnsucht, in dem der Spaß nicht zu kurz kam.

Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist mehr als nur wünschenswert

Hauke und Jacqui Wendt und Renate Gritschke überprüfen die Zeit

© Stefanie Müller

Insgesamt zeigten alle Gruppen, dass es möglich ist, vier Musicals innerhalb von 24 Stunden auf die Bühne zu bringen. Außerdem benötigt dies nicht immer viel Technik und Requisiten. Solange kreative Köpfe zusammenarbeiten braucht es nur eine gute Idee, Spontanität, Humor und Spaß an der Arbeit. Anhand der nahezu nicht vorhandenen Probezeit, sind kleine versteckte Spickzettel mit Texten und anscheinende Pannen und Unsicherheiten, welche nur durch ein Grinsen der Darsteller zum Vorschein kamen, mehr als nur zu entschuldigen. Diese Unsicherheiten haben die Musicals zu etwas besonderem gemacht und den ganzen Abend zu einem grandiosen Erlebnis.

Das 24h Musical war ein voller Erfolg, das Publikum war begeistert und feierte Cast & Crew mit Szenenapplaus und Standing Ovations bei den Schlussapplausen.

Nach so einem großen Erfolg kann man nur hoffen, dass es nicht die letzten 24h Musicals in Deutschland waren.

Kategorie: Kritiken

Autor: S. Müller (07.11.2014)

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